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31.07.2013

10:40 Uhr

Studie zu Mitarbeiterbefragungen

Wenn der Chef Angst vor der Wahrheit hat

Ein kollegiales Arbeitsklima und eine Vertrauenskultur können den wirtschaftlichen Erfolg einer Firma positiv beeinflussen. Doch nicht jeder Chef hat den Mut, seine Mitarbeiter nach ihrer ehrlichen Meinung zu fragen.

Mitarbeiterbefragungen sind ein sensibles Thema.

Mitarbeiterbefragungen sind ein sensibles Thema.

DüsseldorfSechs von zehn Unternehmen verzichten noch immer darauf, ihre Führungskräfte durch die eigenen Mitarbeiter bewerten zu lassen. Die Chance, Fehlentwicklungen im Management rechtzeitig zu erkennen, lässt die Mehrheit der Firmen damit ungenutzt verstreichen.

Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Motivation gerade der besten Mitarbeiter wegen der fehlenden Einbindung leidet. Das sind Ergebnisse der Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ der Personalberatung Rochus Mummert.

Welche Management-Fehler fatal für Firmen sein können

Fehler eins

Frühwarnsignale, z.B. für Markt- oder technologische Veränderungen, werden nicht wahrgenommen oder sogar aktiv verdrängt.

Fehler zwei

Regulatorische und politische Einflüsse auf die künftige Unternehmensentwicklung werden systematisch unterschätzt.

Fehler drei

Markt- und Kundenveränderungen werden im Vorstand nicht (hinreichend) analysiert und diskutiert.

Fehler vier

Geschäftsmodelle werden nicht kritisch reflektiert.

Fehler fünf

Man hält zu lange an traditionellen (und bislang erfolgreichen) Vorgehensweisen fest.

Fehler sechs

Es mangelt an Mut, gegen die herrschende Meinung zu argumentieren.

Fehler sieben

Bei spürbaren Veränderungen wird zu zögerlich gehandelt, man ergeht sich in Aktionismus und Effekthascherei "auf der Bühne" ohne konkrete Maßnahmen.

Fehler acht

Es fehlt eine klar und überzeugend kommunizierte Veränderungsvision und Strategie.

Quelle

Umfrage unter Partnern von Roland Berger Strategy Partners. Zitiert in „Gute Führung“ von Burkhard Schwenker und Mario Müller-Dofel. Erschienen 2012 bei BrunoMedia Verlag.

„Mitarbeiterbefragungen gehören zwar zu den beliebtesten Managementinstrumenten in deutschen Unternehmen, wie auch unsere Studie belegt“, sagt Studienleiter Hans Schlipat. „Allerdings werden hier oft die falschen Fragen gestellt. Denn es macht schon einen deutlichen Unterschied, ob ich meine Mitarbeiter befrage, wie ihnen ihr Arbeitsumfeld behagt, oder ob ich beispielsweise wissen möchte, wie gut der direkte Vorgesetzte die Abteilungsziele vermitteln kann.“

Eine Befragung, bei der die vermutlich unangenehmsten Themen einfach ignoriert werden, sollte aber eigentlich besser gleich ganz gelassen werden, wenn die Führungskräfte weiterhin von ihren Mitarbeitern ernst genommen werden möchten.

Kommentare (1)

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ThomasBittner

31.07.2013, 12:31 Uhr

Mitarbeiterbefragungen sind wichtig - nicht nur wg. des Feedbacks, sondern auch als Signal der Wertschaetzung - aber leider nicht alles. Die naechste Barriere ist die Umsetzung der Erkenntnisse aus der Befragung. Gerade das Thema Mitarbeiterfuehrung wird selten angegangen. Dabei ist es gar nicht so schwierig, seine Mitarbeiter effektiv (Zufriedenheit, Bindung) und mit guten Ergebnissen im Hinblick auf die Mitarbeiterleistung zu fuehren, siehe www.transformationale-fuehrung.de

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