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06.10.2016

03:14 Uhr

Theranos

Das Bluttest-Geschäft ist passé

VonAxel Postinett

Mit ihrer Idee, einfache und kostengünstige Bluttests für jedermann zu liefern, machte Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes Furore. Dann kamen Zweifel an der Technologie auf. Nun zog die 32-Jährige die Konsequenzen.

Bluttests in den USA werden wohl weiterhin nicht mit nur einem Tropfen Blut gemacht. Theranos zieht sich aus dem Testgeschäft zurück. Reuters

Blutprobe

Bluttests in den USA werden wohl weiterhin nicht mit nur einem Tropfen Blut gemacht. Theranos zieht sich aus dem Testgeschäft zurück.

San FranciscoEin umfangreicher Bluttest mit nur einem Tropfen Blut: Erst galt die Erfindung von Theranos als revolutionär, dann hagelte es Kritik. Aus den Turbulenzen um ungenaue Testergebnisse und Probleme mit den Aufsichtsbehörden zieht die umstrittene Unternehmerin Elizabeth Holmes nun die Konsequenzen.

Ihr Start-up Theranos wird sich aus seinem ehemaligen Kerngebiet zurückziehen, teilte sie in einem knappen offenen Brief an Mitarbeiter, Kunden und Geldgeber mit. Voraussichtlich 340 Mitarbeiter in Arizona, Kalifornien und Pennsylvania werden in einem ersten Schritt ihre Jobs verlieren.

Theranos werde sich fortan auf die Weiterentwicklung eines Minilabors zur schnellen und kostengünstigen Verarbeitung von Gewebeproben konzentrieren, so Holmes. Die Geräte werden zudem nicht an Endverbraucher, sondern an Kunden wie Krankenhäuser oder Arztpraxen verkauft.

Der Schachzug könnte es ihr ermöglichen, an der Spitze des Unternehmens zu bleiben, das in seinen besten Zeiten mit neun Milliarden Dollar bewertet war und zahlreiche berühmte Investoren aus dem Silicon Valley anzog. Derzeit ist es Holmes nicht einmal erlaubt, Blutlabore zu leiten oder in ihnen zu arbeiten.

Theranos: Bluttest-Start-up verliert Lizenz für Labor

Theranos

Bluttest-Start-up verliert Lizenz für Labor

Erneuter schwerer Rückschlag für Elizabeth Holmes und ihr Bluttest-Start-up Theranos. Die Behörden in Kaliforniern haben die Betriebserlaubnis für ein Labor entzogen. Das untergräbt die Position von Holmes weiter.

Nach Recherchen des "Wall Street Journals" war herausgekommen, dass die 32-Jährige gar nicht die neue Technologie entwickelt hatte, mit der sie vorgeblich Ergebnisse erzielte, für die andere Laboratorien ein große Blutabnahme brauchen. Sie lasse stattdessen auf traditionellen Laborgeräten arbeiten, berichtete die Zeitung. Später zog Theranos dann offiziell alle früheren Testergebnisse seiner Apparaturen zurück.

Das Magazin "Forbes" hatte Holmes wegen ihres Firmenanteils von gut 50 Prozent zeitweilig mit 4,5 Milliarden Dollar Privatvermögen bewertet. Jetzt liegt es bei Null. Theranos-Geldgeber sollen insgesamt gut 750 Millionen Dollar investiert haben.

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