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16.01.2008

11:00 Uhr

Thyssen-Krupp

Der ewige Ekki

VonMarkus Hennes

In fast allen Dax-Unternehmen müssen die Chefs mit spätestens 65 Jahren abtreten – nicht jedoch beim Stahlkonzern Thyssen-Krupp. Ekkehard Schulz darf noch bis 2011 am Ruder bleiben. Dann ist er fast 70.

Thyssen-Krupp ist ohne Ekkehard Schulz kaum denkbar. Foto: dpa Quelle: dpa

Thyssen-Krupp ist ohne Ekkehard Schulz kaum denkbar. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Er ist mit 66 Jahren der älteste amtierende Vorstandsvorsitzende eines Dax-Unternehmens. Und wahrscheinlich auch einer der erfolgreichsten.

Seit acht Jahren steuert Ekkehard Schulz als Vorstandsvorsitzender den Stahl-, Investitionsgüter- und Dienstleistungkonzern Thyssen-Krupp. Nach der Fusion 1999 führte er zunächst die beiden einstigen Erzrivalen von der Ruhr unter einem Dach zusammen. Danach begann er, das verschachtelte Konglomerat geräuschlos zu einem schlagkräftigen Konzern umzubauen. Das kam bei den Investoren gut an: Seit Frühjahr 2003 hat Schulz den Börsenwert von Thyssen-Krupp auf aktuell fast 19 Milliarden Euro verfünffacht. Und zuletzt hat er fünf Jahre in Folge Rekordgewinne abgeliefert.

Kann Thyssen-Krupp auf diesen Macher verzichten?

Eigentlich nicht. Deshalb wird sich der Aufsichtsrat am Freitag für eine Vertragsverlängerung bis 2011 aussprechen. Doch im Juli wird Schulz 67. Ein Alter, in dem die Chefs aller übrigen Dax-Konzerne ihren Stuhl längst für jüngere Nachfolger geräumt haben. Zwar stimmen viele prominente Vorstände und Aufsichtsräte in Deutschland überein, dass die bis vor einigen Jahren übliche Altersgrenze von 60 Jahren für die Führungselite der deutschen Wirtschaft eindeutig zu früh war. „Aber mit 65 ist das Limit definitiv erreicht, und es wird höchste Zeit abzutreten“, sagt ein renommierter deutscher Headhunter.

Dax-Konzerne wie BMW und Henkel exerzieren es seit Jahren vor. Unbestritten erfolgreiche Vorstandschefs wie Helmut Panke beim Münchener Automobilhersteller müssen mit 60, Ulrich Lehner beim Düsseldorfer Waschmittelfabrikanten mit Vollendung des 62. Lebensjahres Platz für jüngere Nachfolger machen. Ob sie nun wollen oder nicht. In beiden Fällen achtet ein starker Großaktionär darauf, dass die in der Satzung festgeschriebene Regel eingehalten wird. Bei BMW die Familie Quandt, bei Henkel die Nachkommen des Firmengründers.

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