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18.02.2013

13:23 Uhr

Stromkosten

Institut trommelt gegen die Energiewende

VonDana Heide

Das als industrienah geltende Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) will in einer neuen Studie zeigen, dass die Energiewende gefährlich ist für den Standort Deutschland. Doch es gibt auch andere Einschätzungen.

„Die Stromabgaben bedrohen die Industrie“

Video: „Die Stromabgaben bedrohen die Industrie“

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DüsseldorfDie Ergebnisse der Studie, die das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) am Montag vorgestellt hat, klingen dramatisch. „Die steigenden Strompreise machen nicht nur den privaten Haushalten immer mehr zu schaffen, sondern auch den Industrieunternehmen.“ Diese Entwicklung schade dem Industriestandort Deutschland.

Steige der Preis um zwei Cent je Kilowattstunde - etwa 20 Prozent - müssten die Industriebetriebe Zusatzkosten von 3,9 Milliarden Euro schultern. Besonders betroffen von einem weiteren Anstieg des Strompreises, „der vor allem durch Steuern und Abgaben für erneuerbare Energien getrieben wird“, seien energieintensive Sparten wie die chemische Industrie und die Metallbranche. Letztere müsste beispielsweise bei einem Anstieg des Strompreises um 2 Cent pro Kilowattstunde rund 710 Millionen Euro zusätzlich an Kosten tragen.

Ein erstes Alarmzeichen für das schwindende Vertrauen in den Standort Deutschland seien die „äußerst schwachen Nettoinvestitionen der energieintensiven Unternehmen“. Eine Abwanderungswelle dieser Firmen träfe die gesamte Volkswirtschaft, insbesondere was Wettbewerbsfähigkeit sowie Forschung und Entwicklung angehe. Denn mehr als 80 Prozent der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes hätten energieintensive Lieferanten.

Auch Industrieverbände machen schon seit längerem Stimmung gegen die Energiewende, etwa der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die Studie dürfte ihre Einwände gegen den Ausbau der erneuerbaren Energien befeuern.

„Die Energiewende, zu der sich die Industrie bekennt, muss auch in unserem Interesse gelingen“, sagte erst Ende Januar BDI-Präsident Ulrich Grillo. „Wir müssen hart daran arbeiten, um Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden.“ Von den Kernforderungen jeder Energiepolitik, dass Energie sicher, sauber und bezahlbar sein muss, habe Deutschland sich „deutlich entfernt“.

Doch es gibt auch gegenteilige Studien, die zeigen, dass es gar nicht so schlecht um den Industriestandort Deutschland steht. Wer nur ein bisschen genauer hinschaut, findet eine solche Studie sogar vom IW selbst. So zeigt eine im Oktober 2012 vorgestellte Untersuchung: Deutschland ist als Industriestandort so beliebt wie nie. Im Ranking der industriellen Standortqualität belegt Deutschland unter 45 Ländern derzeit den fünften Platz – seit 1995 hat sich der Standort um neun Ränge verbessert.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

18.02.2013, 14:35 Uhr

"Seine Einschätzung bestätigt eine Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Demnach sind die Strompreise bereits seit dem Jahr 2000 nahezu kontinuierlich gestiegen." Und das ist jetzt das Argument wofür?

Politikverdrossen

18.02.2013, 14:35 Uhr

Die Energiewende ist nichts anderes als eine leere Worthülse der Politik und der Medien. Ein Konzept steckt nicht dahinter aber der Begriff ist gut gewählt. Politmarketing eben.

Es ist genauso als würde man Autos verbieten und das als Verkehrswende verkaufen.

Real_Energy_Expert

18.02.2013, 14:45 Uhr

Die Energiewende ist im Prinzip nicht schädlich für den Standort Deutschland, solange man die Kosten im Griff hat. Daran fehlt es, weil vor allem die Photovoltaik und das EEG die Kosten nach oben treiben. Hier ist ein Quotenmodell, wie es z.B. die Monopolokommission befürwortet, die bessere Alternative.

Frau Kemfert vom DIW ist einseitg gedanklich unterwegs und hat von Wettbewerb innerhalb der Erneuerbaren Energien noch nie etwas gehört. Ihre Meinung kann man ebenfalls getost in die Tonne treten.

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