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29.10.2013

17:31 Uhr

Streit um Ausrichtung

Radeberger-Chef Baatz muss gehen

Nach nur vier Monaten im Amt verlässt Radeberger-Chef Erlfried Baatz die Firmenspitze. Hintergrund sind unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung der größten deutschen Brauereigruppe.

Radeberger sieht sich mit einem Marktanteil von rund 15 Prozent als größter Brauer auf dem deutschen Markt. dpa

Radeberger sieht sich mit einem Marktanteil von rund 15 Prozent als größter Brauer auf dem deutschen Markt.

Frankfurt/BielefeldDer Vorstandssprecher des größten deutschen Bierproduzenten Radeberger, Erlfried Baatz, muss nach nur vier Monaten an der Firmenspitze den Chefsessel räumen. Er scheide wegen „unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung der Radeberger Gruppe mit sofortiger Wirkung aus dem Unternehmen aus“, teilte der Mutterkonzern Oetker am Dienstag in Bielefeld überraschend mit. Nachfolger wird zum 1. Dezember der Berater und frühere Radeberger-Manager Niels Lorenz.

Der 58-jährige Baatz – seit 20 Jahren im Unternehmen und persönlich haftender Gesellschafter der Dr. August Oetker KG – war erst seit dem 1. Juli im Amt. Er war Nachfolger des Radeberger-Chefs Albert Christmann, der zum 1. Januar 2014 Finanzchef des Oetker-Konzerns wird. Zuvor war Baatz seit 1995 Geschäftsführer der Oetker-Tochter Henkell & Co., der Nummer zwei auf dem deutschen Sektmarkt.

Lorenz (42) ist promovierter Betriebswirt. Seit dem Jahr 2000 hatte er als selbstständiger Berater gearbeitet. In dieser Rolle habe er seit über zehn Jahren auch die Oetker-Gruppe begleitet, hieß es - nach dem Kauf der Brau und Brunnen AG 2004 zwischenzeitlich auch in der Funktion des Geschäftsführers der Radeberger Gruppe KG für die Bereiche Technik, Logistik und Finanzen.

Radeberger hat im vergangenen Jahr weniger Getränke verkauft, aber gleichzeitig den Umsatz gesteigert. Die Erlöse der Oetker-Tochter sind 2012 nach Firmenangaben um 1 Prozent auf deutlich über 1,8 Milliarden Euro gestiegen. Der Getränkeabsatz fiel dagegen um etwa 200 000 auf 13 Millionen Hektoliter.

Das Unternehmen sieht sich mit einem Marktanteil von rund 15 Prozent als größter Brauer auf dem deutschen Markt. Die Gruppe („Radeberger“, „Schöfferhofer“, „Jever“) braut an 14 Standorten mit 5500 Mitarbeitern mehr als 80 Biermarken und erzeugt in zwei weiteren Fabriken alkoholfreie Getränke wie Bionade und Selters. Konzernsitz ist Frankfurt am Main.

Von

dpa

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