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17.06.2013

09:55 Uhr

Technologiekonzern ABB

Siemens-Rivale findet neuen Chef

Ulrich Spiesshofer übernimmt die Führung des Schweizer Technologiekonzerns ABB. Der Deutsche leitete bereits die Sparte Industrieautomation und Antriebe. Sein Vorgänger war überraschend zurückgetreten.

Der Schweizer Technologiekonzern ABB hat einen neuen Chef gefunden. Reuters

Der Schweizer Technologiekonzern ABB hat einen neuen Chef gefunden.

FrankfurtDer Schweizer Elektrokonzern ABB holt seinen neuen Vorstandschef aus den eigenen Reihen. Der Verwaltungsrat beförderte am Montag den Deutschen Ulrich Spiesshofer ab Mitte September zum Vorstandschef, wie das Unternehmen mitteilte. Der 49-Jährige ist seit 2005 Teil der ABB-Führungsspitze und leitete zuletzt die Sparte Industrieautomatisierung und Antriebe.

Der langjährige Unternehmensberater galt als interner Favorit für die Nachfolge von Joe Hogan, der Anfang Mai überraschend seinen Rücktritt angekündigt hatte. Kurz darauf hatte auch Forschungschef Prith Banerjee aus familiären Gründen seinen Hut genommen. Zuvor war Finanzchef Michel Demaré als Verwaltungsratschef zum Chemiekonzern Syngenta gewechselt.

Verwaltungsratschef Hubertus von Grünberg zeigte sich mit der Wahl zufrieden. "ABB verfügt heute über ein exzellentes Führungsteam. Es freut mich besonders, dass wir daher einen CEO aus den eigenen Reihen ernennen können", erklärte er. "Ulrich Spiesshofer hat sich hervorragend bewährt und kennt unsere gesamten Geschäftsfelder sehr gut. Er hatte einen wesentlichen Einfluss bei der Formulierung und erfolgreichen Implementierung der ABB Strategie."

Spiesshofer übernimmt von Hogan ein wohlbestelltes Haus. Nach einer weitläufigen Einkaufstour und einem kontinuierlichen Sparkurs ist ABB nach Experteneinschätzung in guter Verfassung und stellt den deutschen Erzrivalen Siemens in Sachen Wachstum und Renditen in den Schatten. Spiesshofer hatte als Spartenchef selbst die Integration von Zukäufen wie dem US-Elektrounternehmen Baldor zu verantworten. Die Übernahmen gliederte er praktisch geräuschlos in den Zürcher Konzern ein.

Unter Analysten kommt die Personalie gut an. "Erfreulich ist, dass mit Ulrich Spiesshofer eine interne Lösung gefunden wurde. Dank seinen Erfahrungen mit Akquisitionen (Baldor) und Restrukturierungen (Neuausrichtung des Robotikgeschäfts) dürfte er das profitable Wachstum weiter vorantreiben", lobten die Experten von der Notenstein-Privatbank. "Als Mitinitiator der ABB-Strategie können die Anleger zudem mit Kontinuität rechnen." Börsianer nahmen die Ankündigung zum Anlass, um sich mit ABB-Aktien einzudecken. Die Papiere legten im frühen Handel zwei Prozent zu.

Von

rtr

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