Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.11.2013

12:11 Uhr

Studie

Frauenquote in Dax-Vorständen gesunken

Nur zwölf von 191: Mehr Frauen in Führungspositionen steht auf der Agenda der Politik. Darüber, wie das klappen soll, herrscht keine Einigkeit. Eine neue DIW-Studie zeigt: Von alleine passiert nichts.

Regine Stachelhaus ist als Personalchefin bei Eon ausgeschieden: Nur zwölf Vorstände in den Dax-Unternehmen sind weiblich. Reuters

Regine Stachelhaus ist als Personalchefin bei Eon ausgeschieden: Nur zwölf Vorstände in den Dax-Unternehmen sind weiblich.

BerlinDer Frauenanteil in den 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands ist einer Studie zufolge in diesem Jahr gesunken. Er sei auf 6,3 von 7,8 Prozent gefallen, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Donnerstag in Berlin mit. Unter den 191 Vorstandsmitgliedern der 30 Dax-Unternehmen befänden sich nur zwölf Frauen. „Der Rückgang signalisiert, dass mehr Frauen in Führungspositionen, insbesondere in Spitzenpositionen, kein Selbstläufer sind“, sagte die DIW-Forschungsdirektorin für Gender Studies, Elke Holst.

Aus den Vorständen ausgeschiedenen sind demnach in diesem Jahr die Personalchefinnen Regine Stachelhaus bei Eon, Luisa Deplazes Delgado bei SAP und Brigitte Ederer sowie Einkaufschefin Barbara Kux bei Siemens. Neu hinzugekommen ist nur Bettina Volkens bei der Lufthansa. Auch sie hat das Ressort Personal inne.

Frauen in DAX-Vorständen

Allianz

Hier wirkt Helga Jung als Vorstandsmitglied.

Sie war auch im Vorjahr schon im Vorstand aktiv und hat somit auch schon Zeiten erlebt, in denen der Frauenanteil in den Vorständen der DAX-30-Unternehmen höher war als aktuell: Zwischen 2012 und 2013 sank er von 7,8 auf 6,3 Prozent.

BASF

Bei BASF mischt Margret Suckale ganz oben mit. Sie ist somit eine von zwölf Frauen bei insgesamt 191 Vorstandsmitgliedern bei den DAX 30.

BMW

Milagros Caiña Carreiro-Andree ist in der DAX 30-Welt nicht nur ihres Namens wegen eine Exotin.

Frauen insgesamt sind 2013 wieder mehr in die Ecke der Sonderspezies in den Vorständen der gelisteten Unternehmen gerutscht.

Continental

Elke Strathmann lenkt bei dem Reifenhersteller die Geschicke zum Teil mit.

Dies wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Denn auch wenn gegenüber dem Vorjahr drei Frauen weniger in den Vorständen sitzen, hat sich die Zahl der Unternehmen mit weiblichen Vorstandsmitgliedern von einer Firma 2008 über sechs in 2011 auf heute zehn der 30 DAX Unternehmen merklich gesteigert.

Daimler

Christine Hohmann-Dennhardt hat es in den Vorstand eines der einflussreichsten Automobilkonzerne Deutschlands geschafft. Die Chancen auf den obersten Chefposten scheinen nach wie vor klein: Keines der zehn Unternehmen mit Führungsfrauen hat eine weibliche Vorsitzende.

Deutsche Börse AG

Hier hat Hauke Stars einen Chefsessel inne.

In Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen nehmen Frauen weit mehr Plätze ein. Waren es 2008 schon 13 Prozent, so liegt die Frauenquote in den Aufsichtsräten heute bei 21,9 Prozent. Sie scheinen damit auf gutem Kurs, die von SPD und Union geplanten 30 Prozent bis 2016 zu schaffen.

Lufthansa

Sie ist in diesem Jahr erst neu hinzugekommen: Bettina Volkens ergänzt das bisher alleinige weibliche Vorstandsmitglied Simone Menne bei der Deutschen Lufthansa AG.

Einen Ausgleich für die als Vorstände ausgeschiedenen Damen Regine Stachelhaus (E.ON AG), Luisa Deplazes Delgado (SAP AG) sowie Brigitte Ederer und Barbara Kux (beide Siemens AG) gereicht ihr Posten jedoch nicht.

Deutsche Post

Angela Titzrath hat zumindest Teile der Zügel des ehemaligen Staatskonzerns in der Hand.

Telekom

Gemeinsam mit der Lufthansa – und früher auch Siemens – gilt die Telekom als ein Vorbild in Sachen Führungsfrauen: Sie haben gleich zwei Damen auf Posten platziert: Claudia Nemat und Marion Schick.

Henkel AG

Auch der Arbeitgeber von Kathrin Menges gilt bereits seit einiger Zeit als Musterknabe – oder vielleicht besser -mädel – hinsichtlich Frauen in Vorständen.

In den Aufsichtsräten der 30 Dax-Unternehmen stieg der Frauenanteil hingegen um 2,5 Punkte auf 21,9 Prozent. „Die Dax-30-Unternehmen sind auf einem guten Weg, die von der großen Koalition für das Jahr 2016 geplante Einführung einer verbindlichen Frauenquote bei den Neubesetzungen von Aufsichtsräten in Höhe von 30 Prozent umsetzen zu können“, sagte Holst.

Die Arbeitnehmervertretungen stellten zwar noch immer die Mehrheit der weiblichen Mitglieder, doch hole die Kapitalseite auf: Von insgesamt 70 Frauen entsendete sie inzwischen 30. Das entspreche einem Anteil von 42,9 Prozent. Ende 2012 waren es 36,5 Prozent, Ende 2011 noch 29,5 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

28.11.2013, 13:21 Uhr

Wenn ich mir das Foto von Regine Stachelhaus so anschaue, dann haben wir einen weiteren Beleg dafür, dass sich Frauen in diesem Machtgetümmel einfach NICHT WOHL FÜHLEN.

Warum sie also zwingen?

Frauen KÖNNTEN zwar prima Managerinnen sein, WOLLEN es in der Regel aber nicht - keinesfalls zu dem üblichen Preis einer Voll-Hinwendung in die Arbeitswelt.

Ihnen ist NATURGEMÄSS anderes wichtiger - und das ist auch gut so.

Bin gespannt, wann die lebensfeindliche und unnatürliche These der 'Gleichstellung der Frau' genügend verkrachte, depressive und freudlose Existenzen generiert hat, um ihre Menschenverachtung für die Masse erkennbar genügend zu belegen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×