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12.02.2015

07:28 Uhr

Streik bei Germanwings

Erste Flüge fallen aus

Die Germanwings-Piloten haben am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt: Die ersten Flüge fallen bereits aus, allerdings sind es weniger als angekündigt. Die Fronten zwischen Piloten und Lufthansa bleiben indes verhärtet.

Nach derzeitigem Stand wird knapp die Hälfte der an den beiden Tagen geplanten 900 Flüge gestrichen. Reuters

Passagiere müssen sich auf Ausfälle einstellen

Nach derzeitigem Stand wird knapp die Hälfte der an den beiden Tagen geplanten 900 Flüge gestrichen.

FrankfurtWegen eines angekündigten Pilotenstreiks bei der Lufthansa-Billigtochter Germanwings sind am Donnerstagmorgen die ersten Flüge ausgefallen. Das bestätigte ein Sprecher der Airline. Die Vereinigung Cockpit (VC) hat ihre Mitglieder bei der Fluggesellschaft wegen eines Tarifkonflikts zu einem zweitägigen Ausstand aufgerufen.

Nach Angaben von Germanwings sollen mehr als 60 Prozent aller geplanten 900 Flüge trotzdem stattfinden. 80 Prozent aller Passagiere würden ihre Ziele erreichen, sagte ein Sprecher der Lufthansa-Tochter. Gestrichen wurden für Donnerstag rund 160 Verbindungen und für Freitag etwa 180 Flüge.

Zuvor hieß es noch, knapp die Hälfte der an den beiden Tagen geplanten 900 Flüge müsse gestrichen werden. Bei den Flugzeugen, die noch an den Start gingen, werde auf eigene Piloten und gecharterte Maschinen zurückgegriffen.

Germanwings fliegt innerhalb Deutschlands und in Europa - größte Flughäfen sind Köln und Düsseldorf. Nicht betroffen sind die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München sowie die Verbindung auf der Kurz- und Langstrecke der Lufthansa selbst. Passagiere, deren Flug ausfällt, können auf der Germanwings-Internet-Seite kostenlos umbuchen oder zu Zielen innerhalb Deutschlands auf die Bahn umsteigen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit sieht sich nach eigener Aussage zum erneuten Streik gezwungen, da die Lufthansa in dem langwierigen Arbeitskonflikt um die Frührente für 5400 Lufthansa-Piloten auch die jüngsten Vorschläge für eine Beilegung ausschlug. „Die Gespräche sind daran gescheitert, dass Lufthansa sich nach über einem Jahr der intensiven Verhandlungen immer noch nicht bereit erklärt, mit uns endlich konstruktiv zu verhandeln“, sagte Cockpit-Vorstand Markus Wahl zu Reuters TV.

Vor allem die mögliche Abschaffung der Vorruhestandsregelung für junge Piloten sei nicht hinzunehmen. Weitere Streiks seien deshalb nicht auszuschließen, erklärte er. Lufthansa-Flugzeugführer konnten bislang mit 55 Jahren aufhören und gehen im Schnitt mit 59 Jahren in Pension. Das Management der Kranich-Airline will dieses Alter auf 61 erhöhen.

Kommentare (1)

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Herr Markus Gerle

11.02.2015, 17:50 Uhr

Einfach unglaublich. Die Streikerei geht weiter. Letztes Wochenende traf ich mich noch mit einer japanischen Freundin, die im Sommer mit 4 Kindern nach Japan fliegen wollte. Ursprünglich hatte sie an einen Flug nach Osaka mit der LH gedacht. Aber da die ja ständig streiken, nimmt sie nun doch besser die ANA, obwohl sie da viel länger zum Abflugflughafen fahren muss. Die LH hat inkl. der Germanwings inzwischen ein derart schlechtes Image, dass man sich fragt, warum da immer noch Premium-Preise für die Tickets zu zahlen sind.
Naja, vermutlich wird man bald gezwungen sein, das ständig streikende Personal endlich abzubauen.

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