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16.05.2013

07:57 Uhr

Talk bei Anne Will

Wenn die Kollegen mobben

VonJakob Struller

Der Fernsehfilm „Mobbing“ gab der folgenden Anne-Will-Sendung das Thema vor: Schikane am Arbeitsplatz. Es wurde viel erklärt und wenig diskutiert – auch, weil niemand einem Betroffenen widersprechen wollte.

ARD-Moderatorin Anne Will. dpa

ARD-Moderatorin Anne Will.

DüsseldorfWortlos wendet sie sich ab, lässt ihn in seinem Büro zurück. Ob sie wiederkommt, bleibt offen. Dramatisch endet der Film „Mobbing“, der am Mittwoch den ARD-Themenabend einläutet. Der Protagonist wird von einer neuen Chefin aus seiner Stelle getrieben, verzehrt sich im Kampf um seinen Arbeitsplatz, entfremdet sich von seiner Frau, gewinnt schließlich vor Gericht.

„Aber viel war nicht mehr übrig von diesem Menschen“, sagte nur Augenblicke nach der emotionalen Schlussszene Christina Frank. Sie betreut bei Verdi unter anderem Mobbingopfer aus dem Einzelhandel und saß am Mittwochabend in der Diskussionsrunde bei Anne Will. Der Talk sollte direkt im Anschluss an den „radikal subjektiven Film“ – wie die Moderatorin sagte – eine distanzierte Analyse des Themas liefern.

Schritte zu Ihrem Traumjob

Die Firma wechseln

Wenn Ihr Beruf gut zu Ihnen passt und das Richtige für Sie ist und Ihre Unzufriedenheit daher kommt, dass Ihre Lebensmotive sich nicht mit der Philosophie Ihres Arbeitgebers in Einklang bringen lassen, machen Sie den gleichen Job in einem Unternehmen oder einer Branche, die besser zu Ihnen passt!

(Quelle: Angelika Gulder, „Finde den Job, der dich glücklich macht“)

Die Umstände verändern

Wenn das Unternehmen, in dem Sie beschäftigt sind, wunderbar zu Ihnen passt, Sie aber mit Ihrer Tätigkeit nicht mehr zufrieden sind, könnten Sie versuchen, in Ihrem aktuellen Job mehr von Ihrer Berufung zum Ausdruck zu bringen oder innerhalb des Unternehmens, wenn es möglich ist, eine neue Stelle zu finden. Und wenn Sie sich zum Beispiel mehr Internationalität wünschen, fragen Sie nach, ob Sie für Ihr Unternehmen einige Zeit ins Ausland gehen können!

Die Stufe wechseln

Möglicherweise ist Ihnen klar geworden, dass Sie nur unzufrieden sind, weil Sie eigentlich schon lange einen Schritt auf der Karrieretreppe nach oben gehen wollten, sich aber bisher immer mit dem zweiten Platz zufrieden gegeben haben. Jetzt möchten Sie mehr Verantwortung und sind sicher, dass Sie auf die nächste Ebene gehören. Dann machen Sie den nächsten Karriereschritt!

Den Beruf wechseln

Vielleicht haben Sie auch erkannt, dass Sie dort, wo Sie sind, nicht hingehören. Nicht in das Unternehmen, die Branche, die Tätigkeit und zu den Menschen, die Sie umgeben. Dann hilft nur eins: Ein Neustart! Machen Sie eine Weiterbildung, bewerben Sie sich als Quereinsteiger auf Ihren Traumjob oder machen Sie sich mit einer Idee, die zu Ihnen und Ihrer Berufung passt, selbstständig!

Tatsächlich machte die Runde dem Zuschauer deutlich, dass der Film nur bedingt einen typischen Fall darstellte. Er zeige gut, wie Mobbing aussehen kann, sagte Psychotherapeut Joachim Bauer. In diesem Fall wurden dem Betroffenen unter anderem Schritt für Schritt Kompetenzen entzogen. Die gezeigte Verzweiflung, bis hin zur Depression, sei ebenfalls realistisch. Allerdings verhalte sich der Charakter des Films geradezu mustergültig falsch, so Bauer. So schalte er sofort in den „Kampfmodus“ als die neue Chefin ankommt. „Und vor allem sucht er nie das Gespräch, er öffnet sich niemandem. In einer Szene mit seinen Freunden gibt er sich fast arrogant.“

Neben Bauer und Frank saßen im Studio Eberhard Hesse, langjähriges Mobbing-Opfer und Buchautor sowie Florian Gerster, ehemaliger Leiter der Bundesanstalt für Arbeit und Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Insgesamt war sich die Runde einig: Mobbing ist schlimm und auf keinen Fall zu verharmlosen.

Kommentare (5)

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schmiermichl

16.05.2013, 09:58 Uhr

google: der pensionär de lux TAZ.de

was will denn dein flori gerster,der seiner seilschaft millionenaufträge ohne ausschreibung zuschusterte und ein ausgewiesener befürworter des sozialabbaus ist,sich selbst natürlich ausgenommen.

das INSM mietmaul mit staatsgeldern dauergepampert kann in soner runde nur schmieriges mitleid heucheln

hermann.12

16.05.2013, 10:28 Uhr

Mobbing geht Hand in Hand mit Korruption und Vorteilsnahme und hat deshalb auch viel mit Lobbyismus zu tun, zumindest in gehobenen Positionen. Letztlich wird viel zu viel über Kuhhandel und faule Kompromisse geregelt. Niemand will dagegen anstinken aus Angst die Eitelkeit der mächtigen Strippenzieher zu verletzten und selbst unter Beschuss zu geraten.
Mobbing, wie hier geschildert, richtet sich nicht primär gegen die Person, sondern diese Angriffe sind Mittel zum Zweck um Interessen Dritter oder eigene Interessen zu bedienen.
Das Problem dabei ist, dass diese Methoden längst zum selbstverständlichen Repertoire unserer "Führungskultur" geworden sind. Solche Leute gelten als "clever" und werden ob ihres Geschicks befördert, statt ausgeschlossen. Wer da nicht mitspielt, bekommt von vorneherein gar keine Chance mehr oder wird im Nachhinein gemobbt.
Häufig wird solches Verhalten mit dem "höheren Zweck" begründet, weil die Akteure sich von vorneherein als kompetenter definieren, in Wirklichkeit aber nur zu dumm und eitel sind, sich selbst in Frage zu stellen.
Auch der Drang im Rechtsstaat jegliche Beurteilung jenseits der Beweisbarkeit z.B. bei Bewerbungen, Kopfnoten in Zeugnissen etc. für illegal zu erklären, befördert letztlich diese Entwicklung, denn dem skrupelosen Egoisten werden damit alle Trümpfe in die Hände gespielt. Man erreicht also letztlich das Gegenteil der Absicht, weil solche Beurteilungen in den Schatten gedrängt werden, statt öffentlich angreifbar zu bleiben.
Gerade Personalräte im öffentlichen Dienst sind zu dem bekannt dafür eher einen gewissen Opportunismus zu pflegen, deshalb kann ich die Überraschung Gersters nur in dem Sinne verstehen, dass er niemals über die Oberfläche hinaus gekommen ist.
Auch der Fall Guttenberg war bis zum Aufdecken der Plagiate zu einem guten Teil eine Mobbingkampagne. Dazu gehören die Angriffe gegen Ihn als er den Kapitän der "Gorch Fock" beurlaubte ebenso wie die Vorwürfe wegen der Entlassung Schneiderhans.


H.

mailmalwas

16.05.2013, 10:35 Uhr

Es ist richtig das die "Bosse" - angestsachelt von der GL - die Aufgabe haben Mitarbeiter die ihre Arbeit sehr gut machen zu "entsorgen". PEr mobbing. Die eigene Erfahrung zeigt das auch, wenn man den Vorgesetzten involviert, dieser Mobbing gewähren lässt durch eine Kollegin und der Teamleiterin . Bis heute erlebe ich dieses "Trauma" und habe mich mehr oder minder in die AL geflüchtigt um erstmal wieder mich aufzubauen. Man steht alleine da und die mobber haben immer noch ihre Jobs und agieren weiterhin. Gerade im Bildungsbereich geht es so zu...

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