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05.12.2016

11:25 Uhr

Forsa-Umfrage zur Büroqualität

Wie wir in Zukunft arbeiten wollen

VonCarina Kontio

Wollen Sie lieber ein schöneres Büro oder mehr Geld? Die meisten Menschen würden auf ein höheres Gehalt verzichten, wie eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt. Warum das so ist und worauf Arbeitnehmer künftig Wert legen.

Wer auf Jobsuche ist, achtet eher auf die Qualität des Arbeitsplatzes als auf das Gehalt, so eine aktuelle Forsa-Umfrage. Getty Images

Erwartungen an das Arbeitsumfeld

Wer auf Jobsuche ist, achtet eher auf die Qualität des Arbeitsplatzes als auf das Gehalt, so eine aktuelle Forsa-Umfrage.

KölnSeelenlose Konferenzräume ohne Klimaanlage, halb-verdorrte Büropflanzen, kalte, graue und beengende Einzelbüros mit langsamer Computer-Technik aus dem letzten Jahrzehnt? Wir verbringen den größten Teil unseres Tages am Arbeitsplatz. Und na klar schuftet es sich schöner, wenn wir uns dort auch wohl fühlen. Schöner Arbeiten lautet also die Devise der Zukunft, wenn es darum geht, die Mitarbeiter bei Laune zu halten – und nicht zuletzt auch im Unternehmen.

Denn, das hat eine aktuelle Forsa-Umfrage ergeben, ein Großteil der Büroarbeiter würde zugunsten eines cooleren Arbeitsplatzes sogar auf mehr Gehalt verzichten! Das zeigen die repräsentativen Umfrageergebnisse unter rund 500 Bürobeschäftigten im Auftrag der HIH Real Estate (HIH). Dabei kann sich die Mehrheit (62 Prozent) der Befragten vorstellen, bei der Jobsuche eine Stelle mit einem attraktiv ausgestatteten Arbeitsplatz einem anderen Angebot vorzuziehen, bei dem zwar die Bezahlung besser, die Qualität des Wirkortes aber weniger ansprechend ist.

Die Qualität des Wirkortes – das klingt umständlich, meint aber unter anderem eine möglichst geringe Belastung durch Stressfaktoren wie zum Beispiel Lärm: 91 Prozent bewerteten diesen Faktor als sehr wichtig beziehungsweise wichtig. Und 68 Prozent der Befragten nehmen an, dass dieser Faktor innerhalb der kommenden Jahre wichtiger wird.

Klar, ab und an ein bisschen Stress muss nicht schädlich sein. Stress kann uns sogar dabei helfen, bestimmte Situationen besser zu bewältigen: Der Körper wird durch das Hormon Kortisol gewissermaßen in Alarmbereitschaft versetzt und stellt sich so schnell auf neue Situationen ein. Von einem Risikofaktor für psychische Erkrankungen sprechen Experten allerdings, wenn der Stress chronisch wird, also ständig auftritt und wir keine Ruhe mehr finden, Termin auf Termin folgt. Immer die Deadlines im Nacken. Insofern kommt unserem Arbeitsumfeld eine große Bedeutung zu, wenn wir möglichst lange gesund und leistungsfähig bleiben wollen.

Tipps gegen die Informationsflut

Nachrichtenseiten reduzieren

Entwickeln Sie feste Routinen, um in der Nachrichtenflut nicht unterzugehen, indem Sie sich zum Beispiel auf ausgewählte Nachrichtenseiten beschränken und diese auch nur zu bestimmten Zeiten am Tag checken.

Strukturen schaffen

Schaffen Sie effektive Arbeitsstrukturen: Beginnen Sie Ihren Tag mit dem Setzen von Prioritäten, je nach Typ auch kurz vor Feierabend für den folgenden Arbeitstag oder kurz vor Arbeitsbeginn am Morgen, und schaffen Sie sich Zeiten, in denen Sie offline sind – zumindest ab und zu.

Aufgaben bündeln

Bünden Sie Ihre Aufgaben wie zum Beispiel die Beantwortung von E-Mails, und machen Sie das nur zwei- oder dreimal am Tag.

Ordner anlegen

Legen Sie Ordner für Ihre Mails an, wenn Sie es nicht schon tun, um schnell einen Überblick zu gewinnen.

Newsletter abbestellen

Bestellen Sie irrelevante Newsletter ab.

Pausen einplanen

Machen Sie nach etwa 90 Minuten eine kurze Pause.

Bücher lesen

Lesen Sie mehr Bücher. Das ist sehr, sehr gut für Ihr Gehirn.

Quelle

Christiane Stenger, „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt! – Gebrauchsanweisung für Ihren Kopf“, 252 Seiten, EAN 9783593500126, ISBN 978-3-593-50012-6

Besonders viel Wert legen die befragten Büroarbeiter auch auf eine gute Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes mit dem Auto und genügend Stellplätze (76 Prozent). Fast ebenso vielen Angestellten ist eine kurze Distanz zu öffentlichen Verkehrsmitteln sehr wichtig oder wichtig (68 Prozent). Ebenfalls von hoher Bedeutung sind für die Hälfte der Befragten gute Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten im Arbeitsumfeld.

Immerhin fast jeder Zweite begrüßt eine Umweltfreundlichkeit des Bürogebäudes: 44 Prozent der Befragten legen hierauf sehr großen beziehungsweise großen Wert und 63 Prozent erwarten eine steigende Relevanz in Zukunft.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

05.12.2016, 13:10 Uhr

Die Frage der Deutschen Zukunft wird nicht sein, WIE wir arbeiten sollen sondern WAS ist an Arbeit überhaupt noch da, die mich oder meine Familie am Leben in Deutschland teilhaben lässt und uns vor dem Überlebenskampf fern hält.?!

Herr Sören Nenndorf

06.12.2016, 15:54 Uhr

Oh ja, mit diesen 86 Prozenten, für die ein schönes Büro wichtig ist, kann ich mich auch gut identifizieren!
Ich erinnere mich immer an die schöne Zeit in einem Coworking Office in Wien - http://www.ubc-collection.com/wien/coworking-wien.html - wo man alles hat, inklusive eines Firmenschilds am Gebäudeeingang.
Ein Coworking Büro ist für alle jungen Unternehmer empfehlenswert, weil man da schnell Gleichgesinnte kennenlernen kann. Viel besser als von Zuhause zu arbeiten.

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