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16.01.2007

12:24 Uhr

Stiftung Warentest bemängelt Kreditberatung

Nur drei von 13 Banken beraten gut

Die Stiftung Warentest hat einer Reihe von bekannten deutschen Bankinstituten massive Mängel bei ihrer Kreditberatung von Privatkunden vorgeworfen.

HB BERLIN. Nur drei von 13 Banken haben bei einem Test Kunden, die sich 5 000 Euro leihen wollten, gut beraten. Über die Hälfte der Banken dagegen schnitt bei der Kreditberatung nur ausreichend oder mangelhaft ab, wie die Stiftung Warentest am Dienstag berichtete. Als Schlusslichter listet die Zeitschrift "Finanztest" die Dresdner Bank, die für sich als "Beraterbank" wirbt, sowie die Santander Consumer Bank auf: Sie versuchten dem Bericht zufolge, den Kunden teure und ungewollte Kreditversicherungen anzudrehen und fragten heimlich Schufa-Daten ab.

Auch der Branchenführer Deutsche Bank erhielt nur ein "ausreichend". Eine gute Beratung von Kreditinteressenten bescheinigten die Tester der Commerzbank, der Berliner Sparkasse und der Postbank. Insgesamt führten sie je sieben Beratungsgespräche in verschiedenen Filialen von insgesamt 13 großen Geldinstituten.

Dabei erlebten sie "nicht selten ihr blaues Wunder", wie die Stiftung berichtete: In 36 von 91 Testgesprächen ignorierten Berater trotz klarer Ansage den Wunsch des Kunden, keine Restschuldversicherung abschließen zu wollen. Bei einer Bank sei der Effektivzins dadurch von elf auf 23 Prozent gestiegen. Häufig sei der tatsächliche effektive Zins dem Kunden auch gar nicht mitgeteilt worden, und ein ausgedrucktes Kreditangebot war auch nicht selbstverständlich.

Berater von sieben Banken fragten ohne Einverständnis des Kunden bei der Schufa an und verstießen damit gegen das Bundesdatenschutzgesetz. Zudem könne das Anfragemerkmal "Kredit" dazu führen, dass ein Kunde allein durch das einholen mehrerer Angebote seine Kreditwürdigkeit verschlechtere, warnten die Tester.

Die Verbraucherschützer forderten daher Kreditsuchende zu Aufmerksamkeit und Vorsicht auf. Die Kunden sollten zudem mehrere Angebote einzuholen, um "am Ende nicht beraten und verkauft" zu sein.

Das Testurteil für die jeweilige Bank ergab sich, wie Stephan Kühnlenz von der Stiftung erläuterte, aus den allgemeinen Begleitumständen der Beratung, der richtigen Erfassung der Kundensituation und der Verständlichkeit des Angebots. Zudem wurde berücksichtigt, ob ein Institut ungefragt gleich eine Kreditversicherung mitverkaufen wollte, was die Stiftung für die konkrete Testsituation als nicht nötig ansah.

Link: »  Stiftung Warentest


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