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19.11.2013

18:54 Uhr

Studie

Meetings sind für Arbeitnehmer Produktivitätskiller

Vielfach bleibt die Kreativität und Produktivität von Büromitarbeitern auf der Strecke. Die größten Hindernisse sind hierbei Meetings. Mitarbeiter wünschen sich mehr Unterstützung durch flexibleres Arbeiten.

Hier ist klar, wer die Chefin ist. Festgefahrene Hierarchien behindern oft die Produktivität und Kreativität der Mitarbeiter. dpa

Hier ist klar, wer die Chefin ist. Festgefahrene Hierarchien behindern oft die Produktivität und Kreativität der Mitarbeiter.

BerlinDie Kreativität und Produktivität von Büromitarbeitern bleibt in Deutschland einer aktuellen Studie zufolge vielfach auf der Strecke. Althergebrachte Strukturen und festgefahrene Hierarchien seien die größten Hindernisse, meinte die Mehrheit der in einer Umfrage angesprochenen Arbeitnehmer.

65 Prozent der von dem Marktforschungsunternehmen Yougov befragten Büroarbeiter gaben etwa an, dass ihrer Meinung nach etwa viele Meetings die Produktivität behindern. 64 Prozent der Befragten würde schon eine einzige gute Idee reichen, um einen guten Arbeitstag zu haben.

Es gebe großes Produktivitäts- und Kreativitätspotenzial aufseiten der Arbeitnehmer, sagte Oliver Gronau, Manager bei Microsoft Deutschland, dem Auftraggeber der Studie. Die Mitarbeiter wünschten sich aber mehr Unterstützung durch Technologie, flexibleres Arbeiten und flachere Hierarchien.

Was bei der Arbeit stresst

Verantwortung

Was sorgt im Büro für Stress? Der Personaldienstleister Robert Half hat im höheren Management nach den wichtigsten Gründen gefragt. Dabei gaben 18 Prozent der Befragten zu viel Verantwortung oder ständiges an die-Arbeit-denken auch in der Freizeit als Grund für Stress bei der Arbeit an. Nur in Tschechien können die Beschäftigten außerhalb des Arbeitsplatzes schwerer abschalten - dort gaben 28 Prozent an, dauernd an die Arbeit denken zu müssen. Auf der anderen Seite der Skala ist Luxemburg: nur fünf Prozent haben dort dieses Problem.

Stressfrei

Keinen Stress haben dagegen nur sieben Prozent der deutschen Befragten. Genauso niedrig ist der Anteil derer, die ihren aktuellen Job nicht mögen.

Druck von oben

Unangemessener Druck vom Chef nannten 27 Prozent der Befragten hierzulande als Stressgrund. In Brasilien sind es dagegen 44 Prozent.

Chefqualitäten

Wenn der Chef sich eher um sein Handicap kümmert, statt ordentlich zu führen: 28 Prozent der Befragten sind mit der Managementfähigkeit des Chefs unglücklich. Das Unvermögen des führenden Managers, das zu Stress führt, scheint in Luxemburg relativ unbekannt zu sein - nur 11 Prozent der Befragten sind dort mit den Befragten unglücklich, in Dubai sind es gar neun Prozent.

Büroklatsch

Dass unangenehme Kollegen oder fieser Büroklatsch zu Stress führen kann, ist allgemein bekannt. Dementsprechend führen auch 31 Prozent der Befragten das als Stressgrund an - der Anteil derer, die das ähnlich sehen, liegen in allen anderen Ländern fast gleich hoch - außer in Brasilien: 60 Prozent der Befragten geben unangenehme Kollegen und fiesen Büroklatsch als Stressgrund an.

Unterbesetzung

Ein weitere Stressgrund: personelle Unterbesetzung. 41 Prozent der Befragten sehen das als wichtigen Grund für Stress bei der Arbeit an - ein Wert, der fast in allen Ländern ähnlich ist.

Arbeitsbelastung

Doch am problematischsten, laut der Studie: die hohe Arbeitsbelastung. 51 Prozent der Befragten gaben dies als Stressgrund an. Deutschland liegt damit im Schnitt, auch in den anderen elf Ländern ist ein ähnlich hoher Anteil der gleichen Meinung.

Den Studienergebnissen zufolge sehen 63 Prozent der Büroarbeiter die technische Ausstattung am Arbeitsplatz als wesentlichen Faktor für ihre berufliche Entwicklung. Allerdings glauben nur 32 Prozent, dass ihr Arbeitgeber neue Arbeitsmodelle und Techniken unterstützt.

Für die repräsentative Studie wurden innerhalb von acht Tagen im Oktober 2018 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt.

Von

dpa

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