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18.01.2006

07:04 Uhr

Thoms Stein wird Vorstandschef des Berliner Musikproduzenten Jack White

Superstar vor dem Comeback

VonAxel Postinett und Hans-Peter Siebenhaar

Seit seinen unvergessenen Auftritten bei der RTL-Musik-Show „Deutschland sucht den Superstar“ ist er der wohl bekannteste Musikmanager Deutschlands: Thomas Stein, Ex-Deutschland-Chef der Musiktochter des Gütersloher Bertelsmann-Konzerns. Jetzt ist er wieder da.

Thomas Stein. Foto: dpa

Thomas Stein. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Ein freundlich lächelnder älterer Herr, der so manchen Youngster vor laufender Kamera auch mal knallhart abkanzeln konnte, was das Publikum mit „Stein raus, Stein raus“-Rufen quittierte, und der Künstlern wie dem – freundlich formuliert – umstrittenen Daniel Küblböck eine große Karriere prophezeite. Wenn auch eher als schräger Comedy-Star.

Nach zweijähriger Pause übernimmt Stein den Chefsessel beim Berliner Musikproduzenten und Rechtehändler Jack White. Die beiden kennen sich seit 25 Jahren und sie wissen, was sie aneinander haben. „Für uns ist das ein Sechser im Lotto“, sagte White gestern dem Handelsblatt.

Der 56-jährige Schwabe Stein versteht das Geschäft mit Zahlen und Musik. Bei der damaligen BMG – heute nach erfolgter Übernahme Sony-BMG – sorgte er viele Jahre für glänzende Gewinne. Für die Familie Mohn verdiente er mit Gruppen wie „Wildecker Herzbuben“ oder „Modern Talking“ und mit Interpreten wie Heino und Peter Maffay Millionen. „Die Künstler lieben ihn“, sagt Jack White über Stein. Auf den Partys nach der jährlichen Musikverleihung Echo hingen die jungen Superstar-Kandidaten an seinem Rockzipfel – was „Thomas“ sagte, war nicht nur Gesetz. Sie mochten ihn.

Bereits 1988 hatte er die Geschäftsführung von BMG in München übernommen, drei Jahre später rückte er zum Vorsitzenden der Geschäftsleitung auf. Unter Stein wurde BMG Marktführer in Deutschland. Immer neue Umsatz- und Gewinnrekorde fuhr der Tirol-Fan mit der österreichischen Wahlheimat St. Ulrich ein.

Aber wenn die Zahlen nicht mehr stimmen, kann die Bertelsmann-Welt grausam sein. Der loyale Manager, der gestern noch als Tanzpartner von Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn geschätzt wurde, fiel in Ungnade. Er habe „die Kosten nie in den Griff bekommen“, sagt ein Bertelsmann-Manager. Stein galt als Verlierer.

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