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29.05.2017

15:31 Uhr

Flexibles Arbeiten

Mit Teilzeit in den Chefsessel

VonFrank Specht

Die deutsche Wirtschaftsleistung ließe sich um 422 Milliarden Euro steigern, wenn Frauen stärker am Arbeitsleben teilnehmen würden. Führungskräfte fordern: Flexible Arbeit muss bis in die Chefetage hinein möglich sein.

Eher die Ausnahme als die Regel. Getty Images

Frauen in Top-Positionen

Eher die Ausnahme als die Regel.

BerlinEinfach mal kürzertreten. Beim Autozulieferer Bosch haben das mittlerweile schon mehr als 1.000 Führungskräfte ausprobiert. Im Rahmen eines Projekts arbeiteten sie mindestens drei Monate mit reduzierter Arbeitszeit oder von zu Hause aus. Das Gros der Manager fand so viel Gefallen an der neuen Freiheit, dass sie auch nach der Testphase das gewählte Modell beibehielten. Bei Porsche hat man sich ein spezielles Bonussystem ausgedacht, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. In jeder Abteilung gilt für Mitarbeiterinnen eine bestimmte Aufstiegsquote. Kann die oder der Vorgesetzte sie nicht erfüllen, drohen finanzielle Abstriche.

Frauen in Führungspositionen sind in der deutschen Wirtschaft immer noch die Ausnahme – auch weil in vielen Chefetagen flexible Arbeitszeitmodelle, wie sie etwa Bosch praktiziert, noch verpönt sind. Auf den Top-Positionen, also der Ebene der Vorstände und Vorstandschefs, Direktoren, Geschäftsführer und Filialleiter ist nur rund jede achte Führungskraft (12 Prozent) eine Frau, beklagt die Initiative „Chefsache“. Das Netzwerk von Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlichem Sektor und Medien wirbt seit 2015 für Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf und macht Front gegen „unzeitgemäße Rollenstereotype“.

Das sogenannte „Leadership-Gap“ ist dabei seit dem Jahr 2000 sogar noch gewachsen. Das heißt, die Quote von Frauen in den Top-Führungspositionen hält mit dem Beschäftigungswachstum weiblicher Beschäftigter nicht Schritt, schreibt die Initiative in dem am Montag vorgestellten Report „Flexibles Arbeiten in Führungspositionen“.

Etwas besser sind Frauen auf den niedrigeren Managementebenen vertreten. Von den Führungskräften mit Personalverantwortung sind immerhin gut 29 Prozent weiblich.

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