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17.01.2014

21:03 Uhr

Thyssen-Krupp

Aktionäre entlasten angezählten Hiesinger

VonSebastian Schaal

Die Hauptversammlung bei Thyssen-Krupp leitet eine Zeitenwende ein. Und obwohl der Konzern beim nötigen Umbau auf externe Hilfe angewiesen sein könnte, werden zwei umstrittene Köpfe in ihrem Amt bestätigt.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger: Die Aktionäre brauchen Geduld. Reuters

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger: Die Aktionäre brauchen Geduld.

BochumDefizitäre Stahlwerke in Amerika, ein misslungener Verkauf von Geschäftsteilen und der dritte Milliardenverlust in Folge: Thyssen-Krupp steckt in einer existenziellen Krise.

Das ist auch vor dem Ruhrcongress in Bochum zu spüren, wohin der Konzern seine Aktionäre zur 15. Hauptversammlung geladen hat. Es sind nur eine Hand voll Gewerkschaftsvertreter, die vor der Halle demonstrierten, doch die Nachricht auf ihren Flugblättern hat es in sich: „Wasser predigen - Sekt saufen!“ Mit diesen markanten Worten greifen sie den Vorstand direkt an. Die Unzufriedenheit in der Belegschaft sitzt tief angesichts immer größer werdender Entbehrungen und Personalabbau – bei gleichzeitig steigenden Vorstandsgehältern.

Vor wenigen Jahren als Hoffnungsträger angetreten, den vom Stahl abhängigen Ruhrkonzern grundlegend umzubauen, muss Vorstandschef Heinrich Hiesinger am Freitag bei der Hauptversammlung den Aktionären den erneuten Milliardenverlust und das Ausbleiben einer Dividende erklären. „Thyssen-Krupp war in vielen Geschäftsfeldern und Funktionen nicht mehr wettbewerbsfähig. Und die grundlegenden Veränderungen, die wir in allen Unternehmensteilen angestoßen haben, werden Zeit brauchen“, sagt er.

Das Geschäftsjahr 2012/2013 von Thyssen-Krupp in Zahlen

Components Technology

Im Geschäftsjahr 2012/2013 erzielte die Komponenten-Sparte (unter anderem Zuliefererteile für die Autoindustrie) ein bereinigtes Ebit von 244 Millionen Euro.

Elevator Technology

Die Aufzug-Sparte hat mit einem bereinigten Ebit von 675 Millionen Euro das beste Ergebnis aller Sparten von Thyssen-Krupp eingefahren.

Industrial Solutions

Die Sparte für Industrieanlagen steuerte 640 Millionen Euro zum Konzernergebnis bei.

Materials Services

Das bereinigte Ebit von Material Services lag 2012/2013 bei 236 Millionen Euro.

Steel Europe

Die von Überkapazitäten geprägte europäische Stahlsparte erwirtschaftete ein bereinigtes Ebit von 143 Millionen Euro.

Steel Americas

Bei der amerikanischen Stahl-Sparte sah es im Geschäftsjahr 2012/2013 düster aus, insgesamt stand ein Verlust von 495 Millionen Euro in den Büchern. Zumindest das Walzstahlwerk in Alabama konnte nach Ablauf des Geschäftsjahres für rund eine Milliarde Euro an Arcelor Mittal und Nippon Steel verkaufen.

Corporate

Hier fiel ein Verlust von 425 Millionen Euro an.

Die Aktionäre des Ruhrkonzerns sind Kummer gewohnt, doch einigen der Anteilseigner geht der Umbau nicht schnell genug. „Sich aus einem Land zurückziehen, wo die Energiekosten niedrig sind, ist sehr fraglich“ oder „Der Verkauf des Brasilien-Werks geht viel zu langsam“, ist im Foyer zu hören. Die Geduld scheint am Ende, es wird mehr gefordert als die Beteuerungen Hiesingers, der Konzern sei auf dem richtigen Weg.

Den meisten Applaus gibt es nicht für den Vorstand oder den Aufsichtsrat, sondern wenn Aktionäre bei ihren Reden eben jene Konzernmanager direkt angreifen. Harmonie und Zufriedenheit mit der Unternehmensführung sehen anders aus. Hiesinger selbst, hatte im Vorfeld der Versammlung im Interview mit dem Handelsblatt Fehler eingestanden.

Kommentare (2)

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Strandbaggy

17.01.2014, 13:43 Uhr

Das wird doch ein weiteres Verlustjahr geben. Jetzt ist nur noch die Rede davon, dass man beim bereinigten EBIT die Richtung ausgeglichenes Ergebnis anvisiert. Wenn man den Rest von Outokumpu gänzlich abschreiben muss (350 Mio.), die Belastungen von TKCSA weiter trägt, dann hilft auch die Elevatorsparte nicht viel weiter. Hiesinger hat mich schon wieder enttäuscht.

Account gelöscht!

17.01.2014, 13:52 Uhr

Der kann es nicht. Er ist seit über 3 Jahren dort und hat NICHTS bewegt - doch, Bereiche an Wettbewerbern verschenkt. Da können hier noch so viele MA von TK das Gegenteil posten, Hiesinger hat komplett versagt. Ist halt wie sein Herrchen Cromme ein Nichtsnutz.

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