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19.11.2014

20:25 Uhr

Thyssen-Krupp

Cevian-Manager soll in Aufsichtsrat einziehen

Für den Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp stehen zwei neue Kandidaten zur Wahl: Cevians-Chef Jens Tischendorf und KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Gengster sollen in das Gremium einziehen. Thyssen selbst verliert an Einfluss.

Über die Wahl der Aufsichtsrat-Kandidaten muss die Hauptversammlung am 30. Januar entscheiden. Reuters

Über die Wahl der Aufsichtsrat-Kandidaten muss die Hauptversammlung am 30. Januar entscheiden.

DüsseldorfDer neue Thyssen-Krupp-Großaktionär Cevian schickt seinen Deutschland-Chef in den Aufsichtsrat des Industriekonzerns. Jens Tischendorf wurde vom Aufsichtsrat als Vertreter der Anteilseigner für die Wahl in das Gremium vorgeschlagen, wie aus einer vom Konzern am Mittwochabend veröffentlichten Liste hervorging. Über die Wahl muss die Hauptversammlung am 30. Januar entscheiden. Der Finanzinvestor Cevian hält gut 15 Prozent an dem Unternehmen, das am Donnerstag seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2013/14 (per Ende September) vorlegt.

Neu in das Kontrollgremium von Thyssen-Krupp soll zudem das Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe, Ingrid Hengster, einziehen. Ausscheiden sollen demnach der ehemalige Chef von PSA Peugeot Citroen, Christian Streiff, und der frühere Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann. Beide waren 2005 beziehungsweise 2008 zur Zeit des früheren Aufsichtsratschefs Gerhard Cromme in das Kontrollgremium eingezogen. Dieser hatte 2013 im Zuge des Desasters mit den Übersee-Stahlwerken und der Serie von Kartellfällen und Korruptionsvorwürfen seinen Posten geräumt. Sein Nachfolger, der ehemalige Henkel -Chef Ulrich Lehner, soll als Aufsichtsratschef wiedergewählt werden.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Die mächtige Krupp-Stiftung, die nach der Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr ihre Sperrminorität verloren hatte, wird mit Ralf Nentwig und Lothar Steinebach, nur noch zwei statt drei Vertreter direkt in den Aufsichtsrat entsenden. Ihr bislang dritter Gesandter, der Lufthansa-Chef Carsten Spohr, soll dem Gremium weiter angehören, allerdings nicht mehr als Entsandter der Stiftung.

Von

rtr

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