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13.03.2017

13:31 Uhr

Führungskräfte

Ich Chef, du nix?

VonCarina Kontio

Ein höheres Gehalt, teure Hotels und mehr Freiheiten: Mitarbeiter glauben oft, dass ihr Chef besser dran ist als sie selbst. Doch ist das wirklich so? Eine Studie deckt auf, wie groß die Unterschiede wirklich sind.

Die technische Ausstattung von Führungskräften ist in der Regel moderner, außerdem können sie ungestörter und konzentrierter arbeiten. Getty Images

Der Chef hat's gut...

Die technische Ausstattung von Führungskräften ist in der Regel moderner, außerdem können sie ungestörter und konzentrierter arbeiten.

KölnMehr Geld, das schöne große Büro, ein schicker Dienstwagen, der beste Firmenparkplatz, exklusive Business-Trips und – na klar – immer das neueste Tablet oder Smartphone: Oft haben Mitarbeiter den Eindruck, dass ihr Chef viel besser dran ist als sie selbst. Doch ist das wirklich so? Die Arbeitsplatzstudie von Steelcase und dem Ipsos Institut (12.480 Teilnehmer in 17 Ländern weltweit) deckt auf, wie groß die Unterschiede wirklich sind.

Und tatsächlich: Die technische Ausstattung von Führungskräften ist in der Regel deutlich zukunftsfähiger und moderner. Außerdem können sie ungestörter und konzentrierter arbeiten. Im Vergleich zu den Angestellten arbeiten sie häufiger mit dem firmeneigenen Laptop (66 Prozent) oder Mobiltelefon (63 Prozent), während Angestellte wiederum nur zu 39 Prozent mit dem Laptop und zu 39 Prozent mit dem Mobiltelefon arbeiten.

Generell zeichnet die Führungsriege ein mobileres und flexibleres Arbeitsleben aus: So können 63 Prozent über die Wahl ihres Arbeitsortes frei entscheiden, 56 Prozent arbeiten gelegentlich außerhalb des Büros. Demgegenüber steht nur die Hälfte der übrigen Angestellten, die ihren Arbeitsort wählen können sowie 43 Prozent, die gelegentlich Fernarbeit betreiben. Wobei man sicherlich auch bedenken sollte, dass Chefs deutlich mehr externe Termine wahrnehmen und in der Folge zwangsläufig auch von unterwegs aus arbeiten müssen – das lässt die Studie unerwähnt.

Doch welchen Einfluss haben Bedingungen wie diese auf die Unternehmenskultur? Auch danach wurde in der Studie gefragt. Das Ergebnis klingt enttäuschend. So hat weltweit nur etwa die Hälfte aller Beschäftigen (54 Prozent) das Gefühl, dass ihr Unternehmen ein echtes Interesse am Wohlbefinden seiner Mitarbeiter hat.

Arbeitsplatzstudie: Ergebnisse im Überblick

Das Büro

58 Prozent der Führungskräfte arbeiten in Einzelbüros, aber nur 21 Prozent der ausführenden Angestellten.

Die Hardware

Führungskräfte arbeiten häufiger mit dem firmeneigenen Laptop: 66 Prozent der Führungskräfte gegenüber 39 Prozent der anderen Mitarbeiter.

Das Diensthandy

Führungskräfte arbeiten häufiger mit dem firmeneigenen Mobiltelefon: 63 Prozent der Führungskräfte gegenüber 39 Prozent der Mitarbeiter.

Die Telearbeit

Telearbeit kommt häufiger bei ausführenden Angestellten (57 Prozent), als bei Führungskräften vor (44 Prozent).

Die Konzentration

Führungskräfte können sich am Arbeitsplatz besser konzentrieren als Mitarbeiter: 76 Prozent fällt es leicht, sich zu konzentrieren, aber nur 64 Prozent der anderen Mitarbeiter.

Der Einfluss

Führungskräfte können eigene Ideen unkomplizierter mitteilen und in das Unternehmen einbringen: 76 Prozent der Führungskräfte gegenüber 65 Prozent der anderen Mitarbeiter.

Die Ruhe

Führungskräfte arbeiten ungestörter: 69 Prozent können arbeiten ohne gestört zu werden, aber nur 57 Prozent der ausführenden Angestellten.

Die Entspannung

Führungskräfte arbeiten entspannter: 67 Prozent sind im Büro entspannt, aber nur 58 Prozent der anderen Mitarbeiter.

Die Mobilität

Führungskräfte können über die Wahl ihres Arbeitsortes freier entscheiden (64 Prozent) als ausführende Angestellte (49 Prozent).

Die Lebensqualität

Führungskräfte bewerten ihre Lebensqualität am Arbeitsplatz besser: mit der Note 7,1 (von 10), ausführende Angestellte bewerten sie mit der Note 6,5.

Quelle

Arbeitsplatzstudie von Steelcase und dem Ipsos Institut. Dabei wurden 12.480 Teilnehmer in 17 Ländern weltweit befragt.

Auffällig sind hierbei wiederum die Unterschiede zwischen Chefetage und ausführenden Angestellten: Führungskräfte fühlen sich stärker mit ihrem Arbeitgeber verbunden (77 Prozent) als ausführende Angestellte (65 Prozent). Ebenso kann die Führungsriege eigene Ideen unkomplizierter mitteilen und in das Unternehmen einbringen (76 Prozent) als andere Mitarbeiter (65 Prozent).

Aber auch hier lassen sich die Ergebnisse auf den zweiten Blick anders interpretieren. Denn natürlich fühlt sich ein Chef, der im Zweifel persönlich haften und seinen Kopf hinhalten muss, wenn ein Projekt den Bach runter geht, stärker mit einem Unternehmen verbunden als der Sachbearbeiter im Mini-Büro. Ebenso scheint es ganz plausibel zu sein, dass Führungskräfte ihre Ideen schneller und direkter einbringen können – genau deswegen wurden wurden sie ja zur Führungskraft befördert.

Kommentare (1)

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13.03.2017, 18:18 Uhr

Sagt der Recep zum Maximilian.

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