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01.03.2017

10:30 Uhr

Travis Kalanick

Uber-Chef zofft sich mit Fahrer

Ein Uber-Fahrer hat Firmenchef Travis Kalanick gründlich die Meinung gegeigt. Der Streit wurde als Video öffentlich. Die Kritik an dem Uber-Chef flammt dadurch erneut auf – Kalanick bittet um Führungshilfe.

Der Uber-Chef steht wegen seines Führungsstils in der Kritik. Reuters, Sascha Rheker

Travis Kalanick

Der Uber-Chef steht wegen seines Führungsstils in der Kritik.

New YorkTravis Kalanick, Chef des Uber-Konzerns, ist nach einem Streit mit einem Uber-Fahrer massiv unter Druck geraten. „Ich habe 97.000 Dollar verloren wegen dir. Ich bin pleite wegen dir“, hatte der Fahrer Kalanick angegiftet. Der Uber-Boss reagierte zunächst wenig diplomatisch auf den in einem Video festgehaltenen Zoff: „Schwachsinn! Einige Leute wollen einfach keine Verantwortung übernehmen für ihren Mist. Sie beschuldigen für alles in ihrem Leben jemand anderen“,

Später entschuldigte sich Kalanick wortreich in einer E-Mail an die Mitarbeiter für sein Verhalten. Er sei beschämt, wie wenig respektvoll er den Fahrer behandelt habe. „Es ist klar, dass dieses Video eine Reflexion meiner selbst ist - und die Kritik, die wir erhielten, erinnert mich stark daran, dass ich mich fundamental ändern muss als Führungskraft und wachsen muss“, schrieb Kalanick. „Es ist das erste Mal, dass ich eingestehe, ich brauche Hilfe bei der Führung.“

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Eigentlich will Travis Kalanick den Ruf seines Fahrdienstes Uber verbessern. Eine Ex-Mitarbeiterin ist durch Sexismus-Vorwürfe auf dem besten Wege, die Imagepflege vor dem erwarteten Börsengang ab absurdum zu führen.

Die Szene – in einem am Dienstag vom Finanzdienst Bloomberg veröffentlichten Video eingefangen – befeuert die aktuellen Diskussionen um die aggressive Unternehmenskultur beim umstrittenen Fahrdienstvermittler Uber weiter. Bei dem Konflikt, der sich nach einer Fahrt von Kalanick und zwei Begleiterinnen im Auto zugetragen hat, ging es um den bei Fahrern verbreiteten Vorwurf, Uber trage den Preiskampf mit Rivalen wie Lyft auf ihrem Rücken aus.

Das bestritt Kalanick zwar, zumindest was den teureren Premium-Service Uber Black angeht, den er selbst nutzt. Der Fahrer ließ sich aber nicht besänftigen, was zu dem verbalen Schlagabtausch führte. Als Kalanick endlich den Wagen verließ, rief er dem Fahrer noch wild gestikulierend zu: „Viel Glück, aber ich weiß, dass du nicht weit kommen wirst“. Später bewertete der Fahrer den Chef dann auch noch mit einem Stern in der Uber-App - dem schlechtesten Rating.

Das Video, das laut Bloomberg den „jähzornigen“ Charakter Kalanicks zeigt, folgt auf eine Reihe negativer Schlagzeilen. Eine Ex-Mitarbeiterin behauptete im Februar, Uber habe Belästigungen durch einen Vorgesetzten nicht geahndet, da es sich um einen „High Performer“ handele. Kalanick bezeichnete das als „abscheulich“ und versprach Aufklärung. Am Montag trat ein Manager wegen Beschwerden über sexuelle Belästigungen an seinem vorherigen Arbeitsplatz bei der Google-Mutter Alphabet zurück.

Von

dpa

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