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02.04.2016

15:13 Uhr

„Streetscooter“

Deutsche Post baut eigene E-Autos für die Zusteller

Die Deutsche Post baut sich die Autos für ihre Zusteller nun selbst. Dafür hatte das Unternehmen extra ein Startup mit den nötigen Fachleuten übernommen. Denn die Zusteller haben ganz eigene Anforderungen an ihr Fahrzeug.

Nach und nach will die Post bis zu 30.000 Fahrzeuge durch den Streetscooter ersetzen. dpa

Deutsche Post

Nach und nach will die Post bis zu 30.000 Fahrzeuge durch den Streetscooter ersetzen.

BonnDie Deutsche Post geht unter die Autobauer und lässt den selbst entwickelten Elektro-Transporter „Streetscooter“ nun in Serie produzieren. Die ersten 2000 Fahrzeuge sollen noch 2016 vom Band rollen, sagte ein Postsprecher am Samstag und bestätigte einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“. Nach und nach werde das Unternehmen bis zu 30 000 Fahrzeuge durch den Streetscooter ersetzen.

Streetscooter war 2010 als Startup-Unternehmen im Umfeld der RWTH Aachen gegründet worden. Vor eineinhalb Jahren hatte die Post die kleine Firma übernommen, um mit ihrem Knowhow eigene Fahrzeuge für die Zusteller zu bauen.

Mittelfristig plant die Post sogar, die Autos zu vermarkten. „Es gibt Anfragen. Im Moment brauchen wir die Produktionskapazitäten aber selbst“, sagte Paketvorstand Jürgen Gerdes dem Magazin.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Die Brief- und Paketzusteller seien bei der Entwicklung des Fahrzeugs eng eingebunden worden, sagte der Post-Sprecher. „Da gibt es ganz klare Vorstellungen, wie ein Fahrzeug für die Zustellung optimal beschaffen sein soll.“ So sei ein Transporter mit großem Laderaum entstanden, der auch technisch auf die Bedürfnisse der Zusteller zugeschnitten sei.

Die Post sieht sich mit dem selbst entwickelten Elektroauto als Gegenstück zum E-Auto-Pionier Tesla. „Die bauen hochwertige Fahrzeuge für Privatkunden, wir können preisaggressive Werkzeuge für Geschäftskunden bauen“, sagte Gerdes dem „Focus“.

Von

dpa

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