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08.01.2015

09:27 Uhr

Suche nach „One-Night-Stands“

Uber verärgert Kunden mit Datenauswertung

Uber macht sich einen Spaß daraus, Daten von Kunden auszuwerten – etwa danach, ob sie eine Nacht bei einem Liebhaber verbracht haben. Die Analysewut des Konzerns hat Kritik ausgelöst. Doch Uber verteidigt sich.

Uber ist umstritten – bei der Politik, bei Taxifahrern und nun macht sich der Fahrdienstvermittler auch bei Kunden unbeliebt, da er ihre Daten auswertet und seltsame Schlüsse zieht. AFP

Uber ist umstritten – bei der Politik, bei Taxifahrern und nun macht sich der Fahrdienstvermittler auch bei Kunden unbeliebt, da er ihre Daten auswertet und seltsame Schlüsse zieht.

BerlinDer umstrittene Fahrdienstanbieter Uber hat Medienberichten zufolge Nutzungsdaten von US-Kunden nach möglichen Fahrten zu nächtlichen Stelldicheins ausgewertet. Der Deutschland-Chef von Uber, Fabien Nestmann, verteidigte im ARD-Magazin „Panorama“ und in der „Berliner Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) die umfangreiche Sammlung von Nutzerdaten und bezeichnete die Uber-Analyse von möglichen One-Night-Stands seiner Kunden als „analytisches Spiel“.

Den Berichten zufolge hatte Uber in einem inzwischen gelöschten Blog-Eintrag beschrieben, wie Datenexperten des Konzerns in den USA Fahrgäste herausgefiltert haben, die nachts und am frühen Morgen zwei Fahrten buchten, bei denen der Abfahrtsort der zweiten in einem Radius von 160 Metern vom Absetzpunkt der ersten Fahrt lag. Auf Grundlage der Daten habe Uber Karten von US-Städten veröffentlicht, in denen die Bezirke mit vermeintlich besonders vielen One-Night-Stands rot eingefärbt worden seien.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

„Man kann aus sämtlichen Auswertungen Rückschlüsse ziehen, die helfen können, das Angebot zu verbessern“, sagte Nestmann der „Berliner Zeitung“ und „Panorama“. Uber müsse dies tun, dies sei ein „Teil des Konzeptes“ des Fahrdienstanbieters. Gelöscht werden Nutzerdaten seinen Angaben zufolge nur, wenn ein Nutzer das Unternehmen dazu auffordere. Künftig werde sich Uber aber darauf konzentrieren, „sinnvolle Auswertungen zu machen“, führte Nestmann aus.

Von

afp

Kommentare (1)

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Frau Ich Kritisch

08.01.2015, 10:31 Uhr

tja, billig ist eben doch teuer. Man zahlt mit seinen Daten!

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