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07.07.2015

15:16 Uhr

Taxi-Konkurrent unter Druck

„Internationale Front“ soll Uber stoppen

Der Widerstand gegen den Fahrdienstleister Uber wächst weltweit. Nach französischen Taxifahrern wollen sich nun auch Kollegen aus Spanien und Lateinamerika wehren – und kündigen eine „internationale Front“ an.

Paris

Ausschreitungen bei Taxifahrer-Protest gegen Uber

Paris: Ausschreitungen bei Taxifahrer-Protest gegen Uber

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Mexiko-StadtNach den zum Teil gewaltsamen Protesten gegen den Fahrdienst-Anbieter Uber in Frankreich formiert sich auch in anderen Ländern der Widerstand gegen das US-Unternehmen. Taxifahrerverbände in Lateinamerika und Spanien schlossen sich am Montag zu einer Kampagne gegen Uber und das spanische Pendant Cabify zusammen.

„Wir starten gemeinsam eine internationale Front gegen das illegale Vorgehen einiger Unternehmen wie Uber, die die Taxibranche in Gefahr bringen“, sagte Daniel Medina von den Organisierten Taxifahrern von Mexiko-Stadt bei einer Telefonkonferenz in Mexiko. „Auf dieser Front schließen wir uns mit Spanien, Frankreich und Brasilien zusammen.“

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Noch ist der deutsche Taximarkt wie eine Zunft organisiert. Doch neue Rivalen aus dem Internet mischen das Geschäft auf. Sogar der Autobauer Daimler will für mehr Wettbewerb und Gewerbefreiheit sorgen.

Miguel Chacon von der Organisation Elite Taxi aus Spanien kündigte für den 29. Juli Proteste vor der mexikanischen Botschaft an, um die mexikanischen Taxifahrer zu unterstützen, die ein Verbot von Uber und Cabify fordern. Uber zerstöre in Spanien die wirtschaftliche Grundlage der Taxifahrer, es handele sich um ein Unternehmen, das auf Schwarzarbeit fuße und seine Fahrer schwarz bezahle, sagte der bei der Telefonkonferenz zugeschaltete Chacon in Madrid.

Wie in Frankreich hatte es auch in Mexiko, Brasilien und Kolumbien gewaltsame Proteste gegen Uber gegeben. Die drei Länder sind die wichtigsten Märkte für Uber in Lateinamerika. Autofahrer, die über Uber ihre Fahrdienste anbieten, wurden sogar verfolgt und angegriffen. Taxifahrerverbände werfen Uber unfaire Geschäftspraktiken vor, weil die Fahrer keine Lizenzen vorweisen und andere Steuern zahlen müssen und deshalb günstigere Fahrpreise anbieten können.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

In Frankreich setzte Uber in der vergangenen Woche vorerst den Betrieb der umstrittenen App UberPop aus. Das US-Unternehmen erklärte, zunächst solle ein für September erwartetes Urteil abgewartet werden, ob der Fahrdienst legal sei. Die Unternehmensentscheidung sei auch eine Reaktion auf die gewaltsamen Proteste gegen Uber.

Von

afp

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