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22.02.2016

15:53 Uhr

Strabag

Baukonzern rechnet mit stagnierenden Geschäften

Beim Umsatz kommt Strabag 2016 wahrscheinlich nicht voran, doch die Marge des österreichischen Baukonzerns soll kräftig zulegen. Bei Neuaufträgen setzt das Unternehmen vor allem auf Deutschland.

Viele Aufträge in Ungarn, Italien und der Slowakei hat Strabag inzwischen abgearbeitet. Nun hofft der Konzern auf Straßenbau-Projekte in Deutschland. Reuters

Baustelle in Wien

Viele Aufträge in Ungarn, Italien und der Slowakei hat Strabag inzwischen abgearbeitet. Nun hofft der Konzern auf Straßenbau-Projekte in Deutschland.

FrankfurtDer österreichische Baukonzern Strabag erwartet in diesem Jahr wegen einer schwachen Nachfrage im Ausland nur noch stagnierende Geschäfte. Der niedrige Ölpreis dämpfe die Bauinvestitionen etwa in Russland, in Deutschland hoffe man dagegen auf zusätzliche Investitionen des Staates in den Straßenbau, erläuterte Strabag am Montag seine Einschätzung für die künftige Geschäftsentwicklung.

Insgesamt werde die Leistung, die im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 14,3 Milliarden Euro gestiegen sei, 2016 etwa auf diesem Niveau verharren. „Für die Folgejahre wird von einem organischen Wachstum etwa in Höhe der Inflation ausgegangen“, teilte der stark in Deutschland und Südosteuropa tätige Konzern mit. Dennoch bekräftigte Strabag das Ziel, ab 2016 eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von mindestens drei Prozent auszuweisen.

Für 2015 erwartet der Baukonzern ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von mindestens 300 (Vorjahr: 282) Millionen Euro und eine Ebit-Marge zwischen 2,3 und drei Prozent. Der Auftragsbestand zum Jahresende ging allerdings um neun Prozent auf 13,1 Milliarden Euro zurück. Grund sei vor allem, dass Strabag Großprojekte in Ungarn, Italien und der Slowakei abgearbeitet habe. Endgültige Zahlen für das vergangene Jahr sollen Ende April veröffentlicht werden.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Den Österreichern wird nach der Übernahme der Stuttgarter Baufirma Ed.Züblin auch ein Interesse an der zum Verkauf stehenden Bau- und Gebäudedienstleistungssparte des Rivalen Bilfinger nachgesagt.

Von

rtr

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