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20.06.2017

11:35 Uhr

Berufseinsteiger

Vermeintliche „Digital Natives“

VonLisa Oenning

Jungen Menschen wird nachgesagt, dass sie „Digital Natives“ seien. Doch eine Studie zeigt: Nur jeder Zweite fühlt sich gut auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet. Aber auch die Unternehmen müssen nachsitzen.

Nur jeder zweite Studierende – Absolvent oder Young Professional – fühlt sich einer Untersuchung zufolge ausreichend auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet. Getty Images

Digital Natives

Nur jeder zweite Studierende – Absolvent oder Young Professional – fühlt sich einer Untersuchung zufolge ausreichend auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet.

DüsseldorfStudierende, Auszubildende und Young Professionals haben eines gemeinsam: Sie gehören zur Generation der „Digital Natives“ – was auf Deutsch so viel heißt wie digitale Ureinwohner. Im Gegensatz zu älteren Generationen sind sie von klein auf mit der Technik des digitalen Zeitalters aufgewachsen. Mit Mobiltelefonen, Computern, Tablets und sozialen Netzwerken gehen sie wie selbstverständlich um. Sollte man zumindest meinen.

Denn nur etwa jeder Zweite dieser „Digital Natives“ behauptet von sich, dass er über sehr gute oder zumindest gute Social-Media-Kenntnisse verfügt, wie aus einer Studie der TU München im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hervorgeht, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Die Hochschule hat fast 400 Studierende, Absolventen und Young Professionals gefragt, wie gut sie sich auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet fühlen.

„Die Ergebnisse spiegeln wider, dass sich die Bildungspolitik beim Thema Digitalisierung deutlich weiterentwickeln muss. Schulen und Universitäten beginnen erst jetzt, ihre Lehrpläne und Kursangebote an die Herausforderungen der Digitalisierung anzupassen“, sagt Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen.

Sechs Entwicklungen, die die kommenden Jahre beherrschen

Computing überall

Mobile Geräte bieten ständigen Online-Anschluss. Dadurch ist die kontinuierliche und damit aktuelle, weltweite Information der Nutzer, auch in der Produktion und im Handel, möglich.

Internet der Dinge (IoT)

Geräte tauschen untereinander und mit den Nutzern automatisch Infos aus. Etwa die Haushaltsgeräte mit dem Stromzähler, um die günstigsten Verbrauchszeiten herauszufinden.

3-D-Druck

Die neuen Drucker können fast jedes dreidimensionale Objekt herstellen. Typische Materialien sind Kunststoffe, Kunstharze, Keramiken und Metalle.

Big Data

Große Datenmengen, etwa aus dem IoT, von Social Media oder aus mobilen Geräten, werden automatisch analysiert und sind in Anwendungen eingebettet.

Intelligente Maschinen

Sie lernen selbstständig und handeln entsprechend dem Trends zur Industrie 4.0. Die smarten Maschinen gelten als Technologie, die vorhandene Geräte weitgehend ersetzt.

Systeme mit Umgebungsdaten

Sie erfassen, etwa via Sensoren, den Kontext der Nutzer und der Geräte und liefern ausgewählte Daten. Damit lassen sich zum Beispiel Sicherheitssysteme verstärken.

Quelle: Creditreform 1 2017

Demnach meinen sie besonders fit in den Bereichen Projektmanagement, interkulturelle und funktionsübergreifende Kompetenzen zu sein. Dass die Fähigkeiten der jungen Menschen ausgerechnet im Bereich Social Media noch verbesserungswürdig sind, legen die Studienautoren positiv aus: „Eine mögliche Erklärung dafür [...] mag sein, dass den Befragten sehr bewusst ist, wie rasant die Entwicklungen in diesem Bereich vonstatten gehen“, heißt es seitens der Stiftung Familienunternehmen.

Jeder Zweite gab an, dass er sich grundsätzlich ausreichend durch seine Ausbildung auf die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt vorbereitet fühlt – junge Menschen mit Masterabschluss oder einer Promotion allerdings deutlich besser als andere.

Denn: Sie schreiben häufiger empirische Arbeiten als beispielsweise ein Bachelor-Absolvent. Weil die Datensätze, mit denen sie arbeiten, oftmals sehr komplex sind, sehen sie sich gezwungen, sich in verschiedene Software-Programme einzuarbeiten.

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