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14.07.2011

15:32 Uhr

Testserie E-Bikes

Ein Citybike mit ungeahnten Kräften

VonTanja Könemann

Der Tiefeinsteiger Severo 8 von KTM kommt gemütlich daher. Doch das Pedelec hat Zauberkräfte - die sich vor allem auf dem Weg zur Arbeit zeigen. VON TANJA KÖNEMANN

Serie: Elektrobike-Tests

Entspannt in den Arbeitstag starten – das klappt mit dem Auto selten. Stau und Spritpreise sorgen für Zähneknirschen. Einfacher ginge es mit dem Rad ins Büro. Aber wer sitzt schon gern verschwitzt am Arbeitsplatz? Fahrräder mit Elektroantrieb versprechen einen mühelosen Arbeitsweg mit positiver Ökobilanz. Handelsblatt Online hat einige E-Bikes getestet.

Der Tiefeinsteiger Severo 8 erinnert an den Comic-Helden Obelix. Trotz seines ständigen Zwists mit römischen Invasoren, ist der füllige Gallier aus der französischen Serie Asterix und Obelix bekannt für seinen stressfreien Lebenswandel. Am liebsten genießt er das Dasein bei einem gebratenem Wildschein und einer lauwarmen Cervisia. Als Kind in einen Zaubertrank gefallen, setzt er seine immensen magischen Kräfte immer nur ein, wenn es wirklich nötig ist – etwa dann, wenn ihm ein Heer Soldaten den Weg versperrt.

Damit hat der gallische Krieger einiges mit dem Severo 8 Pedelec des österreichischen Fahrradherstellers KTM gemein. Auch das Rad macht einen gemütlichen und unkomplizierten Eindruck. Die Bedienung erfolgt intuitiv über einen kleinen Kasten am Lenker. Auch das Laden des 250 Watt starken Lithium-Ionen-Akkus ist kinderleicht: Sicherheitsschloss öffnen, Akku entnehmen, vier Stunden ins Ladegerät – fertig.  Je nach Fahrstil und Strecke hält die aufladbare Batterie 40 bis 75 Kilometer lang.

Besonderheiten KTM Severo

Speed: Schneller als ein normales Fahrrad?

Die Maximalgeschwindigkeit des Severo 8 liegt bei 25 Stundenkilometern. Damit fährt es – zumindest den Hügel hinauf – wohl schneller als ein normales Fahrrad. Trotz der Extra-Power besteht keine Helm- oder Kennzeichen-Pflicht.

Alltag: Praktisch und für alle Fälle?

Der Severo 8 Tiefeinsteiger ist praktisch. Der Akku hält lange vor und das Aufladen verläuft einfach – deshalb ist es beinahe hundertprozentig alltagstauglich. Einzig das Gewicht von 24 Kilogramm nervt etwas.

Komfort: Bequem, sportlich oder was?

Der Severo 8 Tiefeinsteiger ist eher komfortabel als sportlich. Dank seiner klaren Linie wirkt das Design trotzdem recht schnittig.

Stilfrage: Königsallee, Industriegebiet oder Büroparkplatz?

Der Severo 8 Tiefeinsteiger ist ein Pedelec mit schlichtem Chic. Es kann sich auf jedem Büroparkplatz sehen lassen kann.

Technik: Losfahren oder Anleitung lesen?

Die Bedienung erfolgt intuitiv. Nach dem Laden des Akkus lässt es sich problemlos fahren – auch ohne Lektüre der Bedienungsanleitung.

Spaß: Lust oder Frust?

Das Fahren mit dem Severo 8 Tiefeinsteiger macht echt Laune. Da es auf den ersten Blick recht gemütlich wirkt, traut man ihm das Tempo gar nicht zu – und wird beim Fahren positiv überrascht.

Umsteigen: Ersetzt Auto, Bus, Bahn?

Ein Auto oder die Bahn kann das Rad wohl nicht ersetzen, so schnell ist es nun doch nicht. Einen Bus, der alle paar Meter anhält, um Fahrgäste zu- oder aussteigen zu lassen, überholt das Bike dagegen locker.

Fazit:

Die Stärke des Severo 8 Tiefeinsteigers ist sein Komfort und seine schlichter Chic. Es lohnt sich für alle, die schweißfrei und unkompliziert von A nach B kommen wollen. Wer auf dem Radweg Aufsehen erregen will, muss sich allerdings ein anderes Bike aussuchen.

Fahrhilfe wie von Zauberhand

Während des Fahrens zugeschaltet, macht sich die dreistufige Tretkraftunterstützung des Mittelmotors kaum bemerkbar. Egal ob „Low“, „Mid“ oder „High“: Kein Wackeln oder Ruckeln stört den Fahrer beim Treten. Einzig das Radeln fällt je nach Stufe leichter als bei einem Rad ohne Antrieb – so als hätte man zum einen besonders guten Tag erwischt.

Schöne Strecken lassen sich besser genießen als ohne den zusätzlichen Boost. Wer es eilig hat, wird die höchste Stufe zu schätzen lernen, denn im achten Gang mit der Stufe „High“ fährt das E-Bike auf gerade bis leicht hügeliger Strecke konstant seine maximale Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern. Selbst diese Unterstützung erfolgt beinahe unbemerkt – wie von Zauberhand erreicht man sein Ziel schneller als gedacht.

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