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24.10.2015

10:03 Uhr

Theranos in der Kritik

Neuer Streit um Blutanalysen-Startup

VonAstrid Dörner

Das neuartige Labor Theranos sollte Blutanalysen revolutionieren und das Gesundheitssystem verändern. Gründerin Elizabeth Holmes verteidigt ihr Milliarden-Startup, doch die Zweifel an ihrer Technologie bleiben bestehen.

Auf einer Konferenz ihres größten Kritikers, des Wall Street Journals, stellt sich Holmes unangenehmen Fragen zu Theranos. AFP

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes

Auf einer Konferenz ihres größten Kritikers, des Wall Street Journals, stellt sich Holmes unangenehmen Fragen zu Theranos.

New YorkElizabeth Holmes gibt sich nicht so einfach geschlagen. Nur eine Woche nachdem das „Wall Street Journal“ in zwei Artikeln die Glaubwürdigkeit ihres neuartigen Blutlabors Theranos in Frage gestellt hat, geht sie auf die Bühne und beantwortet Fragen – ausgerechnet auf einer Konferenz, die das Wall Street Journal in Kalifornien veranstaltet hat.

Am Freitag dann veröffentlichte die Theranos-Gründerin ihren Gegenangriff auf der Webseite des Unternehmens – übersichtlich zum Nachlesen, damit es auch jeder sehen kann. Die Artikel der renommierten Wirtschaftszeitung seien in vielen Punkten „falsch“, „irreführend“ und „aus dem Zusammenhang gerissen“, schreibt das Unternehmen. „Von Anfang an hat der Reporter mehr als deutlich gemacht, dass er Theranos niedermachen und nicht bloß einen objektiven Artikel schreiben will.“ Die Zeitung weist das zurück.

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Elizabeth Holmes will mit ihrem Start-up Theranos Blutanalysen revolutionieren und das US-Gesundheitssystem umkrempeln. Doch nun werden alle bisherigen Erfolge der Vorzeigefrau des Silicon Valley infrage gestellt.

Die 31-jährige Gründerin kämpft um ihren Ruf und den ihres Unternehmens, mit dem sie zur jüngsten Selfmade-Milliardärin der Welt aufgestiegen ist. Das Startup will mit seiner neuartigen, aber geheimen Technologie Blutanalysen revolutionieren. Mit nur ein paar Tropfen Blut aus dem Finger kann Theranos nach eigenen Angaben Dutzende Tests durchführen, für die herkömmliche Labors bislang deutlich mehr Blut brauchen, das mit einer Nadel direkt aus der Vene abgenommen werden muss.

Das hat Holmes zum Star der überwiegend von Männern dominierten Tech-Szene gemacht. 400 Millionen Dollar an Investorengelder hat sie eingesammelt. Das bringt Theranos eine Bewertung von neun Milliarden Dollar ein.

Doch die Zweifel, dass ihre Technologie doch nicht so revolutionär sein könnte, wie bislang viele geglaubt haben, konnte Holmes noch nicht aus dem Weg räumen. Nur wenige Stunden nachdem sie ihre Gegendarstellung auf die Theranos-Webseite gestellt hatte, veröffentlichte das „Wall Street Journal“ einen weiteren Artikel über ihr Unternehmen.

Demnach will die Drogerie-Kette Wallgreens Boots Alliance, mit der Holmes eine weitreichende Partnerschaft hat, zunächst keine weiteren Theranos-Standorte mehr eröffnen. Derzeit können sich Kunden in 41 Walgreens-Filialen in Arizona, Kalifornien und Philadelphia Blut abnehmen lassen und es mit der Theranos-Technologie analysieren lassen. Um die oftmals unangenehme Prozedur erträglicher zu machen, hat Theranos in den Filialen sogenannte „Wellness-Center“ eingerichtet, in denen die Kunden schnell und unkompliziert ihr Blut analysieren lassen können.

Theranos lässt die Kunden aus 240 verschiedenen Einzeltests zusammenstellen, worauf das Blut untersucht werden soll. Das Startup aus dem Silicon Valley ist dabei deutlich günstiger als die zwei großen, börsennotierten Labor-Konzerne, Quest Diagnostics und Laboratory Corp. Am Donnerstag hätten sich Walgreens-Manager mit Holmes und anderen führenden Theranos-Mitarbeitern getroffen. Bis nicht endgültig Klarheit herrsche, würden die Expansionspläne zunächst auf Eis gelegt, hieß es in dem Artikel.

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