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02.11.2015

16:00 Uhr

Studententreffen wird zum US-deutschen Gipfel

Deutsches Harvard

VonThomas Jahn

„Prächtig entwickelt“ hat sich die German-American Conference: Das frühere Studententreffen hat sich längst zum transatlantischen Gipfel gemausert. Studenten sind weiter an Bord: als Organisatoren.

„Wirtschaftswoche“-Chefredakteurin Miriam Meckel, Helmuth Ludwig (Siemens) und Haniel-Chef Stephan Gemkow (v.l.). GAC

Panel in Harvard

„Wirtschaftswoche“-Chefredakteurin Miriam Meckel, Helmuth Ludwig (Siemens) und Haniel-Chef Stephan Gemkow (v.l.).

CambridgeLässig saß Nao auf dem Tisch, schaute einen mit seinen kugelrunden Augen an und sagte: „Hallo, ich bin der erste menschenähnliche Roboter der Welt“. Ungewöhnliche Begegnungen auf dem Campus der Elite-Universität Harvard: Neben der Maschine von Aldebaran begrüßte Thomas Gottschalk die rund 1000 Teilnehmer der German-American Conference 2015. „Ich bin ein deutscher Unterhalter - ich weiß, das ist eine seltene Spezies.“

Bei allem Spaß: Was vor acht Jahren als Studententreffen anfing, entwickelt sich langsam zu einer seriösen transatlantischen Konferenz. Neben vielen Start-ups zeigten gestandene Unternehmen wie Siemens ihre neuesten Forschungsprojekte vor. Hochrangige Vertreter aus Deutschland und Amerika diskutierten über Datenschutz, Industrie 4.0 oder Innovation.

Unter den rund 35 Sprechern befanden sich der ehemalige Weltbankchef Robert Zoellick, Michael Hayden, früherer Chef der US-Geheimdienste CIA und NSA, Stephan Gemkow, Chef der Familienholding Haniel und die Chefredakteure Kai Diekmann von „Bild“ und Miriam Meckel von der „Wirtschaftswoche“. Mehr als doppelt so viele Konferenzbesucher als noch im Vorjahr trafen sich am vergangenen Wochenende. Das Kuriose an dem Treffen: Es wird ganz und gar von einer Handvoll Studenten auf die Beine gestellt.

Ehrenamtlich schufteten 20 Deutsche und 20 Amerikaner seit gut einem Jahr an dem Projekt, holten sich Sponsoren wie die Wirtschaftsberatung McKinsey und Lufthansa heran. Das Budget lag laut Julia von Cube, Co-Vorsitzende des studentischen Organisationsteams, „im sechsstelligen Bereich“. Graue Eminenz der Konferenz ist der Politikwissenschaftler Karl Kaiser. Als der 2007 als Gastprofessor an die Kennedy School of Government der Harvard Universität kam, rief er zusammen mit Studenten die Konferenz ins Leben. „Sie hat sich prächtig entwickelt“, sagte Kaiser.

Anfangs war die Konferenz eine rein deutsche Angelegenheit. Aber in diesem Jahr weitet sie sich erstmals zum transatlantischen Treffen aus. Es helfen auch amerikanische Studenten, zudem werden mehr US-Vertreter geladen. „Deutschland kommt in der Kennedy School sehr kurz“, sagte eine deutsche Studentin, die nicht genannt werden will und mithilft. „In den Seminaren dreht sich alles um Amerika oder den Mittleren Osten. Wir wollen das ändern.“

Für die Unternehmen ist die Konferenz aus verschiedenen Gründen sinnvoll. Neben der Werbung und dem Imagegewinn suchen sie nach Talenten. Rund 700 der 1000 Teilnehmer waren Studenten, von allen erdenklichen amerikanischen Universitäten, nicht zuletzt aus Kaderschmieden wie Harvard. „Ich suche nach Talenten“, sagte Diekmann. Zahlreiche Start-ups aus Deutschland und Amerika erhofften sich ebenfalls Aufmerksamkeit.

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