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24.01.2003

14:50 Uhr

Traditionskonzern in der Krise

Insolvenzverwalter Grub soll Salamander sanieren

Der als Insolvenzverwalter bekannt gewordene Stuttgarter Rechtsanwalt Volker Grub soll sich als neuer Salamander-Vorstandschef an der Sanierung der stark defizitären Schuhsparte des Traditionskonzerns versuchen.

Volker Grub (li.) soll Michael Graßner an der Spitze von Salamander ablösen. Foto: dpa

Volker Grub (li.) soll Michael Graßner an der Spitze von Salamander ablösen. Foto: dpa

Reuters KORNWESTHEIM. Nach knapp neun Monaten im Amt sei Michael Gaßner von dem 65 Jahre alten Grub als Salamander-Chef abgelöst worden, bestätigte Aufsichtsratschef Gerhard Goll am Freitag in Kornwestheim bei Stuttgart. Grub solle das erst kürzlich von Gaßner vorgestellte Sanierungskonzept, das den Abbau von 1300 Arbeitsplätzen und die Schließung von drei Werken vorsieht, noch einmal überprüfen. Am Ziel, Salamander im Ganzen zu verkaufen, habe sich grundsätzlich nichts geändert. Die Gespräche mit möglichen Investoren dauerten an, sagte Goll, der die Verhandlungen zuletzt selbst in die Hand genommen hatte.

Der 65 Jahr alte Grub, der sich als Insolvenzverwalter unter anderem bei Südmilch (Campina) und Bauknecht einen Namen gemacht hatte, gilt als durchsetzungsstark. Seine Aufgabe sei nicht die Abwicklung, sondern die Sanierung des Salamander-Schuhbereichs, betonte der neue Vorstandschef. Die Produktion werde wie geplant zurückgefahren. In Deutschland wolle Salamander das Augenmerk auf den Handel legen. Der Umbau werde sich vermutlich über den Zeitpunkt des Verkaufs hinziehen, der eigentlich bis Ende 2002 abgewickelt sein sollte. Auf einen genauen Termin dafür wollte sich Goll nicht mehr festlegen. Zuletzt hatte er den Verkauf bis Ende April anvisiert. Dann geht der Chef des Salamander-Eigentümers EnBW in Ruhestand.

EnBW spreche noch mit mehreren Interessenten für Salamander, sagte Goll. Erstmals wollte der Chef des Regionalversorgers aber auch eine Aufspaltung des Schuh- und Dienstleistungskonzerns in einzelne Teile nicht ausschließen, um die Abgabe zu erleichtern. Einzelne Sparten könnten sich auch bei EnBW wiederfinden, sagte er. Zu Salamander gehören unter anderem der Parkhaus-Betreiber Apcoa Parking, ein Sicherheitsdienst und ein Gebäude- Dienstleister. Sie alle gelten als profitabel, während allein die Schuhsparte für 2002 einen operativen Verlust von über 20 Millionen Euro erwartet. Vor allem ihr desolater Zustand hatte Investoren abgeschreckt.

Den Verkauf erleichtern sollte die zwangsweise Abfindung der restlichen Kleinaktionäre von Salamander. Der Prozess sei nun abgeschlossen, die Börsennotiz werde eingestellt, sagte Goll. Gaßner, der den Posten bei Salamander erst Ende April 2002 übernommen hatte, werde dem Unternehmen als Stellvertreter von Grub erhalten bleiben. Daneben soll er künftig aber auch wieder für EnBW agieren, wo er zuvor als Kraftwerks-Manager tätig gewesen war.

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