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15.05.2012

19:41 Uhr

Thyssen-Krupp-Chef

Hiesinger setzt Führungskräfte unter Druck

VonMartin Murphy

ExklusivThyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger fordert von seinen Managern einen anderen Führungsstil. Sie müssten intensiver über Themen nachdenken. Wer nicht mitzieht, dem droht das Aus. Zehn Manager hat es bereits getroffen.

Heinrich Hiesinger unterzieht Thyssen-Krupp einem Kulturwandel. dpa

Heinrich Hiesinger unterzieht Thyssen-Krupp einem Kulturwandel.

DüsseldorfThyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hat dem Industriekonzern einen tiefgreifenden Kulturwandel verordnet. Die Mitarbeiter hätten sich meist nicht als Teil von Thyssen-Krupp verstanden, sondern als Stahlarbeiter, Aufzugs- oder Anlagenbauer bei einer der vielen Tochterfirmen unter dem Konzerndach, sagte Hiesinger dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). „Die Thyssen-Krupp AG, das war der Deckel, der aus Sicht der Einzelgesellschaften nur Mehrkosten verursacht. Damit vergeben wir viele Chancen.“ Künftig stehe der Gesamtkonzern im Vordergrund.

Damit alle an einem Strang ziehen, verlangt Hiesinger von seinen Top-Managern einen anderen Führungsstil. „Ich habe festgestellt, dass unsere Führungskräfte häufig zu viele Routinearbeiten erledigen und zu wenig denken.“ Strategische Fragen rückten daher in den Hintergrund. „Wir müssen mehr Zeit und Mut haben, intensiv über Themen nachzudenken und Verbesserungen einzuleiten.“

Danach erst gehe es an die Umsetzung. Wer bei dem Kulturwandel nicht mitziehe, müsse sich eine neue Aufgabe suchen. Rund zehn Positionen sind schon neu besetzt worden, drei davon durch ehemalige Siemens-Manager. Der Umbau werde einige Jahre in Anspruch nehmen, sagte Hiesinger. „Dabei werden wir immer wieder Funktionen neu besetzen.“

In dem Interview verteidigte der Thyssen-Krupp-Chef die mögliche Trennung von den neuen Stahlwerken in Amerika. „Die Gründe dafür liegen in deutlich veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verglichen mit dem Zeitpunkt der damaligen Entscheidung“, sagte er. Das seien vor allem die gestiegenen Lohnkosten und der starke Real. „Hinzu kommt, dass sich der US-Markt anders entwickelt als ursprünglich angenommen.“

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