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11.04.2006

11:16 Uhr

Suche nach Mitarbeitern

UBS zahlt Kopfgeld

VonOliver Stock

Die Schweizer Großbank UBS hat ein Personal-Rekrutierungsprogramm aufgelegt, um neue Mitarbeiter zu finden. Seit Jahresbeginn erhält jeder UBS-Mitarbeiter weltweit eine Prämie, wenn er dafür sorgt, dass die Bank einen neuen Mitarbeiter gewinnen kann.

ZÜRICH. Je nach Aufgabe variiert die Prämie für Schweizer Mitarbeiter zwischen 3 000 Franken (2 000 Euro) für einen einfachen Kundenbetreuer, den sie empfehlen, bis zu 5 000 Franken für einen Mitarbeiter, der Führungsaufgaben übernimmt. Der Tarif ist nach Angaben einer Sprecherin weltweit etwa der gleiche. Vorgeschlagene Kandidaten durchlaufen anschließend das ganz normale Bewerbungsverfahren. Bezahlt wird die Prämie, wenn der neue Mitarbeiter die dreimonatige Probezeit überstanden hat. Die ersten Prämien des Programms werden deswegen gerade erst ausbezahlt. Ergebnisse, wie viele Mitarbeiter auf diese Art bereits gewonnen werden konnten, nennt die UBS noch nicht. Allerdings sei das Programm positiv aufgenommen worden, sagte eine Sprecherin.

Hintergrund für das Rekrutierungsprogramm ist das stürmische Wachstum der Schweizer Großbank. Die UBS hat im vergangenen Jahr ihren Gewinn um 75 Prozent auf 14 Mrd. Schweizer Franken gesteigert und damit erneut einen Rekordwert verbucht. Das Ziel für die Eigenkapitalrendite hob die UBS auf 20 Prozent an, „nach Steuern“. Die Bank lebt wie beinahe alle Schweizer Finanzkonzerne vor allem von Geld, das sie im Auftrag privater und institutioneller Kunden betreut. In dieser Disziplin ist die UBS Weltmarktführerin. Rund 700 000 vermögende Kunden zählt sie, den Geschäftsbereich USA, der extra geführt wird, nicht einberechnet. 148 Mrd. Franken Neugeld flossen im vergangenen Jahr hinzu, so dass die Bank Ende Dezember 2,7 Billionen Franken verwaltete. Das Wachstum lag damit bei 25 Prozent. Die Sparte Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden konnte vor allem in Asien und Europa neue Anlagesummen hinzugewinnen. Traditionell ist Deutschland einer der wichtigsten Märkte. 22 Mrd. Euro lautet die Summe, die zum Jahreswechsel allein von deutschen Kunden der UBS anvertraut worden war. Vor allem Kundenberater sind es, die jetzt mit Hilfe des Rekrutierungsprogramms gesucht werden. Die Bank hat ihren Mitarbeiterstamm in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf heute rund 70 000 Beschäftigte erweitert. Allein in der Schweiz zählt die UBS derzeit rund 600 offene Stellen.

Das Programm ist in der Schweiz, wo die Arbeitslosenquote konstant unter vier Prozent liegt, nicht ungewöhnlich. Banken wie Credit Suisse und die Zürcher Kantonalbank – aber auch Beratungsunternehmen wie KPMG und Pricewaterhouse Coopers – zahlen Vermittlungsprämien, die allerdings alle eher niedriger ausfallen als die des Branchenprimus UBS. Auch in der Industrie kennen Firmen das Verfahren. Sowohl bei Siemens Schweiz wie beim Pharmakonzern Novartis sind Prämien für neue Mitarbeiter üblich.

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