Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.03.2012

13:27 Uhr

Tepco-Chef Nishizawa

Der Unbelehrbare

VonMartin Kölling

Tepco-Präsident Toshio Nishizawa kämpft gegen die Verstaatlichung seines Unternehmens. Doch um ihn herum ist einsam geworden. Selbst die Atomlobby-freundlichen japanischen Medien rücken von ihm ab.

Tepco-Präsident Nishizawa kämpft gegen die Verstaatlichung seines Energiekonzerns. Reuters

Tepco-Präsident Nishizawa kämpft gegen die Verstaatlichung seines Energiekonzerns.

TokioToshio Nishizawa hat ein kantiges Gesicht und kantige Ansichten. Die Ruinen des Atomkraftwerks Fukushima 1 verstrahlen die Umgebung noch immer, in der Öffentlichkeit wird der Betreiber der Meiler, Tokyo Electric Power (Tepco) verdammt. Doch Tepco-Präsident Nishizawa kämpft seit Monaten unbeirrt gegen eine Nationalisierung des Stromkonzerns. Der 61-jährige muss ein dickes Fell haben, um das zu tun. Denn um ihn herum ist es einsam geworden.

Japans große TV-Sender und Zeitungen, einst gut mit Werbung dotierte Sprachrohre von Japans starker Atomlobby, rücken von Tepco ab, um es sich mit ihren Lesern nicht zu verderben. Und ausgerechnet einer der Politiker, die der Stromkonzern über Jahre durch den Kauf von Party-Tickets generös unterstützt hatte und auf seiner Seite wähnte, will nun den als Gegenleistung für staatliche Hilfe den Stromkonzern verstaatlichen.

Zum Unglück für Tepco handelt es sich ausgerechnet um Yukio Edano, der als Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie die Atomindustrie reguliert. Er war während der Atomkrise der Sprecher der Regierung. Und die Erfahrung hat ihn anscheinend nachhaltig in einen Gegner Tepcos verwandelt.

Nur der Unternehmensverband Keidanren wirft sich in der Person seines bulligen Vorsitzenden Hiromasa Yonekura schwergewichtig für Tepco in die Bresche. Eine Verstaatlichung, und sei sie zeitlich begrenzt, sei überflüssig, wird er nicht müde zu betonen. Denn nicht Missmanagement, sondern eine Naturkatastrophe sei schuld am Atomunfall gewesen.

Doch auch der Keidanren findet wenig Gehör. Zum einen ist das Eigeninteresse seiner Mitglieder allzu offensichtlich. Konzerne wie die Kraftwerksbauer Toshiba, Mitsubishi Heavy oder Hitachi gehörten bisher zu den großen Profiteuren der lokalen Strommonopole. Sie schlugen den Stromkonzernen satte Preise für Kraftwerke, Bauteile und Material vor und die Konzerne zahlten. Schließlich konnten die Stromerzeuger die Kosten auf ihre Kunden umlegen.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

vandale

11.03.2012, 14:15 Uhr

Ein Artikel über Tepco, dessen Vorsitzenden und die weiteren Handlungsmöglichkeiten des Konzerns wäre schön zu lesen.

Anstelle dessen strotzt der Artikel von faktenfreier Oekopropaganda wie..der Reaktor verstrahlt die Umgebung. Technisch gesehen wurden Mitte März 2011 radioaktive Nuklide, grösstenteils J131 und Cs137 freigesetzt. Diese Freisetzung war Ende des Monats weitgehend beendet. J131 ist bereits zerfallen, die verbliebene Radioaktivität ist gering.

Wenn man in einem Artikel auf Anhieb 1/2 Dutzend bewusste Falschaussagen lesen kann, stellt sich die Frage nach dem Wert des Restartikels.

Vielleicht ist es Idealismus, aber gibt es in Deutschland keine Zeitung die versucht die Realitäten abzubilden? Sollte man nicht Journalisten die diesen, oder andere sehr fiktionenreiche Artikel z.B. "Strahlenhölle Fukushima" schreiben, entlassen?

Vandale

Habesziemlichsattdasgesabber

11.03.2012, 14:24 Uhr

@vandale
Ich würde sagen, Sie sollten nach Futuba umziehen und uns mit Ihrem Kopfmüll einfach in Ruhe lassen.

sgk_10

11.03.2012, 16:36 Uhr

...gähn...

Langsam werden Ihre von RWE bezahlten Kommentare echt langweilig und immer realitätsferner.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×