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06.10.2016

17:37 Uhr

Theranos

Bluttest-Firma streicht zahlreiche Stellen

Mit einer Revolution der Bluttests machte Elizabeth Holmes mit ihrer Firma auf sich aufmerksam. Diese Revolution wurde von Behörden nun als „direkte Gefahr für die Gesundheit“ eingestuft. Holmes will einen Neustart.

Das „Forbes“-Magazin bescheinigte ihr einst ein Milliardenvermögen – davon ist heute nichts mehr übrig. Elizabeth Holmes will mit ihrer Firma einen Neuanfang wagen. Reuters

Tief gefallen

Das „Forbes“-Magazin bescheinigte ihr einst ein Milliardenvermögen – davon ist heute nichts mehr übrig. Elizabeth Holmes will mit ihrer Firma einen Neuanfang wagen.

San FranciscoDie tief gestürzte einstige Start-up-Milliardärin Elizabeth Holmes schließt alle ihre Laboreinrichtungen für Bluttests und baut rund 340 Stellen ab. Die Stellenstreichungen bei ihrer Firma Theranos beträfen Beschäftigte in den US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien und Pennsylvania, teilte Holmes am Mittwoch in einem offenen Brief an die Aktionäre mit.

An der Zuverlässigkeit der von Theranos praktizierten Bluttests waren massive Zweifel aufgekommen, die Praktiken der Firma werden deshalb von den Behörden untersucht. Bereits im Juli hatte die kalifornische Gesundheitsbehörde CMS dem Unternehmen die Lizenz für sein Labor im kalifornischen Newark entzogen.

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Theranos hatte mit dem Versprechen für Furore gesorgt, an einer geringen Menge Blut zahlreiche medizinische Tests vornehmen zu können und so die Schnelligkeit der Tests zu erhöhen. Die Zeitung „Wall Street Journal“ begann jedoch im Oktober 2015 mit einer Artikelserie, in der die Zuverlässigkeit der Technologie in Frage gestellt wurde.

Die CMS erklärte dann im vergangenen Januar, die Praktiken von Theranos seien eine „direkte Gefahr für die Gesundheit und die Sicherheit von Patienten“. Daneben ist die Firma im Visier der US-Börsenaufsicht SEC sowie von Ermittlern in Kalifornien. Dabei geht es um die mögliche Schädigung von Investoren.

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Holmes gehören 50 Prozent der Firma. Das Magazin „Forbes“ hatte ihr Vermögen im vergangenen Jahr noch auf 4,5 Milliarden Dollar (4 Milliarden Euro) veranschlagt, dann aber vor einigen Monaten auf null heruntergerechnet. Holmes versucht nun, ihre Firma durch eine Umstrukturierung zu retten.

Der Schwerpunkt solle künftig auf automatisierten Mini-Laboren liegen, die Theranos an andere Einrichtungen verkaufe, kündigte sie in ihrem Brief an. Diese Technologie sei unter anderem für den Einsatz in der Onkologie, der Kindermedizin und in Intensivstationen geeignet. Die jetzt bekanntgegebenen Stellenstreichungen bei Theranos betreffen laut „Wall Street Journal“ mehr als 40 Prozent der Mitarbeiter.

Von

afp

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