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08.11.2011

14:27 Uhr

Streit bei Media-Saturn

Kellerhals zieht Klage gegen Metro zurück

Media-Saturn-Alteigner Erich Kellerhaus zieht seine Klage gegen Großaktionär Metro nun doch zurück - und begründet das mit dem angekündigten Rückzug von Eckhard Cordes aus dem Unternehmen.

Gesetzesbücher liegen auf dem Tisch in einem Gerichtssaal. dapd

Gesetzesbücher liegen auf dem Tisch in einem Gerichtssaal.

DüsseldorfIm Kampf um die Macht bei Europas größter Elektromarktkette Media-Saturn hat Alteigner Erich Kellerhals eine Klage gegen den Großaktionär Metro zurückgezogen. Dies geschehe aber nicht, weil Kellerhals von seiner Rechtsauffassung abrücke, erklärte ein Sprecher von Kellerhals. Vielmehr reagiere der Media-Saturn Minderheitsaktionär damit auf den angekündigten Rückzug von Metro-Chef Eckhard Cordes.

Kellerhals hatte mit einer einstweiligen Verfügung verhindern wollen, dass Cordes in Gesellschafterversammlungen der Media-Saturn-Holding ohne vorherige Abstimmung die Rolle eines Versammlungsleiters einnahm und externe Stenographen zu Sitzungen des Gremiums mitbringen wollte. „Der Antrag hatte zum Ziel, der Wiederholung von satzungs- und rechtswidrigen Handlungen von Herrn Cordes in Gesellschafterversammlungen der Media-Saturn-Holding GmbH einen Riegel vorzuschieben“, sagte ein Sprecher von Kellerhals' Beteiligungsgesellschaft Convergenta der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag auf Anfrage. „Wir wollten Rechtssicherheit erreichen und damit lange Auseinandersetzungen in den nächsten Sitzungen vermeiden“, betonte er. „Nachdem nun der Presse zu entnehmen ist, dass Cordes voraussichtlich nur noch einige Wochen im Amt sein wird, besteht die Hoffnung, diese Ziele auch ohne gerichtliche Hilfe zu erreichen“, fügte der Sprecher hinzu. An der Rechtsauffassung habe sich aber nichts geändert.

Das Tauziehen der Metro mit den Minderheitseignern Kellerhals und Leopold Stiefel wird die Gerichte aber weiter beschäftigen. Cordes hatte in der vergangenen Woche angekündigt, vor das Oberlandesgericht München zu ziehen. Das Landgericht Ingolstadt hatte der Metro im Oktober verwehrt, gegen den Willen der beiden Minderheitseigner durchzuregieren. Metro könne die weitreichenden Vetorechte der beiden Alteigner nicht in zentralen Fragen aushebeln. Cordes zufolge will Metro dagegen Berufung einreichen.

Cordes sind die Veto-Rechte seit Langem ein Dorn im Auge. Der Metro-Chef führt unter anderem auf diese Rechte zurück, dass Saturn erst seit wenigen Wochen über einen eigenen Internet-Shop verfügt und Media Markt erst 2012 folgen wird. Kellerhals fürchtet dagegen um sein Lebenswerk. Stiefel betont, die Mehrheitsverhältnisse hätten die rasante Expansion der Kette nicht gebremst.

Von

rtr

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