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24.08.2012

11:12 Uhr

Studie

Übergewichtige haben schlechtere Chancen im Job

Menschen mit Übergewicht haben weniger Führungsqualitäten – so urteilten Personalverantwortliche in einer Studie der Uni Tübingen. Vor allem Frauen kann Übergewicht die Karriere verbauen.

Vor allem Frauen kann Übergewicht die Karriere verbauen – so eine Studie. dpa

Vor allem Frauen kann Übergewicht die Karriere verbauen – so eine Studie.

TübingenÜbergewicht kann nicht nur die Gesundheit beeinträchtigen, sondern den Betroffenen auch eine berufliche Karriere verbauen: Dies ergab eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Tübingen, die 127 Personalverantwortliche befragten. Demnach werden dicken Menschen zum Beispiel Führungsqualitäten abgesprochen. Dies gilt insbesondere für übergewichtige Frauen.

Den Probanden wurden sechs Fotos von Personen mit unterschiedlichem Körpergewicht vorgelegt. Sie sollten einschätzen, welchen Beruf die sechs Menschen ausüben - dabei sollten sie aus einer Liste wählen. Außerdem sollten sie diejenigen benennen, von denen sie glaubten, dass sie bei einer Bewerbung um eine Abteilungsleiterstelle in die engere Wahl genommen würden.

Wege aus der Mobbing-Falle

Problem nicht ignorieren

Das Problem nicht ignorieren, sondern ernst nehmen und sich in vertraulichen Gesprächen Rat bei Kollegen oder beim Betriebsrat holen. In manchen Unternehmen gibt es Mediatoren, die bei zwischenmenschlichen Konflikten vermitteln.

Genau beobachten

Wann kommt es zu schwierigen Situationen? Was ist der Auslöser? Und was macht der Angriff mit mir? Manchmal hilft es schon, wenn man eine andere Haltung zu Personen oder Situationen entwickelt.

Wechsel überdenken

Wenn sich eine schwierige Situation über mehrere Monate hinzieht, lohnt es sich auch, über einen beruflichen Wechsel nachzudenken: Vielleicht läuft es in einer anderen Abteilung oder einem anderen Unternehmen besser.

Mit Therapeuten sprechen

Manchmal wirken sich berufliche Sorgen am Arbeitsplatz auf das ganze Leben aus und alles wirkt plötzlich trist und trüb. Wenn die Schmerzgrenze erreicht ist, können auch Psychotherapeuten wichtige Hilfestellungen geben.

Klage vermeiden

Manche Mitarbeiter überlegen, ob sie ihre Kollegen oder Vorgesetzten, von denen sie sich gemobbt fühlen, verklagen. Der Rechtsanwalt Stephan Dreismann rät davon ab: In den meisten Fällen lässt sich Mobbing nur schwer nachweisen.

„Die Ergebnisse unserer Studie sind eindeutig“, erklärte die Wissenschaftlerin Katrin Giel. „In beiden Fällen schnitten die Übergewichtigen sehr schlecht ab. Ihnen wurde fast nie ein Beruf mit hohem Prestige zugetraut und sie wurden ebenso selten für eine Abteilungsleiterstelle ausgewählt.“

Die Studie wurde im Juli im Fachjournal „BMC Public Health“ veröffentlicht.

Tipps für Bewerbung und Einstieg

Keine zweite Chance für einen ersten Eindruck

Wer beim ersten Gespräch unangenehm auffällt, für den gibt es keine zweite Chance. Wir beurteilen Menschen in den ersten drei bis fünf Sekunden- dieser Eindruck bleibt haften. Personalreferenten wissen: Wer schon beim Vorstellungsgespräch ein Gespür dafür hat, was angemessen ist, der wird auch im Job Situationen richtig einschätzen.

Wer ruft wen an?

Das Bewerbungsgespräch ist gut überstanden. Jetzt beginnt die nächste Zitterpartie: Habe ich das Rennen gemacht? Soll ich nachfragen oder abwarten? Wer nicht tagelang das Telefon fixieren möchte, sollte dies schon beim Gespräch klären. Sagen Sie, dass Sie interessiert sind und fragen Sie, wie es weiter geht.

Bewerbungs-Outfit

Wenn Sie nicht gerade in einer Kinderkrippe oder für eine Rockband vorstellen, gilt für die meisten Branchen: Männer tragen Anzug und Frauen ein Kostüm. Bis Sie ein Gefühl dafür haben, wie Ihre Kollegen erscheinen, sollten Sie das beibehalten.

Die ersten Wochen

Nachwuchskräfte aufgepasst! Unsicherheit mit Coolness zu überspielen klappt nicht. Fragen Sie erfahrene Kollegen, lernen Sie die Gepflogenheiten des Unternehmens kennen. Üben Sie sich in Bescheidenheit- das erste große Projekt kommt bestimmt, und dann können Sie Ihrem Übermut freie Fahrt gewähren.

Auch wenn Sie privat andere berühren oder Gespräche aus nächster Nähe führen- kommen Sie Kollegen und Geschäftspartnern nicht zu nahe! Die Distanzzone liegt bei einigen bis zwei Metern.

Wer ist der Neue?

Neue Kollegen bedeuten Stress für alle, denn Ihre Mitarbeiter sorgen sich vielleicht, dass ihre Routine durcheinandergewirbelt wird oder dass ihr Job in Gefahr ist. Sympathiepunkte sammelt man jetzt durch Interesse und Respekt. Tipp: Schmeicheln Sie den neuen Kollegen, und machen Sie Bemerkungen über vergangene Projekte, die Ihnen gefallen haben.

Das gekonnte Selbstmarketing

Der erste Tag ist fast überstanden, dann soll man sich in großer Runde vor allen Kollegen vorstellen. Bereiten Sie sich gut vor. Wichtig ist, Berufserfahrung und Ausbildung sachlich und Knapp auf den Punkt zu bringen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit dabei auf Ihre größten Erfolge. Verkaufen Sie nicht mehr, als Sie liefern können.

In der Ruhe liegt die Kraft

Nur wer in Stress- Situationen Höflichkeit und Respekt wahrt, beweist, dass er umgänglich ist. Auch wenn es schwerfällt, sollten Sie Verärgerung nicht offen zeigen. Eine wutverzerrte Miene wirkt nicht souverän. Hören Sie sich die Argumente Ihres Gegenübers ruhig an. Beschreiben Sie, was Ihnen Probleme macht, ohne Kollegen zu beschuldigen.

Richtiger Umgang mit Mails

Gerade wenn man seinen Ansprechpartner nicht kennt, verfällt man oft in gestelztes Briefdeutsch. Besser ist es, so zu formulieren, wie man es mündlich tun würde. Allerdings sollte ein guter Ton gewahrt bleiben: Verzichten Sie unbedingt auf saloppe Smileys und auf Abkürzungen („MFG“ statt „Mit freundlichen Grüßen“). So viel Zeit sollte sein.

Grundkurs Netikette

Nur weil es eine E-Mail ist, sollten Sie nicht automatisch "Hallo Frau Meyer" oder "Lieber Herr Müller" schreiben. Das "Sehr geehrte Frau Schulze" ist durchaus nicht altmodisch. E-Mails erreichen ihre Adressaten schnell- das heißt aber nicht, dass diese ebenso schnell antworten müssen. Geben Sie ihnen zwei bis drei Tage Zeit, oder vermerken Sie in der E-Mail, dass es eilt. Entgegen allen Gerüchten: Großbuchstaben sind noch nicht aus der Mode. Rechtschreibung und Grammatik sind auch bei E-Mails essenziell.

Ordnung muss sein! Vergessen sie nie eine aussagekräftige Betreffzeile, denn die hilft dem Empfänger, seine E-Mail-Flut zu ordnen. Anlagen sollten Sie in gängigen Dateitypen verschicken und darauf achten, dass Sie mit großen Datenmengen nicht das Postfach des Adressaten verstopfen.

Entspannungsphase

Im Meetingraum, beim Geschäftsessen oder bei offiziellen Anlässen dürfen Sie Ihr Jackett oder ihre Kostümjacke erst ablegen, wenn die Gastgeber Sie dazu auffordern oder es vormachen. Stoßen sie zu einer Gruppe, die sich bereits "entspannt", fragen Sie erst. Werden Ihnen Getränke angeboten, sollten Sie annehmen. So geben Sie Ihrem Gegenüber die Möglichkeit, ein guter Gastgeber zu sein. Mit exotischen Wünschen (Bananensaft, Brennnessel-Tee) bringen Sie Ihren Gastgeber allerdings in Verlegenheit.

Quelle: www.trust-wi.de

Von

dapd

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

24.08.2012, 11:52 Uhr

Wir brauchen sofort eine Quote für Übergewichtige und ganz besonders für übergewichtige Frauen.

cashca

25.08.2012, 16:12 Uhr

Ein großer Teil der Übergewichtigen ist aber auch selber Schuld. Sie essen und essen -- bis zum Platzen.
Das lässt natürlich auf fehlende Disziplin schließen.
Wer sich selbst nicht im Griff hat, wie soll der andere Dinge in Griff bekommen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber Zunächst mal ist es eben kein einladender Eindruck, wenn jemand kaum durch die Türe kommt. Wenn man sie alle so beobachtet, was sie essen- wieviel sie essen--na dann-
mich wundert da nichts mehr.
Entsprechend viele Dicke gibt es auch. Fazit: FDH und es wird besser...und mindestens einen Fasttag in der Woche...

kurzvorScheintod

28.08.2012, 19:11 Uhr

nicht nur Übergewichtige! Es will auch keiner Mitarbeiter über 38 haben oder Behinderte.

da muss man sich andere Nischen suchen - Dasein als abhängig Beschäftigter wird da nichts.

fürs Hässlichsein und Fettsein kann man ja meistens nichts.

die Piraten haben hier letztens mit anonymen Bewerbungen angefangen - Alter, Aussehen, Familienstand, Geschlecht -- war alles egal

nur die bisherigen beruflichen Abschnitte und Zeugnisse musste man mitteilen.

ich finde, vor allem die Altersdiskriminierung ist in Deutschland ein Problem, noch vor der Diskriminierung von Adipösen, Hässlichen, Migranten und Behinderten.

Frauen werden noch am Wenigsten diskriminiert, was sich allein schon aus ihrer Berufswahl ergibt. Die haben sich nunmal andere Berufsfelder erschlossen.

ab 38 kann man nur noch auswandern, um eine Stelle zu finden. Damit gilt man in Deutschland als Scheintoter. Da ich das weiß bewerb ich mich inländisch gar nicht erst.

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