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22.03.2017

10:18 Uhr

Studie zu Unternehmensstrukturen

Mit flachen Hierarchien zu glücklichen Mitarbeitern

VonLisa Oenning

Fachkräfte in Deutschland wünschen sich laut einer Studie klare Ansagen vom Chef und flache Strukturen. Das haben viele Betriebe erkannt – und den Wandel der Unternehmenskultur eingeleitet. Doch dabei lauern Gefahren.

Deutsche Fachkräfte wünschen sich einer Untersuchung zufolge klare Ansagen vom Chef und flache Hierarchien. Getty Images South_agency

Unternehmenskultur im Wandel

Deutsche Fachkräfte wünschen sich einer Untersuchung zufolge klare Ansagen vom Chef und flache Hierarchien.

DüsseldorfWas nach einer Unternehmenskultur aus ferner Zukunft klingt, ist bei der Schweizer Firma Umantis schon seit längerem gelebte Demokratie: Dort bestimmen die Mitarbeiter, wer auf dem Chefsessel Platz nehmen darf. In einer anonymen Wahl setzen sie in regelmäßigen Abständen ihr Kreuzchen für denjenigen Kandidaten, der ihrer Meinung nach die besten Führungsqualitäten hat. Der Bewerber für den Chefposten, der die meisten Stimmen einheimst, darf das Unternehmen leiten. Wenn die Mitarbeiter unzufrieden mit dessen Führungsstil sind, können sie ihn kurzerhand feuern.

Doch Marc Stoffel hat bewiesen, dass er das Zeug zum CEO hat – und steht seit Juni 2013 an der Spitze des zur deutschen Haufe-Gruppe gehörenden Unternehmens. Ihm ist es wichtig, mit den Mitarbeiter gemeinsam zu definieren, was eine gute Führungskraft und Unternehmenskultur ausmacht und hält nichts von starren Strukturen. „Wir versuchen so wenig Hierarchie wie nötig und so viel Eigenverantwortung wie möglich zu haben“, sagte Stoffel einst im Interview mit dem Handelsblatt.

Mit dieser Einstellung trifft Stoffel den Nerv vieler Fachkräfte in Deutschland, wie die Vorauswertung einer gemeinsamen Studie der Personalberatung Kienbaum und der Jobbörse Stepstone zeigt. Die beiden Unternehmen haben im Dezember 12.000 Fach- und Führungskräfte zu Hierarchie- und Organisationsformen in deutschen Unternehmen befragt und kommen zu dem Ergebnis: Deutsche Arbeitnehmer wünschen sich flache Hierarchien und klare Ansagen von ihrem Vorgesetzten. Drei von vier Befragten gaben an, dass die Unternehmensstruktur wichtig für ihre Jobzufriedenheit ist. Genauso viele wünschen sich mehr Verantwortung.

Top-Karriereziele 2017

Platz zehn: Beförderung

Der Personaldienstleister ManpowerGroup hat mehr als 1000 Arbeitnehmer nach ihren Karrierezielen für das Jahr 2017 befragt. Auf Platz zehn landet die Beförderung. Zwölf Prozent der Befragten wollen sich im kommenden Jahr bemühen, auf der Karriereleiter eine Sprosse nach oben zu gelangen.

Quelle: Studie "Karriereziele 2017"

Platz neun: Engagement

Ein Pony springt nur so hoch wie es muss. 13 Prozent der Befragten wollen im nächsten Jahr allerdings ein bisschen höher springen als verlangt und sich stärker im Job engagieren.

Platz acht: Stunden reduziueren

Mehr Engagement heißt aber nicht zwangsläufig mehr Stunden: Ebenfalls 13 Prozent wollen im nächsten Jahr weniger arbeiten und beispielsweise Stunden reduzieren.

Platz sieben: Netzwerken

Vitamin B ist alles: 13 Prozent wollen im nächsten Jahr mehr Networking betreiben.

Platz sechs: Lernen

14 Prozent wollen sich neben dem Job weiterbilden.

Platz fünf: Jobwechsel

Dem Boss wird es nicht gefallen: 16 Prozent der Befragten wollen sich 2017 bei einem anderen Arbeitgeber bewerben.

Platz vier: Zeigen, was man kann

Ebenfalls 16 Prozent wollen nächstes Jahr ihre Kompetenzen noch selbstbewusster präsentieren.

Platz drei: Effizienz

18 Prozent wollen im nächsten Jahr effizienter arbeiten.

Platz zwei: Locker bleiben

Trotzdem wollen 33 Prozent die Arbeit im nächsten Jahr lockerer sehen.

Platz eins: Abschalten

Vollgas geben, okay, aber nur innerhalb der Arbeitszeit: 34 Prozent wollen in Zukunft nach Feierabend besser abschalten.

Denn laut Stepstone-Geschäftsführer Sebastian Dettmers sind vor allem Fachkräfte heutzutage echte Karriereplaner. „Es geht nicht mehr nur darum, ob sie die richtigen Fähigkeiten für eine Stelle mitbringen. Sie wollen auch wissen, ob die Arbeitsweise und die Führungskultur in einem Unternehmen zu ihnen passen.“

Den Führungskräften sind diese neuen Anforderungen an Unternehmen offenbar bekannt: 95 Prozent der befragten Vorgesetzten stimmten der Aussage zu, dass eine gute Führungskultur einen großen Einfluss auf die Mitarbeiterbindung hat. „Den Wunsch nach flachen Hierarchien können Unternehmen für sich nutzen. Arbeitgeber, die in entsprechenden Strukturen arbeiten, haben ein starkes Argument im Recruiting“, sagt Kienbaum-Geschäftsführer Walter Jochmann.

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22.03.2017, 10:31 Uhr


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