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19.05.2013

15:16 Uhr

Steuer-Affäre

Hoeneß soll auf T-Aktien gewettet haben

Medienberichten zufolge soll sich Uli Hoeneß mit Aktien der Deutschen Telekom verspekuliert und Millionen Euro verloren haben. Damit hätte die T-Aktie neben den tausenden Kleinanlegern auch ein prominentes Opfer.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß. dpa

Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Berlin/DüsseldorfLaut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ soll sich Uli Hoeneß mit Aktien der Deutschen Telekom verspekuliert haben. Dabei habe es sich um Werte in Millionenhöhe gehandelt. Das Blatt will diese Information aus Münchener Justizkreisen erfahren haben.

Die Geschichte der T-Aktie ist auch für viele deutsche Kleinanleger eine schmerzhafte Erinnerung. Nach einem beispiellosen medialen Tam Tam ging die Telekom 1996 an die Börse. Bekannte Werbeträger für die neue Volksaktie waren vor allem die Tatortermittler Manfred Krug und Charles Brauer. Der Einführungspreis der T-Aktie betrug damals 28,50 D-Mark. Schon am ersten Handelstag sprang der Kurs auf über 33 Mark, umgerechnet 17,33 Euro. Der Macher: Der damalige Telekom-Chef Ron Sommer.

Auch in den folgenden Monaten stieg die Aktie in ungeahnte Höhen. Der absolute Höhepunkt ist am 6. März 2000 erreicht – mit satten 103,50 Euro. Doch nach den „Bild am Sonntag“-Informationen soll Hoeneß danach weiterspekuliert haben. Und die T-Aktie begann ihren freien Fall. Im September 2001 unterschreitet sie den Kurs vom ersten Handelstag. Bereits Mitte 2002 stürzt die T-Aktie auf ein langjähriges Tief von 8,14 Euro.

Davon haben sich die Papiere – ungeachtet der Erfolge des Unternehmens – nie richtig erholt. Heute liegt der Wert leicht über 9 Euro. Auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche sah sich René Obermann gezwungen, den Kurs zu rechtfertigen. Wegen der strengen Regulierung sei es der Telekom trotz aller Anstrengungen nicht gelungen, den drastischen Preisverfall komplett zu kompensieren, sagte der Telekom-Chef am Donnerstag. „Unser Aktienkurs spiegelt die Branchenproblematik wider – er löst keine Jubelstürme aus.“

Kommentare (39)

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spacewalker

19.05.2013, 15:54 Uhr

Sollte das stimmen, so wird es erklärlich, warum Höneß nicht früher in der Selbstanzeige seine Rettung gesucht hat. Er hätte nämlich offenbaren müssen, daß er nicht nur ein Zocker, sondern ein miserabler Zocker ist. Bei einer Person, die meint mit intellektueller Omnipotenz ausgestattet zu sein, ein Ding der Unmöglichkeit.

Scharfrichter

19.05.2013, 16:06 Uhr

Der Ärmste! Bei seinem kleinen Einkommen musste er sich ja etwas dazuverdienen. Vielleicht sollten ihm die Steuerzahler einen Rettungsschirm aufspannen. Der Hoeneß-Skandal ist tatsächlich ein Justizskandal. Mit der behaupteten (bzw. nahegelegten) Selbstanzeige, will ihn die Justiz billigst wegkommen lassen und nur ein Scheinverfahren vorlegen.

AMIGO-Drosselkom

19.05.2013, 16:19 Uhr

Es ist schon erstaunlich, dass erneut aus dem CSU-regierten Bayern Detailinformationen aus einem laufenden Ermittlungsverfahren an die Öffentlichkeit gelangen.

Diesmal also aus Justizkreisen. Da wird die Staatsanwaltschaft ja ne Menge zu ermitteln haben, geht es doch bald nicht mehr nur um die Verletzung des Steuergeheimnisses.

Und welche Rolle spielt die Partei von Horst SEEHOFER? Gibt man sich wieder unschuldig? Das glaubt doch längst niemand mehr.

Hoeneß hat sich mit T-Aktien verspekuliert. Na und! Dumm nur, dass er jetzt wohl kaum noch die Gelegenheit des Verlustvor- oder Nachtrags hat. Dafür ist die Zeit abgelaufen. Nehmen wir aber mal an, er besaß oder besitzt 100.000 T-Aktien, dann hat er dafür jährlich eine kapitale Dividende auf sein Schweizer Bankkonto überwiesen bekommen. Davon gehören seit 2009 25% dem deutschen Fiskus und in den Jahren davor, vermutlich noch viel mehr, da der pers. Steuersatz von Hoeneß sicherlich nicht bei 25% gelegen hat.

Eines bewirkt die Mitteilung, dass Hoeneß sich verspekuliert haben soll, auf jeden Fall nicht: Mitleid

Vielmehr zeigt es, dass der Aufsichtsrat des FCB mit einem eigenartigem Menschenschlag besetzt ist und in welchen Dimensionen Zocker-Hoeneß vorbei am deutschen Fiskus aktiv war.

Dieses Verhalten muss mit aller Härte bestraft werden und angesichts der ungeheuren Dimension und dem Schaden für Deutschland, muss eigentlich eine Gefängnisstrafe verhängt werden. Alles andere hätte den erneuten Beigeschmack den man aus Bayern bereits hinlänglich kennt.

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