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14.05.2013

22:44 Uhr

Teure „Turbine“

Air Berlin weitet seinen Verlust aus

Air Berlin hat wie erwartet seinen Verlust im ersten Quartal ausgeweitet – auch wegen des teuren Sanierungsprogramms. Das Minus war größer als Analysten erwartet hatten. Das Unternehmen bleibt dennoch optimistisch.

Das Triebwerk eines Passagierflugzeugs von Air Berlin: Der Verlust ist gewachsen. dapd

Das Triebwerk eines Passagierflugzeugs von Air Berlin: Der Verlust ist gewachsen.

BerlinDeutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin ist zum Jahresstart wieder tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft gab am Dienstagabend einen Nettoverlust von 196,3 Millionen Euro nach 163,6 Millionen im Vorjahreszeitraum bekannt. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 166 Millionen Euro gerechnet.

Der Umsatz des Lufthansa-Konkurrenten fiel um 2,6 Prozent auf 791,9 Millionen Euro. Hier waren 777 Millionen Euro erwartet worden. Genauere Zahlen will die Fluggesellschaft am Mittwochmorgen bekanntgeben.

Air-Berlin-Chef Wolfgang-Prock Schauer, der das Amt des Firmenchefs erst im Januar von Hartmut Mehdorn übernommen hatte, strebt weiterhin im Gesamtjahr operativ eine schwarze Null an.

Die größten Fluggesellschaften der Welt

Platz 10

US Airways (USA) - 66 Millionen Passagiere

Durch die Fusion mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft ab Herbst 2013 zur größten der Welt auf. Im vergangenen Jahr schaffte die Airline nur knapp den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

China Eastern Airlines (China) - 73 Millionen Passagiere

Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.

Platz 8

Air France-KLM (Frankreich) - 77 Millionen Passagiere

Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Darum wurde zuletzt sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad eingegangen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.

Platz 7

Ryanair (Irland) - 79 Millionen Passagiere

Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.

Platz 6

China Southern Airlines (China) - 87 Millionen Passagiere

Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, die Flotte soll in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.

Platz 5

Lufthansa (Deutschland) - 103 Millionen Passagiere

Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Besonders das Geschäft in Europa sorgte zuletzt aber für Millionenverluste. Viele europäische Strecken wurden darum auf die Billigtochter Germanwings umgestellt.

Platz 4

American Airlines (USA) - 108 Millionen Passagiere

Ende 2011 musste die Fluggesellschaft noch Insolvenz anmelden - bald könnte sie durch die Fusion mit US Airways zur größten der Welt aufsteigen.

Platz 3

Southwest Airlines (USA) - 109 Millionen Passagiere

Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke.

Platz 2

United Continental (USA) - 140 Millionen Passagiere

Die Airline aus Chicago verpasst den Spitzenplatz nur knapp. Als Mitglied der Star Alliance ist United auch ein wichtiger Partner der Lufthansa.

Platz 1

Delta Airlines (USA) - 165 Millionen Passagiere

Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. Durch die Fusion von American Airlines und US Airways dürfte Delta als größte Fluggesellschaft abgelöst werden. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.

Nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten befindet sich Air Berlin schon seit einiger Zeit in einem harten Sanierungsprozess. Sparen steht dabei im Mittelpunkt. Um über die Runden zu kommen, holte Air Berlin Ende 2011 die kapitalkräftige Etihad an Bord - das Unternehmen aus dem Golf-Emirat Abu Dhabi stieg mit knapp 30 Prozent bei Air Berlin ein und half seitdem mit Finanzspritzen aus.

Mit seinem Sparprogramm kommt die Airline nach eigenem Bekunden voran. „Zwei Drittel der für das Gesamtjahr 2013 eingeplanten Ergebnisbeiträge des ‚Turbine‘-Programms haben wir bereits abgesichert. Wir sind davon überzeugt, die Zielgröße von 200 Millionen Euro in diesem Jahr zu erreichen. Die ‚Turbine‘-Effekte werden sich ab dem dritten Quartal im Ergebnis positiv niederschlagen“, erklärte Schauer.

Der Verlust zehrte das Eigenkapital komplett auf. Air Berlin bezifferte es nach dem schwachen ersten Quartals mit minus 53,1 Millionen Euro. „Das Eigenkapital ist aufgrund der saisonbedingt traditionell schwachen Ertragslage sowie der Einmalbelastungen negativ.

In den Folgequartalen wird allerdings die übliche saisonale Geschäftsbelebung wieder eintreten und das Eigenkapital stärken“, prognostizierte Finanzchef Ulf Hüttmeyer. Das Ziel bleibe weiterhin, mittelfristig eine Eigenkapitalquote von 15 bis 20 Prozent zu erreichen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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frpvb

15.08.2013, 13:33 Uhr

Hoffentlich ist bald Schluß mit Lustig...wird ja sowieso nichts mehr.....der Tick die 2. größte Airline Deutschlands zu sein geht- ging - in die Hose...was voraus zu sehen war,
sofern man sich in der Branche auskennt...!!! Es wird weiter bergab gehen...hoffentlich keine Konkursverschleppung.!!!!

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