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29.10.2012

07:43 Uhr

Strategieberatung

Roland Berger glaubt wieder an den Euro

ExklusivUnternehmensberater Roland Berger sieht wieder Licht am Horizont für die Gemeinschaftswährung. Doch Berger warnt, ohne Wachstum würden alle Reformen ins Leere laufen – und Kaputtsparen allein helfe nicht.

Unternehmens- und Politikberater Roland Berger. dpa

Unternehmens- und Politikberater Roland Berger.

DüsseldorfRoland Berger, Gründer und Ehrenvorsitzender der gleichnamigen Strategieberatung, sieht – anders als noch vor drei Monaten – gute Überlebenschancen für den Euro. Allerdings dürfte Deutschland dann wohl eine steigende Inflation erleben. Die sinkenden Lohnstückkosten und besseren Handelsbilanzen in Irland, Portugal und Spanien zeigten: Die Reformen beginnen zu greifen.

Der Berater warnt jedoch davor, diese Reformen aus Mangel an Wachstum ins Leere laufen zu lassen. Kaputtsparen allein sei gefährlich. „Crasht der Euro, verursacht das aufgrund der weltweiten Verflechtungen eine dramatische Weltwirtschaftskrise, katastrophaler noch als die von 1930“, sagt Berger im Interview mit dem Handelsblatt.

Die Folgen: Deutsche Exportunternehmen würden unter Aufwertungsdruck leiden. Deutsche Firmen müssten ihre Aktiva und Beteiligungen im Ausland neu bewerten. In vielen Fällen würden dadurch ihr Eigenkapital aufgezehrt, so Berger. 

Um den Euro zu retten, müssten die Staaten Wirtschaftswachstum in Gang bringen. Das bräuchten sie allerdings nicht selbst finanzieren. Stattdessen sollten sie private Infrastrukturinvestitionen zulassen und fördern. „Wir müssen nur deregulieren und uns von der Ideologie verabschieden, dass Infrastruktur rein staatlich zu finanzieren und zu betreiben ist“, sagt Berger. Mangel an privatem Kapital sieht er nicht. Der Bedarf an Infrastrukturinvestitionen liege in Europa bei über einer Billion Euro gegenüber 179 Billionen Euro Privatvermögen weltweit.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

29.10.2012, 07:55 Uhr

Dann soll Mr Berger mal persönlich nach Spanien z.B. fahren und selbst mit eigenen Augen sehen was KOMISCHERWESIE nicht in unseren Medien gesendet wird. Mal sehen wie lange er die Realität dann noch verweigert.

Account gelöscht!

29.10.2012, 08:00 Uhr

" „Wir müssen nur deregulieren und uns von der Ideologie verabschieden, dass Infrastruktur rein staatlich zu finanzieren und zu betreiben ist“, sagt Berger."

Was Deregulierung bringt sieht man sehr deutlich z.B. bei Energiewirtschaft und Müllabfuhr. Da werden dann Arbeitsplätze ausgelagert zur Lohnsenkung und alles wird teurer.

Kapturak

29.10.2012, 08:17 Uhr

In einem hat der opportunistische Geschäftemacher recht: ein unkontrollierter Zusammenbruch des Euro hätte katastrophale Folgen.

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