Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2015

12:25 Uhr

Thyssen-Krupp erfindet sich neu

Neues Logo, neues Glück?

VonCatrin Bialek

Der Industriekonzern Thyssen-Krupp gibt sich einen neuen Markenauftritt und spendiert dafür einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Doch lässt sich so einfach ein Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen?

Konzernchef Heinrich Hiesinger posiert vor der Unternehmenszentrale in Essen. ap

Neues Logo für Thyssen-Krupp

Konzernchef Heinrich Hiesinger posiert vor der Unternehmenszentrale in Essen.

DüsseldorfThyssen-Krupp ist Vergangenheit. Seit Donnerstag hat sich der Industriekonzern umbenannt in „thyssenkrupp“ – in einem Wort und am liebsten kleingeschrieben. Die Verschmelzung zweier Unternehmen soll sich – gut 16 Jahre nach der Fusion – nicht nur im neuen Firmennamen wiederfinden, sondern auch im neuen Logo des Essener Unternehmens. Der einst wuchtige Stahlbogen, der zuvor eine Art Dachkonstruktion des Signets war, rutscht nach unten und fügt sich in die drei Krupp-Ringe ein. Der Blauton wechselt von „preußisch-blau“ zu „electric-blue“. Und der neue Slogan verheißt im modernen Englisch: „engineering. tomorrow. together." Auch hier regiert die Kleinschreibung.

„Wir sind an einem Wendepunkt“, stellte CEO Heinrich Hiesinger im Gespräch mit Journalisten fest. Der neue Markenauftritt soll jetzt auch optisch zeigen, dass die düsteren Jahre der Fehlinvestitionen und des Missmanagements nun endgültig vorbei sind. Statt gigantischer Verluste schreibt Thyssen-Krupp wieder solide Gewinne.

Thyssen-Krupp im Umbruch: Die Krise an der Ruhr ist noch nicht vorbei

Thyssen-Krupp im Umbruch

Die Krise an der Ruhr ist noch nicht vorbei

Thyssen-Krupp arbeitet sich aus der Krise. Der Ruhrkonzern kann seinen operativen Gewinn deutlich steigern – muss aber einige Dämpfer einstecken. Für Vorstandschef Hiesinger bleibt der Umbau eine Mammutaufgabe.

Mit dem Relaunch sollen nicht weniger als 180 verschiedene Marken eingefangen werden. Die neue  Dachmarke soll ein einheitliches Bild bei Kunden, Mitarbeitern und in der Öffentlichkeit liefern. Als Basis für die Markenarbeit diente eine von der Unternehmensberatung McKinsey durchgeführte Umfrage, bei der Thyssen-Krupp vor allem mit dem Kernwert Ingenieurskunst punktete.

Die neue Ära wurde am Donnerstagmorgen für die Mitarbeiter – weltweit sind es rund 155.000 – jeweils mit einem kleinen Überraschungspaket eingeläutet: Neben Aufklebern und Broschüren fanden sie einen Kaffeebecher mit dem neuen Logo. Sparsamkeit scheint eines der oberen Gebote zu sein: Thyssen-Krupp hat nach eigenen Angaben einen „mittleren einstelligen Millionenbetrag“ für den neuen Markenauftritt ausgegeben – das ist weitaus weniger, als andere Unternehmen für eine Rundumerneuerung spendieren.

Die Hamburger Werbeagentur Thjnk sowie ihre Designtochter Loved, die ihre Firmennamen ebenfalls beide kleinschreiben, haben den neuen Markenauftritt des Essener Konzerns konzipiert. „Jetzt tragen wir die neue Markenidentität in alle internen und externen Kommunikationskanäle von Thyssen-Krupp“, meinte Thjnk-Co-Gründer Michael Trautmann. Eine große Werbekampagne wird es zum Start des Markenauftritts allerdings nicht geben – mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage des Konzerns.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×