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28.05.2017

08:06 Uhr

Tourismus-Boom in Griechenland

Kein Zimmer frei, denn die Chinesen kommen

VonGerd Höhler

Die griechischen Hoteliers erwarten dieses Jahr einen neuen Reiserekord. Vor allem die Deutschen zieht es wieder öfter nach Hellas. Nun kommen auch noch die Chinesen.

Die deutschen Urlauber halten Griechenland offenbar zunächst weiter die Treue. Und auch für Gäste aus Fernost wird das Land als Reiseziel attraktiv. dpa

Griechenland - Strand von Chania

Die deutschen Urlauber halten Griechenland offenbar zunächst weiter die Treue. Und auch für Gäste aus Fernost wird das Land als Reiseziel attraktiv.

Manolis Papadakis schlürft genüsslich seinen Mokka und blinzelt in die Sonne. „Vergangenes Jahr um diese Zeit saß ich noch bis spätabends im Büro und wartete auf Buchungen“, sagt der 52-Jährige. „Jetzt kann ich mir auch mal eine Pause gönnen.“ Gemeinsam mit seinem Bruder und seiner Schwester betreibt Papadakis ein Drei-Sterne-Hotel auf der Insel Kreta. „Für Juni bis August sind wir komplett ausgebucht, September und Oktober füllen sich auch, und wir bekommen schon Anfragen für 2018“, berichtet der Hotelier zufrieden.

Der Griechenland-Tourismus boomt. Nachdem die hellenischen Hoteliers und Tavernenwirte bereits im vergangenen Jahr mit 27,8 Millionen Besuchern mehr Gäste als je zuvor begrüßten, erwarten sie 2017 mit 30 Millionen ausländischen Urlaubern einen neuen Reiserekord.
Der Tourismus wird damit immer mehr zu einem starken Motor, der Griechenlands Wirtschaft aus der Krise ziehen könnte. Nach einer kurzen Erholung 2014 ist Griechenland unter dem Anfang 2015 gewählten Links-Premier Alexis Tsipras wieder in die Rezession zurückgefallen. Im dritten Quartal 2016 schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,2 Prozent, für die ersten drei Monate 2017 meldete die staatliche Statistikbehörde Elstat ein Minus von 0,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet die Regierung jedoch ein Wachstum von 1,8 Prozent – vor allen dank des Fremdenverkehrs.

Die Hotspots in Griechenland

Flüchtlinge in Griechenland

In Griechenland halten sich aktuell etwas mehr als 60.000 Flüchtlinge und Migranten auf. Doch nur fünf der rund 40 bestehenden Auffanglager zählen zu den so genannten Hotspots. Die Situation auf den Inseln zum Stand 20. September 2016 im Folgenden. (Quelle: dpa)

Lesbos

Kapazität: 3500

Flüchtlinge und Migranten: 5708

Chios

Kapazität: 1100

Flüchtlinge und Migranten: 3726

Samos

Kapazität: 850

Flüchtlinge und Migranten: 1513

Leros

Kapazität: 1000

Flüchtlinge und Migranten: 731

Kos

Kapazität: 1000

Flüchtlinge und Migranten: 1714

Steuerte der Tourismus zu Beginn der Krise 2010 noch 15,6 Prozent zum griechischen BIP bei, waren es 2016 nach Berechnungen des World Travel & Tourism Council (WTTC) bereits 18,6 Prozent. Auf den Fremdenverkehr entfallen direkt zwölf und mittelbar sogar 25 Prozent aller Arbeitsplätze. Nach den Prognosen des WTTC wird der Beitrag des Tourismus zum BIP in Griechenland bis 2027 jährlich um 4,6 Prozent wachsen und damit deutlich stärker zulegen als die Gesamtwirtschaft.

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Dazu sollen nicht zuletzt die deutschen Gäste beitragen. Sie stellen neben den Briten traditionell die meisten Besucher. Bei den Deutschen steht Griechenland 2017 hoch im Kurs. „Kein anderes Reiseland gewinnt in absoluten Umsatzzahlen derzeit so stark“, ermittelte das Marktforschungsunternehmen GfK jetzt in einer Analyse zum Reiseverhalten der Deutschen. Danach haben sich im Vergleich zum bislang schwächsten Sommer im Jahr 2012, als das Land mit Massenprotesten, Unruhen und Streiks Negativschlagzeilen machte, die Griechenland-Umsätze im Reisebüro mehr als verdreifacht. „Griechenland steigt damit nach den Balearen zum zweitstärksten Urlaubsziel im deutschen Markt auf“, stellt GfK fest.

Bei Europas größtem Touristikkonzern TUI ist Griechenland in diesem Jahr ebenfalls gefragter denn je. Das Unternehmen meldete im Frühjahr 23 Prozent mehr Hellas-Buchungen als 2016. Besonders begehrt sind Reisen nach Rhodos (+26 Prozent) und auf die Halbinsel Peloponnes (+32 Prozent). Die Insel Kos kann sogar um mehr als 40 Prozent zulegen. Marek Andryszak, touristischer Geschäftsführer bei TUI Deutschland sagt: „Wir haben langfristige Pläne in Griechenland und wollen auch in den kommenden Jahren weiter wachsen.“

Kommentare (1)

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G. Nampf

29.05.2017, 14:40 Uhr

Gute Nachrichten für GR!!!

Ich hoffe, daß die Griechen ökonomisch wieder auf die Beine kommen, ohne "Rettungs "pakete der EU - verdient hätten sie es.

Kopf hoch Hellas!!

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