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24.04.2013

19:41 Uhr

Stühlerücken

Bei Hochtief müssen wieder zwei Manager gehen

Zwei Monate nach dem angekündigten Verkauf des Hochtief-Servicegeschäfts verlassen zwei hochrangige Manager die Obergesellschaft Solutions. Der Grund: Unterschiedliche Auffassungen zur Geschäftspolitik.

Beim Baukonzern Hochtief dreht sich das Personalkarussell weiter. dapd

Beim Baukonzern Hochtief dreht sich das Personalkarussell weiter.

EssenAus dem Vorstand der Hochtief-Tochter Solutions sind zwei Manager mit sofortiger Wirkung ausgeschieden. Die Vorstandsmitglieder Ullrich Reinke und Wolfgang Homey hätten das Unternehmen wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Geschäftspolitik verlassen, teilte Hochtief am Mittwoch in Essen mit. Nähere Angaben dazu wollte eine Sprecherin auf Anfrage nicht machen.

Mit dem Hochtief-Servicegeschäft hatte der spanische Konzernchef Marcelino Fernández Verdes Ende Februar wichtige Teile des Geschäfts von Solutions zum Verkauf gestellt. Etwa jeder zweite der insgesamt rund 10 000 Beschäftigten von Hochtief-Solutions wäre von den Verkaufsplänen betroffen, der größte Teil davon in Deutschland. Die Hochtief-Tochter ist innerhalb des Konzerns für das Europageschäft zuständig.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Erst im vergangen Monat hatte der Hochtief-Konzernbetriebsrat vor einer Hängepartie durch den angekündigten Verkauf gewarnt. Für viele sei das „Maß voll“, sagt Betriebsratschef Best damals in einem Interview mit dem „Handelsblatt“. IG Bau-Chef Klaus Wiesehügel hatte zuvor vor einer Neuausrichtung auf Kosten der Beschäftigten gewarnt und einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für mehrere Jahre gefordert.

Die spanische Hochtief-Mutter ACS hat im vergangenen Jahr mehr als 1,9 Milliarden Euro Verlust eingefahren und will nun vor allem ihren Schuldenberg abbauen. Der Baukonzern hatte Mitte 2011 die Mehrheit bei Hochtief übernommen. Der langjährige ACS-Manager Fernández Verdes hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt Ende vergangenen Jahres angekündigt, die Profitabilität bei dem Essener Unternehmen erhöhen zu wollen. Einer Zerschlagung hatte er jedoch eine Absage erteilt.

Von

dpa

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