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01.09.2016

20:00 Uhr

Tesla-Chef Elon Musk

Kräftig durchgeschüttelt

VonThomas Jahn

Eine Rakete von SpaceX explodiert, Anleger wollen Geld von Tesla zurück haben, Solar City findet keine Investoren – derzeit hagelt es schlechte Nachrichten für Elon Musk. Der verweist auf seine langfristige Planung.

Heftige Detonation in Florida

Rückschlag für Tesla: SpaceX-Rakete auf Startrampe explodiert

Heftige Detonation in Florida: Rückschlag für Tesla: SpaceX-Rakete auf Startrampe explodiert

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New YorkSchwarze Wolken stiegen in Cape Canaveral auf, Flammen waren aus der Ferne zu sehen, Besucher und Mitarbeiter des Weltraumbahnhofs hörten eine Riesenknall: Eine Rakete von SpaceX explodierte am vergangenen Donnerstagmorgen in Florida.

Nicht die einzige schlechte Nachricht für SpaceX-Gründer Elon Musk. Der von ihm geführte Elektroautohersteller Tesla muss laut einer neuen Börsenpflichtmitteilung im laufenden Quartal 422 Millionen Dollar an Anleiheinhaber zahlen, die lieber Bargeld statt Tesla-Aktien haben wollen. „Tesla plant derzeit im laufenden Jahr zusätzliche Geldmittel aufzunehmen“, hieß in dem Papier von dem Unternehmen an die US-Börsenaufsicht SEC.

Im Klartext: Es werden neue Aktien oder Schuldscheine ausgegeben. Das verschreckte die Anleger, wie auch neue Details in der Börsenmitteilung zu Teslas geplanten Übernahme von Solar City. Die Aktie von Tesla zeigte sich nach der Veröffentlichung schwach und gab am Donnerstag um mehr als vier Prozent nach.

Die Firmen von Elon Musk

Zip 2

Als das Internet massentauglich wurde, gründeten Elon Musk und sein Bruder Kimbal die Firma Zip 2, ein durchsuchbares Firmenverzeichnis – damals eine Innovation. Große Zeitungsverlage schlossen mit dem Start-up Verträge ab. 1999 übernahm der Computerhersteller Compaq die Firma für gut 300 Millionen Dollar, Musk erhielt 22 Millionen Dollar.

X.Com

Musk dachte schon länger darüber nach, wie man mit einer Online-Bank die Finanzbranche umkrempeln könnte. Er engagierte die besten Programmierer und gründete 1999 mit dem Großteil des Verkaufserlöses von Zip2 X.Com. Die Firma experimentierte mit radikalen Konzepten und ermöglichte etwa den Versand von Geld per E-Mail.

Paypal

Auch andere entwickelten ein Bezahlsystem fürs Internet – etwa das Start-up Confinity mit seinem Dienst Paypal. Erst konkurrierten X.com und Confinity, dann schlossen sie sich zusammen. Eine große Finanzierungsrunde ermöglichte weiteres Wachstum, 2002 übernahm Ebay den Dienst für 5,1 Milliarden Dollar. Musk erhielt davon 165 Millionen Dollar.

Space X

Mit dem Geld konnte Musk seine Faszination für den Weltraum ausleben. Die erträumte Marsmission war zunächst unrealistisch, der Unternehmer ließ sich aber 2002 davon überzeugen, eine günstige Rakete zu entwickeln. Heute bietet Space X tatsächlich Raumflüge zu deutlich günstigeren Konditionen an als etwa Boeing oder Lockheed Martin.

Tesla Motors

Das bekannteste Musk-Projekt ist Tesla, auch wenn andere die Firma gründeten und der Macher erst 2004 mit seinem Geld dazu stieß. Zunächst nahm in der Autobranche niemand die Idee eines reinen Elektrofahrzeuges ernst, dank der Ingenieursleistung von Tesla ist das jetzt anders. Bei allem Erfindergeist ist die börsennotierte Firma immer noch nicht profitabel.

Solar City

Weil Solarzellen teuer waren, gründeten Lyndon und Peter Rive 2006 die Firma Solar City. Sie produzierte selbst keine Module, sondern finanzierte die Anlage vorab, so dass die Kunden sie nicht auf einen Schlag bezahlen mussten. Ihr Cousin Elon Musk stieg als Investor ein und war größter Anteilseigner. Die Firma gehört zu den größten Anbietern von Solarzellen in den USA. Im November 2016 stimmten die Aktionäre Musks Plan zu, Solar City durch den Autobauer Tesla übernehmen zu lassen.

Hyperloop

Als Musk vom Eisenbahnsystem enttäuscht war, ersann er eine Alternative: Transportkapseln sollen durch Druckluftröhren schießen und so auch lange Strecken in kurzer Zeit bewältigen. Mehrere hochrangige Ingenieure von Space X und Tesla erarbeiteten ein Konzept. Derzeit ist eine Verbindung zwischen Los Angeles und Las Vegas geplant. Kosten: mehr als 8 Milliarden Dollar.

Laut dem Papier habe Solar City aufgrund der laufenden Verhandlungen keinen Zugang zu Kapitalmärkten mehr gehabt, 15 institutionelle Anleger winkten ab. Um Solar City am Leben zu halten, wurde eine Unternehmensanleihe in Höhe von 124 Millionen Dollar mit einer Laufzeit von 18 Monaten herausgegeben. Die Anleihe kaufte zur Hälfte Musk, um sein „Vertrauen in das Unternehmen“ zu zeigen, wie er sagt. Dreißig Prozent erwarben seine beiden Cousins und Solar-City-Gründer Lyndon und Peter Rive.

Neben Tesla gab es drei potenzielle Interessenten für die Solarfirma, die aber nicht so viel bieten wollten. Tesla zahlt nach derzeitigem Aktienkurs knapp 2,4 Milliarden Dollar für Solar City. Der Deal muss bis zum April 2017 vollzogen sein, die Aktionäre müssen auf außerordentlichen Versammlungen darüber abstimmen. Ein Termin ist noch nicht festgesetzt.

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