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26.05.2014

12:55 Uhr

Tarifkompromiss

Tui-Fly-Mitarbeiter tauschen Lohn gegen Zukunft

Es ist ein Tauschhandel der ungewöhnlichen Art: Mitarbeiter der Tui-Tochter Tui-Fly werfen zwei Nullrunden in die Waagschale und erkaufen sich damit das Versprechen, dass in die Zukunft ihrer Jobs investiert wird.

Boeing 737-800 von Tui-Fly: Für Piloten gilt der ausgehandelte Deal nicht. dpa

Boeing 737-800 von Tui-Fly: Für Piloten gilt der ausgehandelte Deal nicht.

Hannover/LondonDas Kabinen- und Bodenpersonal bei der Tui-Fluggesellschaft Tui-Fly hat sich auf einen besonderen Tarifkompromiss eingelassen. Die rund 1900 Mitarbeiter verzichten die nächsten zwei Jahre lang auf Einkommenserhöhungen und erkaufen sich mit diesen Reallohnverlusten Zusagen für Investitionen. Das sagte Tui-Fly-Geschäftsführer Dieter Nirschl der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Demnach willigten Flugbegleiter und Servicekräfte ein, erst zum März 2016 und 2017 je 2,5 Prozent Einkommensplus zu erhalten. Die Gewerkschaft Verdi koppelte das Zugeständnis aber an ein Wachstumsversprechen, wonach unter anderem die Tui-Fly-Flotte von 38 auf 41 Flieger wachsen soll. Gelingt der Ausbau nicht, legen die Verdienste rückwirkend zum März 2014 um 3,5 Prozent jährlich zu.

„Voller Schub“: Ferienflieger Tuifly soll kräftig sparen

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Offenbar verlangt Tui von seinem Ferienflieger Tuifly einen Sparkurs in Millionenhöhe. Im Rahmen des Programms „voller Schub“ soll vor allem beim Personal gespart werden. Das Geld soll in die Flotte fließen.

Fest steht dagegen, dass die Technikersparte in Hannover schrumpfen muss. 70 der 300 Technikerstellen fallen weg. Künftig werde es in Hannover nämlich keine Jahresüberprüfungen (C-Checks) der Tui-Flieger mehr geben, dafür aber mehr kleinere Wartungen. Für die restlichen Jobs, rund 230, gelte daher bis 2018 eine Beschäftigungsgarantie.

Nach Angaben eines Tui-Fly-Sprechers arbeiten rund 2400 Menschen für das Unternehmen, etwa 500 davon Piloten, die von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit vertreten werden. Verdi verhandelt für die rund 1100 Flugbegleiter und die übrigen etwa 800 Servicekräfte am Boden.

Nirschl rechnet mit mehr Konkurrenz in der Branche, da ausländische Gesellschaften den deutschen Markt verstärkt in den Blick nähmen. „Neue Wettbewerber werden versuchen, sich auch auf unsere Strecken zu setzen. Deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt wachsen und unsere Marktanteile absichern“, sagte der Manager im Gespräch mit der „FAZ“.

Tui-Fly entstand 2007 aus der Zusammenführung von Hapag-Lloyd Express (HLX) und Hapagfly. Die Fluggesellschaft gehört zum Reiseveranstalter Tui Travel PLC mit Sitz in London. Sie ist Europas Branchenprimus und steht mehrheitlich unter dem Dach des Tui-Touristikkonzerns mit Sitz in Hannover, der rund 55 Prozent an Tui Travel hält. Tui-Fly fliegt für Tui und andere Veranstalter beispielsweise zu den klassischen Urlaubsregionen rund um das Mittelmeer oder auf die Kanaren. Tui-Fly hat ihren Sitz am Flughafen Hannover, wo auch die Heimatbasis ist. Im Geschäft mit Urlaubsflügen herrscht seit Jahren harter Wettbewerb.

Von

dpa

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