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26.10.2015

14:14 Uhr

Thomas Sedran

Ex-Opel-Chef wird Chefstratege von Volkswagen

VW holt sich Verstärkung für die Bewältigung des Diesel-Skandals: Die Wolfsburger verpflichten Thomas Sedran als neuen Chefstrategen. Der gilt als krisenerprobt, war schließlich mal Chef beim Konkurrenten Opel.

Der ehemalige Opel-Chef übernimmt ab dem 1. November den Posten des Chefstrategen von VW. AFP

Thomas Sedran

Der ehemalige Opel-Chef übernimmt ab dem 1. November den Posten des Chefstrategen von VW.

WolfsburgIm Abgas-Skandal setzt der kriselnde Autobauer VW auf einen weiteren ranghohen externen Manager. Der frühere Chef des Autoherstellers Opel, Thomas Sedran, wird neuer Chefstratege bei Volkswagen, wie Europas größter Autobauer am Montag in Wolfsburg mitteilte. „Er übernimmt diese Funktion mit Wirkung zum 1. November und wird an den Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller berichten“, heißt es in der Mitteilung.

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Mehr als die Hälfte der 8,5 Millionen für 2016 geplanten Rückrufe entfällt auf den 2,0-Liter-Diesel. Für VW und die Töchter Audi, Skoda und Seat sind aber vor allem die 1,6 Liter-Motoren ein Problem.

Der heute 51-jährige Sedran war 2012 zum Vorstandsmitglied der Adam Opel AG berufen worden und auch dort zunächst für Strategie verantwortlich. Später wurde er Interims-Chef des Autobauers. Ab Juli 2013 war er für die Marken Chevrolet und Cadillac der Opel-Mutter General Motors (GM) in Europa zuständig. Im Sommer 2015 verließ er GM.

In der Abgasaffäre hatte VW eingeräumt, millionenfach Dieselwagen mit einer Software ausgestattet zu haben, die den Schadstoffausstoß auf Prüfständen der Behörden manipuliert. Die 8,5 Millionen Diesel, die nun in Europa zur Werkstatt müssen, sind laut Experten für den Kontinent der größte Rückruf überhaupt – und für VW sowieso. Neben VW-Pkw sind Audi, Seat, Skoda und die VW-Nutzfahrzeuge betroffen.

Sedran ist die zweite externe Verpflichtung von VW seit Bekanntwerden des Abgasskandals. Vor zehn Tagen hatte VW bereits die Daimler-Vorstandsfrau Christine Hohmann-Dennhardt als künftiges Vorstandsmitglied präsentiert – als erste Frau in der Geschichte. Die ehemalige Richterin am Bundesverfassungsgericht soll sich im VW-Konzern um das Ressort „Integrität und Recht“ (Compliance) kümmern. Ihr Vertrag bei Daimler galt eigentlich noch bis Februar 2017.

Volkswagen arbeitet derzeit den größten Skandal in seiner Unternehmensgeschichte auf. Der Konzern hatte in den USA zugegeben, Abgaswerte von Dieselfahrzeugen durch eine Software manipuliert zu haben, die bei Tests zu einem niedrigeren Schadstoffausstoß führte als im Normalbetrieb. Weltweit wurde die Software in bis zu elf Millionen Autos eingebaut.

Große Rückrufaktionen der Autobranche

Millionen betroffen

Immer wieder müssen Autohersteller Wagen in die Werkstätten beordern. In der Abgas-Affäre steht Volkswagen mit insgesamt elf Millionen betroffenen Autos vor einer der größten Aktionen der vergangenen Jahre. Beispiele für große Rückrufe.

Oktober 2015

In der Diesel-Affäre ordnet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen verpflichtenden Rückruf für 2,4 Millionen Volkswagen-Fahrzeuge in Deutschland an.

September 2015

Fiat Chrysler muss in Nordamerika gut 1,7 Millionen Fahrzeuge wegen technischer Mängel in die Werkstätten beordern. Die Gründe sind Fehler am Lenkrad und Probleme mit Airbags.

August 2015

Wegen Airbag-Problemen ruft Volkswagen in den USA 420 000 Autos zurück. Schwierigkeiten mit einer Feder am Lenkrad könnten dazu führen, dass der Airbag bei einem Unfall nicht auslöst.

Juli 2015

Chrysler ruft in den USA 1,4 Millionen Wagen wegen einer Sicherheitslücke zurück, die zwei Hacker aufgedeckt hatten. Durch fehlerhafte Software könnten Autos aus der Ferne manipuliert werden.

Mai 2015

Der japanische Airbag-Hersteller Takata muss Gefahren bei insgesamt 19,2 Millionen Autos zugeben und läutet damit die bis dahin größte Rückrufaktion der US-Autoindustrie ein.

April 2015

Der japanische Kleinwagen-Spezialist Suzuki Motor ruft rund zwei Millionen Autos in die Werkstätten zurück, die meisten davon in Japan. Grund sind mögliche Defekte bei Zündschlössern.

März 2014

General Motors weitet die Rückrufaktion wegen Problemen an Zündschlössern aus. Betroffen sind mittlerweile rund 2,6 Millionen Fahrzeuge. Sie wurden meist in den USA und Kanada verkauft. Der Konzern muss sich für mindestens 13 Tote und 31 Unfälle verantworten.

November 2013

Volkswagen holt über 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten. Weltweit gibt es Qualitätsprobleme. Im selben Monat treten wegen diverser Rückrufaktionen des südkoreanischen Autobauers Hyundai drei Manager dieses Unternehmens zurück.

Juni 2013

Chrysler startet einen massenhaften Rückruf in den USA. Die Verkehrssicherheitsbehörde hatte gefordert, 2,7 Millionen ältere Jeep Grand Cherokee und Jeep Liberty zu prüfen - Tanks könnten bersten, wenn die Geländewagen gerammt würden.

Oktober 2012

Fast 7,5 Millionen Autos weltweit ruft Toyota wegen Problemen mit elektrischen Fensterhebern zurück.

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