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26.02.2014

12:45 Uhr

Thyssen-Krupp

Schienenkartellaffäre wirft fahles Licht auf Telekom-Vorstand

ExklusivBis Mai 2012 war Thomas Kremer bei Thyssen-Krupp für Compliance verantwortlich. In dieser Zeit wusste Kremer über die Vorgänge um das Schienenkartell Bescheid – was jetzt ein schlechtes Licht auf ihn wirft.

Thomas Kremer ist inzwischen für Compliance bei der Telekom verantwortlich. Pressefoto

Thomas Kremer ist inzwischen für Compliance bei der Telekom verantwortlich.

DüsseldorfDie Affäre um das Schienenkartell hat den Ex-Justiziar von Thyssen-Krupp und jetzigen Telekom-Vorstand Thomas Kremer eingeholt. In einer Aussage vor der Staatsanwaltschaft Bochum hat der frühere Stahlchef von Thyssen-Krupp, Edwin Eichler, seinen ehemaligen Chefjustiziar Kremer belastet. Dies berichtet das Handelsblatt (Mittwochausgabe) unter Berufung auf interne Unterlagen.

Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt seit Frühjahr 2011 wegen Preisabsprachen auf dem deutschen Schienenmarkt. Thyssen-Krupp hat zusammen mit anderen Produzenten Preise und Mengen illegal abgesprochen und musste dafür bereits 300 Millionen Euro an Bußgeldern und Schadensersatz zahlen.

Zweimal sagte Eichler im Dezember 2012 vor den Ermittlern der Staatsanwaltschaft aus. Nach seinen Angaben gab es schon nach einer internen Prüfung 2006 Hinweise auf illegale Absprachen im Schienengeschäft. Hilfesuchend habe er sich an den Compliance-Verantwortlichen gewandt – Thomas Kremer. Das Ergebnis fasste Eichler laut Zeugenprotokoll so zusammen: Herr Kremer habe ihm den Rat gegeben, nichts zu machen. Schließlich seien Thyssen-Krupp-Mitarbeiter nicht betroffen. Das Handelsblatt hatte Einsicht in die Unterlagen.

Kremer war von 2003 bis Mai 2012 verantwortlich für Compliance bei Thyssen-Krupp, also dafür, dass Geschäfte sauber abgewickelt wurde. Seit Juni 2012 ist er Vorstand bei der Deutschen Telekom
Kremer selbst wollte sich zu den konkreten Vorwürfen nicht äußern. In einer schriftlichen Stellungnahme betonte er: „Ich habe bei meiner Arbeit für Thyssen-Krupp alles in meiner Macht Stehende getan, um Compliance-Verstöße zu verhindern.“ Es habe in keinem Fall auch nur ansatzweise einen Hinweis auf ein persönliches Fehlverhalten seinerseits gegeben.

Von

mur

Kommentare (1)

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Eisenbieger

26.02.2014, 13:53 Uhr

Da stellt sich doch die Frage, ob der Mann bei seiner Einstellung gelogen hat oder ob die Telekom ihn im Wissen um die zahlreichen diskutablen Vorfälle bei ThyssenKrupp trotzdem eingestellt hat.

Gerade wenn ein Kandidat von einem gebrannten Kind wie TK kommt, muss der Aufsichtsrat sicher sein, dass da nichts nachkommt.

Es wäre unverantwortlich den Mann jetzt noch mit einem goldenen Handschlag zu verabschieden, falls er untragbar sein sollte. Das sollten die Aufsichtsratsmitglieder die ihn eingestellt haben, dann auch aus eigener Tasche zahlen.

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