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19.11.2014

12:02 Uhr

Thomas Middelhoff

Deutsche haben kein Vertrauen in Top-Manager

Nicht nur der verurteilte Top-Manager Thomas Middelhoff belastet den Ruf der Wirtschaftselite. Die Deutschen haben das Vertrauen in die Führungsetagen der Republik offenbar verloren, zeigt eine Umfrage.

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff sitzt wegen Fluchtgefahr seit Freitag in U-Haft. Reuters

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff sitzt wegen Fluchtgefahr seit Freitag in U-Haft.

BerlinEine breite Mehrheit der Deutschen sieht im Fall Middelhoff keine Ausnahme innerhalb der deutschen Wirtschaftselite. In einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag des „Stern“ zeigten sich 78 Prozent der Befragten überzeugt, das Verhalten des Ex-Arcandor-Chefs sei unter Spitzenmanagern weit verbreitet. Nur 18 Prozent halten das Gebaren des wegen Untreue zu drei Jahren Haft verurteilten Spitzenmanagers für einen Einzelfall.

Nach Ansicht des Gerichts hat Middelhoff durch Privatflüge auf Firmenkosten, eine über den Karstadt-Mutterkonzern abgerechnete Festschrift für einen Mentor und hinterzogene Steuern einen Schaden von rund einer halben Million Euro verursacht. Middelhoff sitzt wegen Fluchtgefahr seit Freitag in U-Haft.

„Manager von Großkonzernen genießen bei den Deutschen mit zwölf Prozent nur ein äußerst geringes Vertrauen“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner: „Im Gegensatz zur Polizei mit 82 Prozent, der Bundeskanzlerin mit 64 Prozent oder dem Papst mit 55 Prozent.“ Im Stern-Institutionen-Ranking Anfang dieses Jahres lagen selbst die Parteien mit 23 Prozent vor den Konzernchefs.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Uwe Baden

19.11.2014, 16:30 Uhr

Nanu, ist doch gar nicht mehr Sommer. Das ist eine typische Nicht-Nachricht für die Saure-Gurken-Zeit.

Zum einen berichten unsere werten Zeitungen vorzugsweise über schlechte Nachrichten, so auch praktisch nie über gutes Management (gähn) sondern wenn, dann über schlechtes, schief gelaufenes oder über größenwahnsinnige Vertreter dieser Zunft. Was alles nicht sonderlich vertrauensbildend ist. Und persönlich kennt die Masse der Normalbürger keinen Manager, bildet sich also die Meinung aus diesen Negativberichten.

Zum zweiten finden sich in jeder ausreichend grossen Gruppe auch einige schwarze Schafe. Und diese Einzelnen formen dann das öffentliche Meinungsbild zu der Gruppe.

Und deshalb ist auch der Vergleich mit Einzelpersonen wie Merkel oder dem Papst Unsinn. Das sind die berühmten Äpfel und Birnen. Wenn vergleichen, dann bitte die Gruppe der Manager mit der Gruppe der Politiker oder der katholischen Führungsebene und nicht mit Einzelnen. Ich glauber nicht, dass da dann solch Unterschiede zur Managerbewertung herauskämen. Was natürlich wieder eine Nicht-Nachricht wäre.

Fazit: s.o.: Nicht-Nachricht für die Saure Gurken Zeit

Herr Andreas Kettler

20.11.2014, 12:50 Uhr

Die Überschrift hat ja fast nen kleinen Anflug von Nationalstolz in mir ausgelöst. Die Details mit Merkel und Papst haben das Ganze aber wieder gemildert.

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