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10.06.2014

14:06 Uhr

Stockender Wandel

Weiterhin kaum Frauen in Dax-Konzern-Vorständen

Sie wollten mehr Frauen in Führungspositionen bringen, zeigen, dass eine staatlich verordnete Quote unnötig sei. Doch eine Bilanz zeigt: Seit die Dax 30 die Prämisse vor drei Jahren ausgaben, hat sich wenig verändert.

Insgesamt öfter zu sehen: weibliche Garderobe in den Chefetagen. Doch noch immer geht es – vor allem in den großen und wichtigen Unternehmen – nur sehr langsam voran, mit dem steigenden Frauenanteil. dpa

Insgesamt öfter zu sehen: weibliche Garderobe in den Chefetagen. Doch noch immer geht es – vor allem in den großen und wichtigen Unternehmen – nur sehr langsam voran, mit dem steigenden Frauenanteil.

BerlinDie Dax-Konzerne sind von ihren selbst gesteckten Zielen für mehr Frauen in Spitzenpositionen trotz kleiner Fortschritte immer noch weit entfernt. Das geht aus einem Bericht der 30 Dax-Unternehmen zur Umsetzung ihrer Selbstverpflichtungen hervor, der am Dienstag vom Arbeitgeberverband BDA veröffentlicht wurde. 2011 hatten sich die Konzerne jeweils eigene Zielmarken gesetzt.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) zeigte sich wenig überrascht über die Zwischenergebnisse. Die Politik habe mehr als ein Jahrzehnt auf freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft gesetzt. „Der Versuch ist gescheitert“, kritisierte Schwesig.

Die große Koalition will deshalb 2016 eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte der derzeit 108 größten, voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen einführen. Bereits 2015 soll es für Aufsichtsräte, Vorstände und die oberste Managementebene von weiteren 3500 Firmen verbindliche Zielvorgaben zur Frauenförderung geben.

Frauen in DAX-Vorständen

Allianz

Hier wirkt Helga Jung als Vorstandsmitglied.

Sie war auch im Vorjahr schon im Vorstand aktiv und hat somit auch schon Zeiten erlebt, in denen der Frauenanteil in den Vorständen der DAX-30-Unternehmen höher war als aktuell: Zwischen 2012 und 2013 sank er von 7,8 auf 6,3 Prozent.

BASF

Bei BASF mischt Margret Suckale ganz oben mit. Sie ist somit eine von zwölf Frauen bei insgesamt 191 Vorstandsmitgliedern bei den DAX 30.

BMW

Milagros Caiña Carreiro-Andree ist in der DAX 30-Welt nicht nur ihres Namens wegen eine Exotin.

Frauen insgesamt sind 2013 wieder mehr in die Ecke der Sonderspezies in den Vorständen der gelisteten Unternehmen gerutscht.

Continental

Elke Strathmann lenkt bei dem Reifenhersteller die Geschicke zum Teil mit.

Dies wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Denn auch wenn gegenüber dem Vorjahr drei Frauen weniger in den Vorständen sitzen, hat sich die Zahl der Unternehmen mit weiblichen Vorstandsmitgliedern von einer Firma 2008 über sechs in 2011 auf heute zehn der 30 DAX Unternehmen merklich gesteigert.

Daimler

Christine Hohmann-Dennhardt hat es in den Vorstand eines der einflussreichsten Automobilkonzerne Deutschlands geschafft. Die Chancen auf den obersten Chefposten scheinen nach wie vor klein: Keines der zehn Unternehmen mit Führungsfrauen hat eine weibliche Vorsitzende.

Deutsche Börse AG

Hier hat Hauke Stars einen Chefsessel inne.

In Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen nehmen Frauen weit mehr Plätze ein. Waren es 2008 schon 13 Prozent, so liegt die Frauenquote in den Aufsichtsräten heute bei 21,9 Prozent. Sie scheinen damit auf gutem Kurs, die von SPD und Union geplanten 30 Prozent bis 2016 zu schaffen.

Lufthansa

Sie ist in diesem Jahr erst neu hinzugekommen: Bettina Volkens ergänzt das bisher alleinige weibliche Vorstandsmitglied Simone Menne bei der Deutschen Lufthansa AG.

Einen Ausgleich für die als Vorstände ausgeschiedenen Damen Regine Stachelhaus (E.ON AG), Luisa Deplazes Delgado (SAP AG) sowie Brigitte Ederer und Barbara Kux (beide Siemens AG) gereicht ihr Posten jedoch nicht.

Deutsche Post

Angela Titzrath hat zumindest Teile der Zügel des ehemaligen Staatskonzerns in der Hand.

Telekom

Gemeinsam mit der Lufthansa – und früher auch Siemens – gilt die Telekom als ein Vorbild in Sachen Führungsfrauen: Sie haben gleich zwei Damen auf Posten platziert: Claudia Nemat und Marion Schick.

Henkel AG

Auch der Arbeitgeber von Kathrin Menges gilt bereits seit einiger Zeit als Musterknabe – oder vielleicht besser -mädel – hinsichtlich Frauen in Vorständen.

In der Wirtschaft hieß es dagegen, es gehe voran. Der Frauenanteil bei Führungspositionen im Inland habe sich seit 2011 um durchschnittlich 17 Prozent erhöht und sei viel stärker gewachsen als der allgemeine Frauenanteil in der Gesamtbelegschaft. Etliche Konzerne tun sich aber unverändert schwer.

So stieg etwa beim Autobauer Volkswagen der Frauenanteil bei deutschen Topjobs zwischen 2010 und 2013 nur von 8,5 auf 9,8 Prozent - die VW-Zielmarke liegt bei 30 Prozent. Bei BMW sieht es mit 10,9 Prozent kaum besser aus, der Stahlkonzern Thyssen-Krupp kommt nur auf 7,8 Prozent. Viel weiter ist der Versicherer Allianz: Dort sind 28,1 Prozent (2010: 24,7) weibliche Führungskräfte zu finden. Der Düsseldorfer Konsumgüter-Hersteller Henkel kommt sogar auf 33,2 Prozent.

Von

dpa

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