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08.08.2015

10:31 Uhr

Tankstellen

Spritpreise nerven Tankstellenbetreiber

Das schnelle Auf und Ab der Preise an der Tankstelle geht nicht nur Autofahrern auf die Nerven. Sondern auch den Pächtern. Denn sie verlieren dadurch Umsatz im Tankstellenshop – und davon leben sie.

Das Geschäft mit Benzin wird für die Betreiber zur Nebensache.

Westfalen-Tankstelle

Das Geschäft mit Benzin wird für die Betreiber zur Nebensache.

MindenDie Pächter von Tankstellen ärgern sich über die ständigen Preiswechsel an den Zapfsäulen. Bis zu 14 Mal am Tag ändere sich der Kraftstoffpreis, sagte Sigrid Pook, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche Deutschland (BTG), der Nachrichtenagentur dpa. Zwischen 17 und 19 Uhr koste der Sprit am wenigsten; die Preisdifferenz zum Vormittag könne zehn Cent und mehr betragen.

„Das macht den Betreibern zu schaffen, weil sie im Shop auf ihren Frühstücksangeboten sitzenbleiben“, sagte Pook. Viele Autofahrer steuerten zum Tanken gezielt nachmittags und abends die Tankstellen an. Am Abend aber werde weniger gekauft; die Kunden wollten dann meist schnell von der Tankstelle wieder herunter.

Die Pächter verlieren nach Angaben des Verbandes so rund 1000 Euro Umsatz monatlich im Backwaren-Segment, etwa für belegte Brötchen. Weitere 300 Euro gehen beim Umsatz mit Kaffee verloren. Die Pächter wünschen sich für ihr Shopgeschäft einen stabilen mittleren Preis, doch das ist nicht realistisch.

Die beliebtesten Tankstellen der Deutschen

Platz 10

Avia - 2,2 Prozent der Autofahrer tanken hauptsächlich dort.

Platz 9

Agip - 2,5 Prozent

Platz 8

OMV - 3,4 Prozent

Platz 7

Star - 4,7 Prozent

Platz 6

Total - 7,3 Prozent

Platz 5

Jet/Conoco 9,9 Prozent

Platz 4

Esso - 12,2 Prozent

Platz 3

Shell - 15,9 Prozent

Platz 2

Aral - 22,9 Prozent

Platz 1

28,3 Prozent der deutschen Autofahrer tankten 2014 hauptsächlich bei freien Tankstellen.

Quelle: VuMA/Statista

Der Treibstoffabsatz ist seit Jahren rückläufig, die Zahl der Tankstellen schrumpft dagegen langsamer. So wird der Wettbewerb immer härter. Durch die Markttransparenzstelle des Bundeskartellamtes können die Autofahrer zudem schnell und zuverlässig die günstigste Tankstelle ansteuern. „Das führt dazu, dass die Preisbewegungen überhitzen“, sagte Pook.

Der Pächter einer Tankstelle erwirtschaftet im Jahr im Westen Deutschlands einen Gewinn von 38.410 Euro, im Osten 34.637 Euro. Von diesem Gewinn stammen 57 Prozent aus dem Shopgeschäft und nur 18 Prozent aus den Provisionen für den Benzin- und Dieselverkauf. Der Rest entfällt auf Autowäsche, Dienstleistungen und Nebengeschäfte.

Tankstellen verkaufen knapp vier Millionen Liter Kraftstoff pro Jahr, doch behalten daraus nur Provisionserlöse von 54 485 (West) Euro bzw. 53.272 Euro (Ost).

Die Shopumsätze liegen bei 951.700 Euro im Westen und 734.200 Euro im Osten. Davon entfallen 61 Prozent auf Zigaretten sowie knapp zweistellige Anteile auf Getränke und Telefonkarten.

Von

dpa

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