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27.09.2013

16:26 Uhr

Studie

Veranstaltungsbranche verliert an Umsatz

Für die Veranstaltungsbranche läuft es derzeit nicht rund: Der Markt hat einen Umsatzrückgang von 16 Prozent verbucht. Klassische Musik ist besonders schwer betroffen. Der große Gewinner heißt deutscher Schlager.

Der deutsche Schlager profitiert insbesondere von Interpreten wie Helene Fischer. Die großen Verlierer heißen Opernhäuser und Veranstalter klassischer Konzerne. Reuters

Der deutsche Schlager profitiert insbesondere von Interpreten wie Helene Fischer. Die großen Verlierer heißen Opernhäuser und Veranstalter klassischer Konzerne.

HamburgDie Veranstaltungsbranche in Deutschland musste im vergangenen Jahr einer Studie zufolge Umsatzeinbußen und schwindende Besucherzahlen hinnehmen. Insgesamt verzeichnete die Konzertveranstalter, Musicals, Theater oder Opernhäuser im Vergleich zum Rekordjahr 2011 einen Umsatzrückgang von 16 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro, wie die repräsentative Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung ergab. Der durchschnittliche Ticketpreis ging von 32,30 auf 30,20 Euro zurück.

Es sei zu erwarten gewesen, dass sich nach dem Spitzenjahr 2011 der Zuwachs nicht kontinuierlich fortschreibe, erklärte der Chef des Bundesverbands der Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, bei der Präsentation am Freitag in Hamburg. „Sorgen bereitet mir allerdings der zunehmende Besucherrückgang.“ Wurden 2012 noch über 122 Millionen Tickets verkauft, waren es 2012 nur noch 110 Millionen (minus 10 Prozent).

70 Prozent der Veranstaltungen waren Musikveranstaltungen. Bei ihnen fällt das Fazit für 2012 ganz unterschiedlich aus. Während Deutsche Schlager (plus 25 Prozent) und deutschsprachiger Rock/Pop (plus 27) zu den Gewinnern zählten, mussten Opernhäuser laut Studie Umsatzeinbußen von 33 Prozent verbuchen.

„Schlager liegt im Trend“, sagte Michow. Die großen Stars Helene Fischer und Andrea Berg hätten deutlich positive Impulse gesetzt. Künstler wie Kraftklub, Tim Bendzko oder Philipp Poisel sei der Erfolg im Bereich deutschsprachiger Rock/Pop zu verdanken, ergänzte Konzertagent Philipp Jacob-Pahl. „Sie geben nicht die größten Konzerte aber dafür viele.“

Dass die Opernhäuser oder die Veranstalter klassischer Konzerte (minus 32 Prozent) verloren haben, liegt nach Ansicht von Michow an dem Spitzenjahr 2011, dass nur schwer zu wiederholen sei.

Unangefochten bleibe der Erfolg großer Festivals wie Rock am Ring oder das Wacken Open Air. „Heavy Metal ist immer noch da“, sagte Wacken-Gründer Holger Hübner. Für 2014 habe es einen Rekordansturm gegeben: „Wir waren innerhalb von 44 Stunden ausverkauft.“

Insgesamt zeigten die Zahlen nicht, dass es der Branche schlechter gehe, betonte Michow. So unterliege der Markt generellen Schwankungen und das Tour-Angebot sei nicht immer gleich groß. Klar gebe es nach einem Erfolgsjahr wieder Einbrüche, sagte auch Veranstalter Maik Klokow von „Mehr! Entertainment“. „Aber über mehrere Jahre betrachtet ist der Markt sehr stabil.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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Nachwuchs

27.09.2013, 19:07 Uhr

Verluste für Operhäuser usw.? In Zeiten von Minijobber, Hartz IV, Minijobber usw. sollte man einmal die Preise bzw. Gagen überprüfen.Wer meint, der Wucher muß zuschlagen, ist in der heutigen Zeit fehl am Platz.

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