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15.03.2012

13:34 Uhr

Thomas Bellut

Der konservative Moderator

VonHans-Peter Siebenhaar

Zeitenwende beim ZDF: Thomas Bellut übernimmt den Chefsessel und wird neuer Intendant. Der langjährige Programmdirektor muss den Sender verändern. Keine leicht Aufgabe.

Thomas Bellut hat seinen großen Tag. dpa

Thomas Bellut hat seinen großen Tag.

DüsseldorfBei „Weck, Worscht un Woi“, dem Mainzer Traditionsgericht, sagte Markus Schächter gestern seinen 3500 Mitarbeitern Adieu. Nach zehn Jahren verabschiedet sich der Pfälzer vom ZDF. Heute wird Thomas Bellut in das Chefzimmer im 14. Stock des Hochhauses auf dem Lerchenberg einziehen. Der Umzug ist aber nur ein kleiner, denn der Programmdirektor sitzt schon seit zehn Jahren nur ein paar Zimmer weiter.

Es werden denn wohl auch eher die kleinen Umwälzungen sein, die von Bellut als ZDF-Intendant zu erwarten sind. Der 57-Jährige, fünf Jahre jünger als Schächter, ist ein konservativer Journalist mit einer Vorliebe, die unter TV-Redakteuren selten ist: Er schätzt Wirtschaftsreportagen.

Die digitale Welt von ARD und ZDF

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Kurt Beck fordert die Einstellung von vier Digitalkanälen von ARD und ZDF und eine neue Kultur des Sparens. Er könnte sich vorstellen, dass ARD und ZDF zunächst ihre Infokanäle aufgeben und Phoenix als gemeinsamen Ereignis- und Dokumentationskanal stärken. Ein Überblick über die digitale Fernsehwelt der Sender.

Eins Extra

Tagesschau im Viertelstundentakt, Nachrichten rund um die Uhr, zumindest über weite Strecken des Tages. Vieles wird von den Dritten Programmen und der Tagesschau-Redaktion wiederverwertet, aber einen schnellen Überblick bietet Eins Extra allemal.

Eins Plus

Das Familienprogramm versteht sich als qualitativ „hochwertiges Service-Angebot“, das grundsätzliche Kenntnisse über wissenschaftliche, gesellschaftliche und ökonomische Zusammenhänge vermitteln will.

Eins Festival

Wie der Name schon sagt, sind Showevents ein wesentliches Element. Doch das Programm ist insgesamt ein Mischmach als Wiederholungen von Dokumentation, Serien á la „Sturm der Liebe“ und Filmen.

ZDF Neo

ZDF Neo ist aus dem Dokukanal hervorgegangen und soll vor allem jüngere Zuschauer ansprechen. Lebensnah soll das Programm sein. Es besteht aus sogenannten „Factual Entertainment-Formaten“, Servicesendungen, Dokumentationen, Musiksendungen, Spielfilmen, internationalen Kaufserien und Comedy-Formaten.

ZDf Info

ZDF Info steht für Information, Hintergrund und Service. Schwerpunkte bilden die Ressorts Zeitgeschichte, Europa, Politik, Wissen, Expedition und Gesellschaft. Der Kanal will durch crossmediale Verwertung "eine Brücke in die Welt der politischen Diskussion und Meinungsbildung im Internet" schlagen, und "Fernsehen zum Mitreden“ bieten.

ZDF Kultur

ZDF Kultur versteht sich als "Spiegelbild eines veränderten Lebensgefühls und Kulturverständnisses, das Hochkultur und Popkultur miteinander verbindet". Tragende Programmsäulen sind Popkultur und alle Formen des Spiels - vom Theaterspiel bis zur Netz- und Computerspielkultur. Vor allem Musikrichtungen, wie Indie-Rock und -Pop, Heavy Metal, Hip-Hop, Jazz oder Electronic Music finden in ZDF Kultur ihre Heimat.

Über Parteigrenzen hinaus genießt der Politologe, der zum Thema „DDR-Berichterstattung in den Nachrichtenmedien der Bundesrepublik Deutschland“ promovierte, den Ruf eines undogmatischen Journalisten und kreativen Managers. Ein weltläufiger TV-Haudegen ist er aber nicht. Seine Karriere führte ihn vom Studium in Münster direkt nach Mainz. Seit 1984 ist er beim ZDF.

Bellut hat ein sicheres Gespür. In schwierigen Momenten hat er bisher die richtigen Entscheidungen getroffen. Beim tragischen Unfall in der Show „Wetten, dass ...?“ in Düsseldorf beschloss er blitzschnell, den Quotenbringer erstmals in dessen 30-jähriger Geschichte abzubrechen. Auch die Nachfolge für Thomas Gottschalk hat er gut gelöst, auch wenn der Applaus für Markus Lanz bisher ausgeblieben ist.

Bekannt wurde der Osnabrücker durch seine Sendung „Was nun, ...?“ in den 90er-Jahren. Bellut bewies in zahlreichen Talkrunden analytischen Sachverstand. Und er besitzt noch eine andere, seltene Gabe: Selbstironie. Die populäre „Heute-Show“ und die spitzzüngige Satire-Sendung „Neues aus der Anstalt“ machen sich auch über den eigenen Sender gern lustig - keine Selbstverständlichkeit im Gebührenfernsehen.

Nun aber warten größere Herausforderungen auf Bellut. Er muss das ZDF im digitalen Wettbewerb weiterentwickeln - obwohl der politische Gegenwind stärker wird. Noch in dieser Woche wird er dazu dem ZDF-Fernsehrat seine Ideen präsentieren. Und vielleicht hilft er ja auch dem Wirtschaftsgeschehen zu einem Platz in der ersten Reihe.

Kommentare (1)

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15.03.2012, 16:12 Uhr

Setzen Sie bitte zuerst Frau Slomka ab vom Heute-Journal. Dies zickig-ironisch-sarkastische Art kann man schon lange nicht mehr ertragen.

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