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10.03.2013

21:02 Uhr

Touristikmesse

Weniger Fachbesucher bei der ITB

Zur Touristikmesse ITB kamen diesmal wieder rund 170.000 Menschen. Zum ersten Mal konnten auf dem weltweit wichtigsten Branchentreff auch Reisen gebucht werden. Doch die Euro-Krise macht sich auch bemerkbar.

Der Stand von Taiwan bei der Internationalen Tourismus Börse (ITB). dpa

Der Stand von Taiwan bei der Internationalen Tourismus Börse (ITB).

BerlinDie weltgrößte Touristikmesse ITB hat in diesem Jahr wieder 170.000 Besucher in die Berliner Hallen am Funkturm gelockt, allerdings weniger Fachbesucher als im Vorjahr. Besonders aus Euro-Krisenländern seien weniger Fachgäste gekommen. Zum ersten Mal konnten die Messebesucher auch Reisen direkt vor Ort buchen.

Die Veranstalter zeigten sich zufrieden insgesamt mit dem Verlauf. Mehr als 10.000 Aussteller aus über 180 Ländern hatten sich zu dem weltweit wichtigsten Branchentreff angemeldet. Partnerland war in diesem Jahr Indonesien, der bevölkerungsreichste muslimische Staat der Welt.

Welche Nation ist Reiseweltmeister?

Platz 10

Italien: Die Italiener, selbst mit einem wunderschönen Land gesegnet, gaben im Jahr 2012 über 20 Milliarden US-Dollar für Reisen ins Ausland aus.

(Quelle: UNWTO, Commerzbank Research)

Platz 9

Australien: Die Australier sind reisesüchtig. Man trifft sie an allen touristischen Hotspots der Welt. Entsprechend hoch sind ihre Ausgaben für Reisen ins Ausland - 2012 betrugen diese über 25 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Japan: Die Bewohner des Inselstaates gaben im vergangenen Jahr knapp unter 30 Milliarden US-Dollar bei Auslandsreisen aus. Sie bevorzugen Ziele in China, Südkorea oder den USA.

Platz 7

Kanada: Auch die Kanadier sind reisefreudig. Sie gaben im Jahr 2012 geschätzte 33 Milliarden US-Dollar dafür aus. Sie mögen besonders gerne europäische Städte: Paris und London zum Beispiel.

Platz 6

Russland: Die Russen gaben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden US-Dollar bei ihren Reisen ins Ausland aus. Ein besonders beliebtes Reiseziel für betuchte Gäste aus Sankt Petersburg und Moskau: Die Mittelmeerinsel Zypern.

Platz 5

Die Franzosen gaben im Jahr 2012 knapp 40 Milliarden US-Dollar für Reisen aus.

Platz 4

England: Die Touristen aus den britischen Inseln reisen gerne nach Südeuropa - dahin, wo die Sonne den ganzen Tag scheint und das Essen schmeckt. Für ihre Reiseaufenthalte gaben die Briten im Jahr 2012 über 50 Milliarden US-Dollar aus.

Platz 3

BRD: Deutschland, lange Jahre der Reiseweltmeister, rutscht vom Thron auf Platz drei ab. Die Ausgaben betrugen das Jahr 2012 geschätzt 82 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Amerika: Die US-Amerikaner bleiben freudige Fernreisende. Egal, ob in der Welt oder im eigenen Land, wo sie auf faszinierende Ziele wie den Grand Canyon treffen. Ihre Ausgaben für Tourismus & Co lagen im Jahr 2012 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

China: Die Touristen aus dem Reich der Mitte haben nicht nur die Deutschen vom Thron der Vielreisenden geschubst, sondern sie geben auch das meiste Geld bei ihren Reisen aus. Schätzungen zufolge betrugen die Urlaubsausgaben der Chinesen im Jahr 2012 über 90 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu. Die Chinesen sind damit Reiseweltmeister.

Die Unternehmen, die unmittelbar mit chinesischen Touristen zu tun haben, stellen sich auf den Ansturm aus Asien ein. Zum Beispiel am Frankfurter Flughafen: Dort sprechen einzelne Mitarbeiter in Duty-Free-Shops mittlerweile Mandarin.

Insgesamt seien etwa 110.000 Fachleute gekommen, sagte eine Sprecherin am Sonntag, dem letzten Tag der ITB 2013. Im vergangenen Jahr seien es noch rund 113 000 gewesen. Einen leichten Anstieg verzeichneten die Verantwortlichen aber bei den privaten Besuchern. Sie rechneten bis zum Ende der Messe mit rund 60.000 Interessierten, im Vorjahr waren es gut 59 100. Insgesamt waren im Vorfeld 170 000 Besucher erwartet worden.

Besonders aus den kriselnden Euro-Ländern Spanien, Italien und Griechenland reisten in diesem Jahr weniger Fachbesucher zur ITB. Ihr Anteil sei um etwa 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, hieß es. Ursache dafür sei, dass die Menschen in diesen Ländern wegen der schwierigen wirtschaftlichen Situation weniger reisten. Dafür kamen mehr Einkäufer aus den USA, dem Nahen und Mittleren Osten und aus Afrika.

Die größten Billighotelketten

A&O

Die Firmengründer Oliver Winter und Michael Kluge wollten eine günstige und dennoch zentral gelegene Übernachtungsmöglichkeit für Backpacker, Jugendgruppen und Familien schaffen, so entstand im Jahr 2000 das erste A & O Hostel in Berlin Friedrichshain mit 164 Betten. 2010 besaß A&O schon 8200 Betten und die Übernachtungszahlen hatten sich von 80.000 auf 1,5 Millionen erhöht. Mittlerweile gibt es 19 Häuser in Deutschland, die jeweils Budgethotel und Hostel (Jugendhotel) unter einem Dach vereinen.

B&B

Die Budget-Hotelkette wurde 1990 in Frankreich gegründet und konnte in der Zwischenzeit auch in Deutschland Fuß fassen. Anfang 2011 verfügte die Kette über rund 230 Hotels, davon 42 in Deutschland (Stand 11/2011).

Motel One

Dieter Müller startete 2001 die Dicount-Hotelkette Motel One. Pro Zimmer veranschlagt Müller beim Bau eines neuen Hotels etwa 70.000 Euro – ein Vier-Sterne-Haus rechnet 80.000 bis 100.000 Euro. Außerdem verzichtet Motel One auf Tagungsräume und eigene Restaurants – stattdessen gibt es nur eine Bar, die gleichzeitig als Frühstücksraum genutzt wird. Die Gäste scheint es nicht zu stören, solange der Preis stimmt. In Deutschland gibt es aktuell 38 Motel One-Hotels.

Holiday Inn Express

Die Kette gehört zur riesigen InterContinental Hotels Group, zu der auch Crowne Plaza, Hotel Indigo, Staybridge Suites oder hotel Indigo zählen. In Deutschland gibt es 21 Holiday Inn Express Häuser.

Ibis

Zur ibis-Familie gehören die gewohnten ibis-Hotels (88 Häuser), die ibis-Styles Hotels (19 Häuser) und die ibis budget Hotels (73 Häuser), mit Zimmern für ein bis drei Personen. Die ibis-Familie des Hotelkonzerns Accor unterhält in Deutschland 180 Häuser und ist damit hierzulande die größte Budget-Hotelmarke

In diesem Jahr konnten auf der Messe zum ersten Mal Reisen gebucht werden. Reisebüros, die um ihr Geschäft fürchten, kritisierten das. In einer Befragung von mehr als 1000 Besuchern hätten 30 Prozent angegeben, dass sie planten, vor Ort eine Reise zu buchen oder zu reservieren. Zehn Prozent hätten gesagt, sie seien genau deswegen zu der Messe gekommen. Wie viele Menschen dann aber auch wirklich buchten, war noch nicht klar. Über die Zahlen verfügten nur die Aussteller selbst, hieß es.

In den vergangenen Jahren wurde das ITB-Angebot zudem um Kongresse erweitert. 21 000 Teilnehmer hätten Vorträge, Diskussionen und Workshops besucht, hieß es in einer Mitteilung. Das sei im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 25 Prozent.

Großes Interesse habe es an den Themen mobile Kommunikation und soziale Netzwerke gegeben. Mehr als 100 Blogger aus aller Welt seien mit den Ausstellern zusammengetroffen.

Deutschlands größte Reiseveranstalter

Platz 7

Schauinsland Reisen - 701 Millionen Euro Umsatz (Stand: 2012)

Die Duisburger haben sich von einem Transportunternehmen zu einem der größten Reiseunternehmer gemausert. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 220 Mitarbeiter.

Platz 6

Aida Cruises - 1,1 Milliarden Euro Umsatz

Der Kreuzfahrtkonzern ist nicht nur der größte Arbeitgeber Mecklenburg-Vorpommerns, sondern auch einer der größten deutschen Reisekonzern. Zur Flotte des Unternehmens gehören derzeit zehn Kreuzfahrtschiffe.

Platz 5

Alltours - 1,4 Milliarden Euro Umsatz

Aus einem kleinen Reisebüro in Kleve hat Willi Verhuven einen der größten deutschen Reisekonzerne geformt. Heute sitzt die Firma in Duisburg.

Platz 4

FTI - 1,62 Milliarden Euro Umsatz

Als das Unternehmen in München gegründet wurde, konzentrierte es sich auf Reisen in den Mittelmeerraum. Inzwischen stehen über 80 Länder im FTI-Katalog.

Platz 3

Rewe-Touristik - 3,18 Milliarden Euro Umsatz

Jahn Reisen, Tjaereborg und Meier's Weltreisen - so heißen die großen Marken, die zum Rewe-Konzern gehören. Gemeinsam erwirtschaften Sie einen großen Teil des Umsatzes des Handelskonzerns.

Platz 2

Thomas Cook - 3,2 Milliarden Euro Umsatz

Durch Condor gehört das Reiseunternehmen aus London auch in Deutschland zu den größten Reiseveranstaltern.

Platz 1

Tui Deutschland - 4,47 Milliarden Euro Umsatz

Kein Touristikkonzern ist breiter aufgestellt als die Tui. Allein in Europa betreiben die Hannoveraner 3500 Reisebüros.

Der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Jürgen Büchy, zeigte sich laut der ITB-Mitteilung zufrieden: „Die Tourismusbranche ist gut ins neue Reisejahr 2013 gestartet. Die positive Stimmung während der vergangenen Messetage ist dafür ebenso ein Indiz wie die bereits eingegangenen Reisebuchungen in den ersten Monaten.“

Am Dienstagabend hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals die Messe feierlich eröffnet. Ihren Ursprung hat die ITB im Jahr 1966. Im damaligen West-Berlin kamen zur Premiere 9 Aussteller und 250 Fachbesucher.

Von

dpa

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